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Altenburg Trotz Vermarkungsinteresse gilt Nutzungsuntersagung für „Kreuzotter“ weiter
Region Altenburg Trotz Vermarkungsinteresse gilt Nutzungsuntersagung für „Kreuzotter“ weiter
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18:05 10.05.2019
Kreuzotter-Betreiber Frank Friedrich hat seinen Imbiss wieder geöffnet und präsentiert seine bei vielen beliebte Kaninchenrennbahn. Quelle: Mario Jahn
Meuselwitz

Der Knatsch um den Kiosk mit Freisitz namens „Zur Kreuzotter“ am Haselbacher See schwelt weiter. Zwar hat der Fachbereich Bauordnung und Denkmalschutz des Landratsamtes bereits am 26. April 2018 eine Nutzungsuntersagung gegenüber dem Imbissbetreiber Frank Friedrich ausgesprochen. Dem voraus gegangen war ein Jahre währendes Gezerre um die Kreuzotter, die Friedrich seit 2003 dort betreibt, ohne aber die entsprechende Baugenehmigung zu haben. Jahrelang hangelte man sich Ausnahmegenehmigung zu Ausnahmegenehmigung. Eine eigentlich letztmals gewährte Frist von drei Jahren, um verbindliches Baurecht zu erlangen, lief von 2014 bis 2017, ohne dass die nötigen Anträge dafür durch den Betreiber eingereicht wurden (OVZ berichtete). Aber durchgesetzt wurde die dann erlassene Nutzungsuntersagung über ein Jahr lang nicht – bis heute.

Nutzungsuntersagung besteht weiterhin

„Doch nach wie vor besteht dieses Verbot und wird von uns auch weiter aufrecht erhalten“, betont der zuständige Fachbereichsleiter im Landratsamt, Kunz Gelbrich, und sieht sich da einer Meinung mit Landrat Uwe Melzer (CDU).

Ob, wie und wann das Verbot nun allerdings durchgesetzt wird, ließ der Bereichsleiter offen. Denn derweil könnte es in Sachen Weiterentwicklung des Gewässers nebst Umfeld entscheidend voran gehen. „Wir stehen in Verhandlungen mit einer Firma aus Leipzig, die sich für das Areal Haselbacher See interessiert und es touristisch vermarkten will“, teilt der Meuselwitzer Bürgermeister Udo Pick (Bürger für Meuselwitz) auf Anfrage mit.

Um welche Firma es sich dabei konkret handelt, wollte das Stadtoberhaupt mit Blick auf die noch laufenden Verhandlungen nicht sagen. „Ich rechne damit, dass wir im Sommer zu einer Übereinkunft kommen und danach das Konzept dem neuen Stadtrat präsentiert wird. Auch das Thema Kreuzotter liegt in der Verantwortung des Unternehmens“, so Pick. Auf jeden Fall seien alle am See schon engagierten Vereine in die Pläne einbezogen und herrsche darüber Einmütigkeit.

All on Sea hat Interesse

Was Pick nicht sagen wollte, pfeifen in und um Meuselwitz inzwischen schon die Spatzen von den Dächern: Bei den Interessenten für den Haselbacher See handelt es sich um die in Rackwitz bei Leipzig ansässige Firma „All on Sea“, die seit Jahren erfolgreich im Leipziger Neuseenland unterwegs ist. Geschäftsführer Michael Glaser bestätigt gegenüber der OVZ das große Interesse am 350 Hektar messenden See. „Als noch sehr naturnahes Ressort hat das Areal für uns großen Reiz. Dabei spielt auch der Betreiber der Kreuzotter eine maßgebliche Rolle, weil wir engagierte Leute vor Ort für solche Aufgaben suchen“, so Glaser. Klaus-Peter Liefländer, der Vorsitzende des um den See bemühten Kulturfördervereins Wintersdorf, kennt das Interesse. „Sehr spannend“ findet er die Sache. „Vor allem, weil sie sanften Tourismus ansiedeln wollen, was sehr gut passen würde.“

Dies alles klingt erst mal ganz verheißungsvoll und lässt hoffen, dass sich dank des Interesses der Randleipziger am Haselbacher See das Problem mitsamt der Kreuzotter in Wohlgefallen auflöst. Auch die Pläne, dass „All on Sea“ im Zuge der Projektentwicklung auch den noch ausstehenden Vorhaben- und Erschließungsplan übernehmen will, lässt die Euphorie steigen.

Bauexperte tritt auf die Bremse

Aber Bauexperte Gelbrich tritt da auch gleich mächtig auf die Bremse. Vor allem in Bezug auf den Kiosk „Zur Kreuzotter“. „An der Stelle, an der sich die Einrichtung aktuell befindet, wird sie definitiv nicht bleiben können. Hierfür besteht die Nutzungsuntersagung – und die bleibt.“ Zudem dauere so eine umfangreiche Beplanung eines ganzen Areals mitsamt der notwendigen Einverständnisse der involvierten Träger öffentlicher Belange seine Zeit. „Unter neun Monaten ist bei einer Bauleitplanung nichts zu machen, wenn man alle vorgeschriebenen Instanzen und Fristen einhält“, gibt Gelbrich zu bedenken. Eher müsse man sogar noch mehr Zeit einplanen, da es sich beim Haselbacher See um Tagebaugelände handelt, wo zusätzlich das Bergamt involviert werden müsse.

Hinzu käme auch noch, dass diese Vorhaben auch noch im Meuselwitzer Stadtrat abgesegnet werden müssten. „Wobei keiner weiß, ob der Stadtrat überhaupt gewillt ist, so ein Vorhaben per Beschluss mitzutragen.“

Stichwort: „All of Sea“

„All on Sea“ ist aktuell am Schladitzer sowie am Markkleeberger See im Leipziger Neuseenland aktiv. Zum Portfolio gehören ausgefallene Übernachtungsmöglichkeiten, zahlreiche Wasser- und Landsportofferten und Gastronomie. Auch Klassenfahrten sowie Partys und ähnliches bietet man. Zur Philosophie gehören Ökologie sowie Urlaub im Grünen. Da das Neuseenland touristisch nahezu komplett erschlossen ist, sucht man neue Ressorts.

Von Jörg Wolf

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