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Altenburg Übernachtungszahlen 2018: Die Skatstadt legt zu, der Landkreis schwächelt
Region Altenburg Übernachtungszahlen 2018: Die Skatstadt legt zu, der Landkreis schwächelt
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19:06 04.04.2019
Lisa Piller, Mike Richter und Ina Hofmann (von links) empfangen die Gäste in der Tourismusinformation Altenburger Land. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Die Übernachtungszahlen in Thüringen sind im Sinkflug, doch die Stadt Altenburg stemmt sich erfolgreich gegen den Trend. Während 2018 landesweit 0,7 Prozent weniger Gäste in den Hotels und Pensionen eincheckten als noch im Jahr davor, verbuchte die Skatstadt ein Plus von 5,4 Prozent. „Der Anstieg ist auf kein einzelnes Ereignis zurückzuführen, sondern zieht sich durch mehrere Monate“, berichtete Lisa Piller von der Tourismusinformation Altenburger Land mit Blick auf die Zahlen des Landesamtes für Statistik.

Ein Achtungszeichen, das die Touristiker gern auch im Gesamt-Landkreis erreichen wollen – ein Treffen von Vertretern aller Beherbergungsstätten des Altenburger Landes am 30. April im Schmöllner Hotel Bellevue soll dafür den Weg ebnen. Die Region soll touristisch weiter entwickelt und als Gästeziel gestärkt werden, teilte der Tourismusverband Altenburger Land mit. Die Arbeitsgemeinschaft (Arge) von Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft und Maxity, die sich seit 2016 um die Vermarktung der Region kümmert, soll dabei die Führung behalten: So beschloss der Vorstand des Tourismusverbandes auf seiner Sitzung am 8. März, den ursprünglich bis Ende 2019 laufenden Vertrag mit dem Geschäftsbesorger um ein Jahr bis zum 31. Dezember 2020 zu verlängern.

Arge hat die Kräfte gebündelt

Die Arge arbeitete bislang vor allem daran, die diversen touristischen Anbieter im Landkreis zusammenzuführen, Aktivitäten und Kräfte zu bündeln und an einem Vermarktungskonzept. Dazu gehört zum Beispiel ein gemeinsamer Auftritt in Form einer Corporate Identity samt dazugehörigen Druckerzeugnissen und Produkten. Das Miteinander müsse allerdings noch verbessert werden, machte Tourismusverbandschef Michael Wolf am Mittwoch im Kreistag deutlich. „Es gilt, die Kommunikation zu verstärken und einen fachlichen Austausch unter den Partnern zu ermöglichen“ – letzterer mindestens einmal pro Halbjahr. Die Arge müsse künftig „viel intensiver auf die touristischen Servicepartner zugehen“, sagte Wolf. Das Treffen am 30. April, bei dem es um aktuelle Zahlen und Zukunftsperspektiven geht und an dem auch der Thüringer Verband des Hotel- und Gaststättengewerbes teilnimmt, schlägt in diese Kerbe.

Wolf betonte zudem, dass die Internetpräsenz der Tourismusinformation und die Aktivitäten im Bereich Social Media deutlich verbessert werden müssen. Insbesondere die in Englisch gehaltenen Portale müssten stetig aktualisiert werden – wenngleich man nicht erwarten könne, dass jeder kleine Text in Englisch verfügbar sei. Außerdem erwartet der Tourismusverband das regelmäßige Versenden von Pressemitteilungen – mindestens 14-tägig – an lokale, regionale und überregionale Medien. Dabei solle ein Hauptaugenmerk auf Thüringer Regionalzeitungen liegen. All das sind Bedingungen, die der Verband als Auftraggeber an die Vertragsverlängerung mit der Arge geknüpft hat.

Altenburger Land buhlt um Sonderstatus

Auch der Verband selbst ist aktiv, um im Altenburger Land die Gästezahlen zu steigern. Es gebe derzeit Gespräche mit dem Freistaat Thüringen, dass das Altenburger Land einen Sonderstatus als touristische Destination erhalte. Damit wäre eine institutionelle Förderung des Landes verbunden, die die Skatstadt und den Landkreis als Hauptgeldgeber des Tourismusverbandes finanziell erheblich entlasten würde. „Das ist unser Ziel und ein Hauptthema dieses Jahr“, so Wolf. Als weitere Ziele für 2019 nannte er den Ausbau der Rad- und Wanderwegbeschilderung im Kreis, die Gestaltung einer Produkt- und Werbelinie zum „Erlebnis Natur“ und die Einrichtung einer Projektsteuergruppe Altenburger Land, um den Landkreis besser über das Tourismusnetzwerk des Landes vermarkten zu können.

Hinsichtlich der Übernachtungskapazitäten in Altenburg betonte Wolf, dass die Schließung des Hotels Altenburger Hof dringend kompensiert werden müsse. Schließlich fielen mit dem Aus nicht nur 270 Betten weg, sondern auch ein Hotelier, der äußerst aktiv Gästeakquise betrieben hat. Mit Bezug auf die parallel zur Tourismusinformation aktive Altenburger Tourismus GmbH fügte er hinzu: „Wir brauchen keine Konkurrenz zwischen beiden, sondern dass sie sich ergänzen. Wir versuchen, eine Spange zu finden, so dass sich beide vertragen. Das ist im Alltag jedoch nicht immer einfach.“ Der Anstieg der Übernachtungen in Altenburg um 5,4 Prozent sei zwar erfreulich und „darauf sind wir stolz“, sagte Wolf, doch er wolle die Situation nicht schönreden.

3,3 Prozent Gäste-Minus im Landkreis

Die Übernachtungszahlen 2018 für den Gesamt-Landkreis sind weniger erfreulich. Ein Minus von 3,3 Prozent auf 96 785 steht im Vorjahresvergleich zu Buche. Damit teilt das Altenburger Land das Schicksal anderer Thüringer Destinationen, wie etwa Erfurt, Weimar und Thüringer Wald, wo es 2018 ebenfalls abwärts ging. Dass es auch anders geht, zeigt das Hotel & Restaurant Bellevue Schmölln: Dort seien die Übernachtungszahlen 2018 um fünf Prozent gestiegen, berichtete Heidi Hindemith, Hotelchefin und Vorstandsmitglied im Tourismusverband.

Positiv verbucht werden kann außerdem, dass dem Verband nun auch die Stadt Meuselwitz und die Gemeinde Rositz beigetreten sind. „Es ist hanebüchen, als Kommune kein Mitglied im Tourismusverband zu sein“, warb Wolf. Es entstünden keine zusätzlichen Kosten. „Die Kommunen zahlen es über die Kreisumlage ohnehin mit“, erklärte der Altenburger Ex-Oberbürgermeister im Kreistag und nutzte gleich die Gelegenheit für eine Rückzugs-Ankündigung: Er werde zum Jahresende die Führung des Tourismusverbandes abgeben. „Dann übernimmt Landrat Uwe Melzer meine Nachfolge und ich rücke in die zweite Reihe.“

Von Thomas Haegeler und Kay Würker

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