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Altenburg Unterschriftenaktion: Unterstützung für Meuselwitzer Gymnasium wächst
Region Altenburg Unterschriftenaktion: Unterstützung für Meuselwitzer Gymnasium wächst
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10:06 01.12.2018
Die Zukunft des Meuselwitzer Gymnasiums ist weiter unklar. Quelle: Mario Jahn
Meuselwitz

Claudia Galow schwankt zwischen Freude und Frust. „Wir haben unser Ziel deutlich übertreffen können“, so die Elternsprecherin des Meuselwitzer Veit-Ludwig-von-Seckendorff-Gymnasiums. Innerhalb von knapp zwei Monaten seien – Stand Freitag – 1638 Unterschriften gesammelt worden. Damit sei man dem Ziel, beim Landratsamt als Schulträger Druck für die geforderte Sanierung von Haus 1, Mehrzweckgebäude und Turnhalle der Schule aufzubauen, erheblich näher gekommen.

Erfolg der Aktion fraglich

Ob die Aktion, für die Schüler gleich mehrfach in der Stadt um Unterstützung geworben hatten (OVZ berichtete) letztlich von Erfolg gekrönt sein wird, erscheint derzeit jedoch mehr als fraglich. Erst kürzlich hatte Landrat Uwe Melzer (CDU) gegenüber der OVZ seine Überlegungen dargelegt, die 11. und 12. Klasse nach Altenburg auszulagern. Dieser Schritt würde ermöglichen, mittelfristig nur noch das Haus 2 als Schulgebäude zu nutzen. Eine neue Mensa solle – in Abstimmung mit der Städtischen Wohnungsgesellschaft – im Bürgertreff in der Rathausstraße entstehen.

Bürgertreff: Zu wenig Platz für die Speisung

Pläne, die bei Eltern und Schülern sowie Teilen des Stadtrats auf wenig Gegenliebe stoßen. Insbesondere eine reibungslose Essensversorgung der Schulkinder sei im Bürgertreff nicht ohne weiteres zu gewährleisten, so Galow. „Inzwischen nutzen bis zu 110 Kinder gleichzeitig das Essensangebot, die Zahlen haben sich fast verdoppelt“, bilanziert sie.

Für eine solche Menge reiche der Platz im Bürgertreff nicht aus. Darüber hinaus binde der Gang in die Rathausstraße zusätzlich Lehrkräfte. „Die Kinder müssen auf dem Weg zur und von der Mensa betreut werden. Bis alle gegessen haben und wieder am Schulgebäude sind, ist die Pause vorbei“, fürchtet Galow. Zudem habe auch der Essensanbieter signalisiert, dass er die von Melzer favorisierte Lösung für nicht umsetzbar halte.

Insbesondere Haus 1, das Mehrzweckgebäude und die Turnhalle am Rathenauplatz benötigen laut Eltern und Schülern dringend eine Schönheitskur. Fotos, die der OVZ vorliegen, zeigen teils desolate Zustände.

Meuselwitzer als „Schüler zweiter Klasse“

Durch die Pläne der Kreisverwaltung, so fürchten die Eltern, werde das Gymnasium als Ganzes mittelfristig zur Disposition gestellt. „Solche Schließungsgespräche vertreiben die Leute, da schickt doch niemand mehr sein Kind hier her“, ist sich Galow sicher. Gerade Eltern aus dem benachbarten Sachsen-Anhalt, durch deren Kinder auch die schwindenden Schülerzahlen zumindest etwas abgefedert werden könnten, würden sich zwei Mal überlegen, ihren Nachwuchs bis nach Altenburg fahren zu lassen.

Und auch die Meuselwitzer Jugendlichen stünden mit einer Verlagerung der Oberstufe schlechter da. „Sie müssten sich kurz vor dem Abitur noch einmal komplett neu einrichten, mit neuen Mitschülern, Lehrern und Abläufen vertraut machen. Sie wären damit immer Schüler zweiter Klasse“, ist sich Galow sicher.

Desolates Bild in den Gebäuden

Einzige Lösung sei – neben dem Erhalt der Oberstufe – die dringend nötige Sanierung der betroffenen Gebäude. Denn selbst wenn der Abzug mittelfristig komme, müssten die Kinder so lange mit den jetzigen Gegebenheiten leben. Und die, das zeigt auch ein Vor-Ort-Besuch der OVZ, sind alles andere als angenehm.

Das wird besonders im Mehrzweckgebäude deutlich. Gerade die sanitären Anlagen sind in bedenklichem Zustand: In den Toiletten verlaufen Rohre an der Decke, gespült wird mit altmodischen Spülkästen mit Seilzug, an der Wand platzt der Putz ab. Ein ähnliches Bild auch in den Essensbereichen: alte Tische, Risse in den Wänden. Wenig besser ist die Situation in der Turnhalle am Rathenauplatz. In den Umkleidekabinen hängt ein muffiger Geruch. An den Waschbecken fehlen Armaturen, eine Dusche im Jungenbereich ist defekt. In den Gängen prangen Kritzeleien, blättert Farbe.

Politik solle sich stärker engagieren

Nicht zuletzt angesichts dessen sieht Claudia Galow auch die lokale Politik in der Verantwortung. „Wir fordern, dass sich Bürgermeister und Rat geschlossen für den Erhalt der Schule stark machen und nicht gegen die Eltern arbeiten“, findet sie deutliche Worte. Neben der UWG-SPD-Fraktion zeigt auch Bürgermeister Udo Pick (BfM) inzwischen erste zarte Unterstützung. Er favorisiere eine Sanierung der betroffenen Gebäude, teilte er gegenüber der OVZ mit.

Von Bastian Fischer

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