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Altenburg Uwe Melzers Missverständnis: Schulamt antwortet doch auf Anfrage im Kreistag
Region Altenburg Uwe Melzers Missverständnis: Schulamt antwortet doch auf Anfrage im Kreistag
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05:06 03.04.2019
Landrat Uwe Melzer (CDU) sorgt mit einer missverständlichen Antwort auf eine Nachfrage zum Thema Lehrermangel für weiteren Gesprächsstoff. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Das Thema Lehrermangel beschäftigt den Kreistag des Altenburger Landes weiter. Vor der heutigen Sitzung (17 Uhr, Landschaftssaal) gibt es aber zunächst etwas aufzuklären. Schließlich hatte Landrat Uwe Melzer (CDU) auf Nachfrage von Kreisrat Frank Tempel (Linke) Anfang Februar moniert, dass es trotz mehrfacher Anläufe noch keine Antworten vom Schulamt Ostthüringen auf Tempels ursprünglich im Sommer 2018 gestellten Fragen zu fehlenden Lehrern und Ursachen dafür gebe.

Unterschiedliche Auffassungen über Qualität der Antworten

Laut Kreisverwaltung handelt es sich dabei um ein Missverständnis. „Mit Herrn Melzers Aussage vorm Kreistag, vom Schulamt gäbe es keine Antwort, war nicht gemeint, dass das Schulamt gar keine Antwort geliefert hat, sondern vielmehr, dass die Antworten nicht zu jeder Frage voll zufriedenstellend waren“, hieß es dazu aus dem Landratsamt. Denn eine OVZ-Nachfrage beim Thüringer Bildungsministerium hatte ergeben, dass das Schulamt sehr wohl zu Tempels Fragen Stellung nahm. Und zwar „umfänglich“, wie das Ministerium mitteilte, per Mail am 24. Oktober.

Diese Antwort wurde laut Landratsamt vom Kreistag am 5. Dezember thematisiert, dabei aber als unzureichend befunden und deshalb erneut gestellt. Zur nächsten Sitzung des Gremiums am 6. Februar lag die erneute Reaktion aber noch nicht vor. Sie ging erst zwei Tage später per Post ein. Deshalb sprach Melzer in jener Sitzung davon, dass er noch „keine Antwort“ habe und etwas schuldig bleiben müsse.

Schulamtsleiter ergänzt ursprüngliches Schreiben

Ob sich daran nun etwas ändert, bleibt fraglich. Denn es handelt sich dabei zum Großteil um die Antwort vom Oktober, der Schulamtsleiter Berthold Rader nur „einige erläuternde Bemerkungen“ hinzufügte, wie das Ministerium mitteilte. Immerhin entschuldigte es sich für die siebenwöchige Bearbeitung der ersten Anfrage. Das „ist unglücklich und nicht zufriedenstellend“ und lag an krankheitsbedingten Ausfällen, so Sprecher Frank Schenker, der Besserung gelobte.

Zahlen belegen massiven Mangel, Ursachen fehlen

Allerdings enthalten die Schreiben des Schulamtes schon Zahlen, nach denen Tempel gefragt hatte. Was jedoch fehlt, sind klare Ursachen für den Mangel. Demnach fehlten Mitte Oktober an Grundschulen im Kreis 253 Wochenstunden, was etwa neun Vollzeit-Lehrern entspricht. Dabei stellt sich der Bedarf unterschiedlich dar, weil an zwei Schulen Klassenlehrer fehlten, an zwei Orten große Klassen mit 27 oder 28 Schülern gebildet wurden und an elf Schulen „der Unterricht eingekürzt werden“ muss.

Am größten war der Bedarf jedoch an Regelschulen, wo 14 Vollzeit-Kräfte oder 372 Wochenstunden zum Lehrplan-Soll fehlten. An der Erich-Mäder-Schule kamen noch einmal 100 Stunden dazu. Auch an den Förderschulen klaffte mit 292 Wochenstunden (10,5 Vollzeit-Lehrer) eine große Lücke, worunter vor allem der gemeinsame Unterricht mit nicht behinderten Kindern litt. Im Gegensatz dazu fiel der Bedarf mit 57 Wochenstunden (zwei Lehrer) an Gymnasien am geringsten aus.

Schulamt sieht Soll-Ist-Vergleich als wenig sinnvoll an

Zudem listete das Schulamt alle (geplanten) Einstellungen dieses und der vergangenen beiden Jahre nach Schularten auf. Nimmt man beides zusammen, könnte man auch den von Tempel nachgefragten Soll-Ist-Vergleich anstellen. Allerdings hält das Schulamt diesen für wenig sinnvoll. Zum einen, weil derzeit nur ausscheidende Lehrer unbefristet ersetzt werden können, während der reale „deutlich höher“ liegende Bedarf nur befristet ersetzt werden kann und sich laufend ändert. „Hinzu kommt“, ergänzte Rader, „dass sich die tatsächlichen Bedarfe jeden Tag neu rechnen lassen, allein wenn Lehrkräfte erkranken oder später langzeiterkrankt werden.“

Das beschäftigt den Kreistag außerdem

Abgesehen vom Lehrermangel geht es im heutigen Kreistag um einen bunten Blumenstrauß an Themen. Eine wahre Flut an Informationen gibt es zu den Jahresrechnungen 2016 und 2017, zum Nahverkehrsprojekt „Schmölln macht mobil“, zur Arbeit des Tourismusverbandes Altenburger Land und zum Seniorenbeirat des Kreises. Außerdem sollen im Zuge der digitalen Verwaltung noch der Beitritt zum Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen, das Rahmenkonzept zur Integration, der Verkauf eines durch einen Unfall beschädigten Feuerwehrfahrzeugs, die Verlängerung des Nahverkehrskonzepts und – auf Antrag der Linken – die jährliche Berichtspflicht des Tourismusverbandes an den Kreistag beschlossen werden. Außerdem ist seitens der Linken ein Vorstoß in Sachen Barrierefreiheit der Kreisverwaltung geplant. Hier soll es vor allem um die Führerschein- und Zulassungsstelle gehen.

Von Thomas Haegeler

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