Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg Vereine im Altenburger Land sorgen sich um Zukunft
Region Altenburg Vereine im Altenburger Land sorgen sich um Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:11 10.04.2019
Michael Apel, Leiter des Projekts „Engagement mit Zukunft", stellte die Ergebnisse der Vereinsbefragung im Landratsamt vor. Quelle: Maximilian König
Altenburg

Die Überalterung der Bevölkerung bedroht das Vereinsleben im Altenburger Land. Bereits jetzt ist der Großteil der Vereinsmitglieder über 60 Jahre alt. Dies ergab eine Befragung im Rahmen des Projekts „Engagement mit Zukunft“, bei dem 60 der rund 600 Vereine aus der Region zu ihren Vereinsstrukturen befragt wurden. Die Befragung wurde von der gemeinnützigen Unternehmergesellschaft W³ aus Altenburg durchgeführt. Im Mittelpunkt standen die Auswirkungen des demografischen Wandels – als zweitältester Landkreis Deutschlands ist Altenburg hiervon besonders betroffen.

Am Montagabend präsentierte Forschungsleiter Michael Apel die Ergebnisse im rappelvollen Spiegelsaal des Landratsamtes. Mehr als 50 Vereinsvertreter waren gekommen, außerdem die Bürgermeister aus Altenburg, Schmölln und Nobitz sowie der Landtagsabgeordnete Christoph Zippel (CDU). „Sind Vereine des Landkreises so aufgestellt, dass sie in zehn bis 15 Jahren helfen können?“, fasste Volkswirt Apel die Intention des Projekts zusammen.

Frühe Bindung an Vereine wichtig

Schaut man sich die Ergebnisse an, sind Zweifel angebracht. Denn die wichtige Altersgruppe der 30-40-Jährigen ist in den Vereinen kaum vertreten. Es fehle an Nachwuchs, der die derzeitigen Ehrenamtler ersetzen könnte, so Apel. Zudem bleibe engagiert, wer sich bereits in jungen Jahren einem Verein anschließe. „Im Rentenalter beginnt meist keiner mehr“, stellte Apel klar.

Ein großes Problem sei ferner, dass sich kaum junge Leute finden, die in den Vereinen Verantwortung übenehmen. „Die tragende Arbeit wird von Mitgliedern ab 45 Jahren übernommen“ sagte Apel zu der Besetzung von Führungsämtern. Kein Wunder also, dass die Vereinsvertreter mit dem Schlagwort „Demografischer Wandel“ vor allem die Begriffe „Risiko“ und „Nachwuchssorgen“ verbinden. Daneben plagt die Vereine Bürokratie. Sie wünschen sich von der Politik weniger Vorschriften.

Forschungsgruppe will Lösungen erarbeiten

Angela Schütz, seit 2000 Vorsitzende des Brandrübeler Feuerwehrvereins, erkennt ihre Sorgen in den Ergebnissen wieder. Neulich habe sie ein 70-jähriges Mitglied überreden müssen, noch ein weiteres Jahr im Vorstand ranzuhängen. „Bis dahin haben wir eine Lösung gefunden, dann darfst du raus“, habe sie ihm versprochen. Dazu seien behördliche Forderungen eine Last, beispielsweise der regelmäßige Nachweis der Gemeinnützigkeit. „Das wird oft einfach passend fürs Finanzamt geschrieben“, gibt Schütz zu.

Bis zum Jahresende will die Forschungsgruppe im Verbund mit zehn bis 15 Vereinen Lösungsmodelle entwickeln, die allen Vereinen zur Verfügung gestellt werden sollen, beispielsweise mittels einer Software. Das dreijährige Projekt läuft bis Ende 2020 und wird vom Bundeslandwirtschaftsministerium finanziert.

Von Maximilian König

Tradition, Regionalität und Zusammenhalt: Dafür stehen Vereine wie der SV Blau-Weiß Zechau/Kriebitzsch, sagt Ministerpräsident Bodo Ramelow in einer Videobotschaft an die Vereinsleute. Und begründet so, warum er die Schirmherrschaft übers diesjährige große Fußball-Jubiläum in der Gemeinde übernimmt.

10.04.2019

Die Stadt Altenburg hat den Betrieb des Bootsverleihs am Großen Teich neu vergeben. Demnach unterschrieb der Besitzer des Parkhotels, Angelo Antoniolli, am Dienstagnachmittag den zugehörigen Vertrag. Seinen Angaben zufolge fahren die Boote ab Ostern täglich – und der Italiener hat noch mehr vor.

10.04.2019

Ein Sommerhaus im Grünen für die Regenbogenschule – das ist schon lange ein Traum von Schulleiterin Christine Meischl. Dank einer Spende der gemeinsamen Stiftung von Lions- und Rotary-Club könnte der Bau noch in diesem Jahr fertig werden.

10.04.2019