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Altenburg Vier Museen im Altenburger Land nehmen Humboldt in den Fokus
Region Altenburg Vier Museen im Altenburger Land nehmen Humboldt in den Fokus
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17:36 01.07.2019
Museumschef Mike Jessat legt derzeit noch letzte Hand an, kontrolliert etwa den Schaukasten, in dem Andenkondore präsentiert werden. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Naturforschung, Geografie, Studien in Physik, Chemie, Zoologie und Astronomie: Es dürfte so gut wie kein wissenschaftliches Feld geben, auf dem sich Alexander von Humboldt im Laufe des 19. Jahrhunderts nicht betätigt hat. Anlässlich des 250. Geburts- respektive des 160. Todestages des Universalgelehrten widmen sich in diesem Jahr gleich vier Museen im Kreis seinem Leben und Wirken – und stellen unter dem Titel „humboldt4“ insbesondere den Einfluss Humboldts bis in die kleinsten deutschen Staaten und Städte heraus.

Starker Einfluss auch im Altenburger Land

Auch im Altenburger Land fühlten sich Bürger und Regenten gleichermaßen angespornt, mit der neuen Welt in Austausch zu treten, Sammlungen anzulegen, zu forschen, zu zeichnen und zu publizieren. Im ehemaligen Herzogtum Sachsen-Gotha-Altenburg waren es insbesondere Franz Xaver von Zach und Bernhard August von Lindenau, die mit Humboldt in direktem Austausch standen. Auch bedeutende Wissenschaftler der Region, etwa Alfred Brehm oder Anton Goering, ließen sich von dem Gelehrten inspirieren, der zudem ab 1828 Ehrenmitglied der Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes war.

Alexander von Humboldts Reisen führten ihn in die entlegensten Ecken der Welt. Die Schau im Mauritianum legt davon Zeugnis ab. Quelle: Mario Jahn

Mauritianum: Mitbringsel von Humboldts Reisen

Entsprechend ist es auch am Mauritianum, mit der Eröffnung des hauseigenen Beitrags den Startschuss für den Ausstellungsmarathon zu geben. Am Sonntag, den 30. Juni, um 14 Uhr war Eröffnung. Unter dem Titel „Sammeln und Forschen im Geiste Humboldts“ wird ein umfassender Blick auf die Aktivitäten der Naturforschenden Gesellschaft im Fahrwasser des Universalgelehrten geworfen. Deren Mitglieder erwarben dereinst Aktienbeteiligungen an zahlreichen Expeditionen, etwa nach Brasilien, Mexiko oder Australien. Zig Exponate, von Kolibris und Papageien, über Andenkondore und Krokodile bis zu Pinguinen oder Flusspferdschädeln fanden so den Weg nach Altenburg. Viele davon sollen nun auch Teil der neuen Sonderausstellung werden. Und auch in die Spuren eines Altenburger Entdeckers begibt man sich im Mauritianum: Nachdem Alfred Brehm 1876 von Westsibirien bis in den Altai reiste, will es ihm die Naturforschende Gesellschaft 2019 gleich tun. In Kooperation mit der tschechischen Palacký-Universität Olmütz startet man eine ethnologische Forschungsreise „Auf den Spuren Humboldts im Altai.“

Auch ein wenig morbide geht es in den Schaukästen zu. So grüßt etwa dieser Schädel die Besucher. Quelle: Mario Jahn

Residenzschloss: Fokus auf adlige Forschungsreisende

Am Sonntag, den 18. August, öffnet dann das Altenburger Residenzschloss die Türen zu seinem Ausstellungsbeitrag. Mit „Herzöge auf Spitzbergen, Prinzen am Amazonas: Adlige Entdecker in der Nachfolge Humboldts“ widmet man sich Humboldts Einfluss auf die Aristokratie, den er als preußischer Kammerherr ausüben konnte. Ganze Generationen von Adligen ließen sich durch Humboldt inspirieren, finanzierten Forschungsreisen oder erkundeten selbst als Geografen, Ethnologen und Biologen die für Europäer unbekannten Regionen der Welt. Selbst der Altenburger Herzog Ernst II. brach 1911 zu einer Expedition nach Spitzbergen auf. Im Zuge der Ausstellung sollen der Nachhall von Humboldts Werk, das Rollenmodell des „Aristokraten als Forscher“ im Zeitalter der Entdeckungen und des Kolonialismus sowie die Herzogs-Expedition im kulturhistorischen Kontext kritisch beleuchtet werden.

Insbesondere die exotische Tierwelt hatte es Humboldt angetan. Dieser grüne Leguan etwa fand ebenfalls seinen Weg in die Skatstadt. Quelle: Mario Jahn

Lindenau-Museum: Enger Kontakt zwischen Humboldt und Lindenau

Vier Tage später, am 22. August, steigt das Lindenau-Museum in den Ausstellungsreigen ein. „Altenburg und die Welt“ ist die Schau kurz und knapp betitelt, was indes keineswegs auf den Inhalt zutreffen dürfte. Zwar ist der Briefwechsel zwischen Alexander von Humboldt und Bernhard August von Lindenau nur teilweise erhalten, dennoch finden sich in der Museums-Sammlung zahlreiche Spuren der Anregungen, die Lindenau von Humboldt erhalten hat. So finden sich in der Kunstbibliothek nicht nur einige Bände des großen Reisewerks über Südamerika in Erstausgabe, sondern auch prachtvolle Folianten über die Expeditionen von Humboldts Nachfolgern. Gezeigt werden ebenso Werke von Forschern, die Humboldts Tätigkeit überhaupt erst ermöglichten. Dazu gehört etwa Georg Forster, dessen Zeichnungen aus der Forschungsbibliothek Gotha ebenso in Auswahl zu sehen sind, wie Darstellungen zu James Cooks Weltumseglung, an der der junge Forster teilnahm.

Museum Burg Posterstein: Spannendes Leben des Vogelkundlers

Ab dem 1. September wird schließlich im Museum Burg Posterstein im Zuge der Schau „Aus Schönheide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (1836-1905)“ an den Handwerkersohn erinnert, der im heutigen Altenburger Land zum Forschungsreisenden, Zeichner und Tierpräparator aufstieg. Nach seiner künstlerischen Ausbildung in Leipzig und London betrieb Goering auf zwei Forschungsreisen ab 1866 für die Zoological Society of London in Südamerika botanische und geografische Studien. Er sammelte und präparierte exotische Tiere und hielt seine Eindrücke in Landschaftsaquarellen fest. Für seine Verdienste verlieh ihm Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg den Professorentitel. In der Ausstellung werden Goerings Reisewege anhand von Tagebüchern und Holzschnitten nachgezeichnet.

„humboldt4“: Das Rahmenprogramm

Sonntag, 30.6., 14 Uhr, Mauritianum: Eröffnung „Sammeln und Forschen im Geiste Humboldts

Sonntag, 7.7., 10 Uhr, Mauritianum: „Glitzernde Steine“ – Mineralogie für Kinder

Dienstag, 9.7., 18 Uhr, Mauritianum:Alexander von Humboldts Leben und Wirken“. Vortrag von Dr. Heike Heklau (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Sonntag, 18.8., 10 Uhr, Mauritianum: „Was schwimmt denn da im Wasser? Bernsteine“. Workshop für Kinder

Sonntag, 18.8., 15 Uhr, Residenzschloss: Eröffnung „Herzöge auf Spitzbergen, Prinzen am Amazonas: Adlige Entdecker in der Nachfolge Humboldts

Donnerstag, 22.8., 18.30 Uhr, Lindenau-Museum: Eröffnung „Altenburg und die Welt“

Sonnabend, 24.8., 14 Uhr, Residenzschloss: Führung durch die Sonderausstellung

Sonntag, 25.8., 15 Uhr, Lindenau-Museum: Führung „Alexander von Humboldt und Bernhard von Lindenau

Sonntag, 1.9., 15 Uhr, Museum Burg Posterstein: Eröffnung und Salonnachmittag „Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering“. Mit Lesung aus Goerings Reisetagebuch von 1856.

Sonntag, 8.9 & Sonntag, 3.11., je 15 Uhr, Lindenau-Museum, Mauritianum, Residenzschloss: „Mit Humboldt die Museen im Altenburger Schlosspark erkunden“ – Führung durch die drei Ausstellungen (Beginn: Lindenau-Museum)

Dienstag, 10.9., 18 Uhr, Mauritianum: Vortragsabend „Kleine Inselreiche“ und „Mediterrane Wildnis“ – Mitarbeiter und Mitglieder der Naturforschenden Gesellschaft berichten

Donnerstag, 12.9., 18.30 Uhr, Lindenau-Museum: „Unsere Begleiter waren vor Kälte erstarrt und ließen uns im Stich“ – Bernhard Stengele liest aus Humboldts Südamerika-Tagebüchern

Sonntag, 15.9., 15 Uhr, Museum Burg Posterstein: Führung durch die Ausstellung

Freitag, 20.9., 19.30 Uhr, Paul-Gustavus-Haus:Humboldt Science Slam“ – Junge Wissenschaftler stellen ihre Forschungsergebnisse vor

Donnerstag, 26.9. & Freitag, 27.9., je 14 Uhr, Residenzschloss: Kaffeekränzchen im Schloss mit Führung durch die Ausstellung (VVK 8 Euro)

Sonntag, 29.9., 15 Uhr, Museum Burg Posterstein: Führung durch die Ausstellung

Sonnabend, 12.10., 14 Uhr, Residenzschloss: Führung durch die Ausstellung

Donnerstag, 17.10., 18.30 Uhr, Lindenau-Museum: Filmabend „Die Vermessung der Welt“

Mittwoch, 23.10., 18 Uhr, Residenzschloss: Altenburger Konfrontation „Das schwierige Erbe kolonialer Entdecker“ (Führung und Diskussion)

Donnerstag, 24.10., 18.30 Uhr, Lindenau-Museum: „Die Lindenau-Zachsche Stiftung und ihre Förderung von Wissenschaft und Kunst am Beispiel von Anton Goering“ (Vortrag)

Sonntag, 27.10., 15 Uhr, Museum Burg Posterstein: „Auf den Spuren Alexander von Humboldts“ (Salonnachmittag)

Sonntag, 10.11., 14 Uhr, Mauritianum: Eröffnung „Auf den Spuren Humboldts im Altai

Sonntag, 17.11., 15 Uhr, Museum Burg Posterstein: Lesung und Finissage zur Ausstellung

Sonntag, 29.12., 15 Uhr, Lindenau-Museum: Alexander von Humboldt und Bernhard von Lindenau“ (Führung)

Von Bastian Fischer

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