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Altenburg Viereinhalb Jahre Haft für Drogendealer aus Altenburg
Region Altenburg Viereinhalb Jahre Haft für Drogendealer aus Altenburg
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19:00 29.06.2018
Jahrelang hat Oliver K. aus Altenburg mit Crystal Meth gedealt. Das Landgericht Gera verurteilte ihn nun dafür. (Symbolfoto)
Jahrelang hat Oliver K. aus Altenburg mit Crystal Meth gedealt. Das Landgericht Gera verurteilte ihn nun dafür. (Symbolfoto) Quelle: picture-alliance/ dpa
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Gera

Drogendealer Oliver K. aus Altenburg ist am Freitag vom Landgericht Gera zu vier Jahren und sechs Monaten Haft wegen Drogenhandels verurteilt worden. Damit entsprach das Gericht dem Antrag der Staatsanwältin, die am Dienstag in ihrem Plädoyer eben diese Strafe forciert hatte (die OVZ berichtete). Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass der 37-jährige Skatstädter in sieben Fällen mit Crystal Meth gedealt hat. In drei Fällen war er außerdem im Besitz von „nicht geringen Mengen“ der Droge.

Der Angeklagte hatte vergangene Woche ein umfassendes Geständnis vor dem Gericht abgelegt. Oliver K. hatte von seiner Anwältin mitteilen lassen, dass er mehrfach mit der chemischen Droge gehandelt hat. Im März und Dezember 2015 fand die Polizei bei Durchsuchungen in den Wohnungen von K. und seiner Freundin in Altenburg Drogen, insgesamt fast 30 000 Euro Bargeld sowie eine Präzisionsschleuder.

Dealer gehen verdeckten Ermittlern auf den Leim

K. war außerdem in ein Drogengeschäft verwickelt, wegen dem im August 2016 ein groß angelegter Polizeieinsatz in Altenburg stattfand. Wie Oliver K. angab, verkaufte er dem Dealer Stev K., der 2017 zu vier Jahren und sechs Monaten verurteilt worden war, im Altenburger Schlosspark und in seiner Wohnung in der Rousseaustraße große Mengen an Crystal. Doch die vermeintlichen Abnehmer waren verdeckte Ermittler des Landeskriminalamtes (LKA). An drei Terminen im August 2016 verkaufte Stev K. ihnen insgesamt über ein Kilogramm Crystal auf einem Supermarkt-Parkplatz in der Münsaer Straße. 350 Gramm weitere Methamphetamine wollte er noch über Oliver K. besorgen. Dazu kam er aber nicht mehr, denn die Beamten griffen zu und nahmen Stev K. fest.

Nach einer anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung kam auch Oliver K. in Untersuchungshaft, wurde aber wieder laufen gelassen, weil das Verfahren wegen Überlastung der zuständigen Strafkammer nicht fristgerecht in Gang gekommen war. K. gab an, nach der Zeit im Gefängnis wieder Crystal und auch Marihuana konsumiert zu haben. Um seinen Bedarf finanzieren zu können, verkaufte er wieder Crystal. Zwischen 60 und 70 Prozent des Stoffes in seinem Besitz habe er weiterverkauft, gestand er. Bei einer Kontrolle am Altenburger Bahnhof und einer Wohnungsdurchsuchung fanden die Beamten bei ihm im Januar dieses Jahres 20 Gramm Marihuana und 23 Gramm Crystal. Auch darum muss K. nun ins Gefängnis.

Verfahrensabsprache: Geständnis für Strafe unter fünf Jahren

Wegen des Geständnisses ließ die Kammer einige der Anklagepunkte, etwa wegen Waffenbesitzes, fallen und sicherte K. zu, dass das Strafmaß nicht über vier Jahre und acht Monate hinausgeht. Diese Absprache wurde zum Prozessauftakt getroffen. Oliver K. muss laut Urteil einen Teil seiner Haftstrafe in einer Entzugsklinik absitzen, außerdem werden 15 000 Euro in Form von Bargeld und Wertgegenständen des Angeklagten, die beschlagnahmt worden sind, zur Schadenswiedergutmachung eingezogen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Theresa Held