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Altenburg Neue Schau im Altenburger Schloss rückt mehr als 4000 Jahre Brettspiel-Geschichte ins Licht
Region Altenburg

Weihnachtsausstellung: Neue Schau im Altenburger Schloss rückt mehr als 4000 Jahre Brettspiel-Geschichte ins Licht

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15:29 26.11.2021
Die Weihnachtsausstellung im Altenburger Schlossmuseum dreht sich in diesem Jahr rund um Brettspiele.
Die Weihnachtsausstellung im Altenburger Schlossmuseum dreht sich in diesem Jahr rund um Brettspiele. Quelle: Schlossmuseum Altenburg
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Altenburg

Pünktlich zu Beginn der Adventszeit wird das Altenburger Schloss wieder zum großen Familien-Wohnzimmer. Die traditionelle Weihnachtsausstellung des Schloss- und Spielkartenmuseums widmet sich in diesem Jahr den Brettspielen – und damit einem beliebten Zeitvertreib, der Groß und Klein gleichermaßen begeistert. Eröffnung ist an diesem Sonntag.

Anlass zu dieser Ausstellung gab die Dauerleihgabe der Familie de Cassan aus Österreich. Über mehrere Jahrzehnte konnte das Ehepaar Dagmar und Ferdinand de Cassan eine beträchtliche Sammlung an Spielen aufbauen. Im Oktober 2019 übernahm das Berliner Institut für Ludologie die aus etwa 30 000 Unikaten bestehende Kollektion. Das Konvolut wurde dem Residenzschloss Altenburg kurz darauf als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt.

Und nun wird der Schatz in seiner Vielfalt sichtbar. Die Sonderausstellung „Am Anfang war das Spiel. Brettspiele – Geschichte und Gesellschaft spielend entdecken!“ macht die Freizeitbeschäftigung von den Anfängen in der ägyptischen Antike bis hinein ins digitale Zeitalter zum Thema. Anhand 50 ausgewählter Exponate wird auf Vielfalt und gesellschaftliche Bedeutung des Brettspiels über die verschiedenen Zeiten eingegangen.

Altenburg ist für eine solche Schau ein prädestinierter Ort – schließlich wurde hier vor über 200 Jahren das Skatspiel erfunden und wird eine der größten Spielkartensammlungen der Welt aufbewahrt.

Zu Beginn zeigt die Schau früheste Brettspielvarianten. Unter den Exponaten befinden sich zum Beispiel Repliken der Spiele „Senet“ aus Ägypten und des „Königlichen Spiels von Ur“ aus Mesopotamien, die beide im 3. Jahrtausend v. Chr. gespielt wurden und zu den frühesten bekannten Spielen gehören. Beide Spiele rücken die Lebensreise des Menschen in die Götterwelt in den Mittelpunkt. Sie gelten als Vorläufer der noch heute beliebten Brettspiele „Backgammon“ und „Mensch ärgere dich nicht“, die den altertümlichen Spielen in der Schau gegenübergestellt werden.

Die Weihnachtsausstellung im Schloss zeigt Brettspiele aus verschiedenen Epochen. Quelle: Schlossmuseum Altenburg

Damit tritt die Ausstellung zugleich in die moderne Spielewelt ein, die den Weg von den Klassikern wie Monopoly bis hin zum zeitgenössischen Autorenspiel nachzeichnet. Folglich wird auch eine Auswahl an „Spielen des Jahres“ gezeigt, die eng mit der Entwicklung hin zum Autorenspiel verknüpft sind.

Der zweite Ausstellungsabschnitt beschäftigt sich mit dem modernen Brettspiel als Produkt der Populärkultur. Hier wird gezeigt, welche Bilder von Geschichte und Gesellschaft sich im Brettspiel ablesen lassen. Dazu werden Spiele präsentiert, die verschiedene historische Epochen abbilden und aktuelle gesellschaftliche Themen behandeln.

Besondere Schwerpunkte liegen hier auf dem Verhältnis des Brettspiels zu Themen wie Energie und Klimaschutz, Kolonialismus sowie gesellschaftlicher Vielfalt und Diversität. Die vom Wandel geprägte Verbindung zwischen Spiel und gesellschaftlich relevanten Themen wird anhand zahlreicher Exponate nachgezeichnet und wissenschaftlich fundiert aufgearbeitet.

Spiele als Wissensvermittler

Auch das Spiel als Art der Wissensvermittlung wird im zweiten Ausstellungsabschnitt beleuchtet. Exemplare wie das preisgekrönte „Paleo“ oder „Philosophia“ zeugen vom zunehmend pädagogischen Anspruch der Spieleentwicklung. Damit geht die Ausstellung auch der Frage nach, ob Spiele mehr als reine Unterhaltung sind.

Passend zur Weihnachtsausstellung widmet sich ein eigens eingerichteter Ausstellungsraum den Themen Winter und Weihnachtsfest und stimmt so auf das Spielen und Zusammensein in der kalten Jahreszeit ein. Abhängig von den geltenden Corona-Regeln bekommen die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, Figuren, Würfel und Karten zu greifen, um selbst spielerisch tätig zu werden.

An beide Themen schließt sich ein möglicher Blick in die Zukunft des Brettspiels an: Als chronologischer Endpunkt der Ausstellung wird der Fokus auf digitale Varianten beliebter Brettspiele gelegt.

Zum Abschluss der Ausstellung konnte der österreichische Illustrator Klemens Franz gewonnen werden, der einen Einblick in die Entstehung des Spiels „Agricola“ gibt, welches hier in Altenburg produziert wird.

Geöffnet bis zum 6. März

Geöffnet ist die Ausstellung vom 28. November 2021 bis 6. März 2022: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr. Öffnungszeiten zwischen Weihnachten und Neujahr: 24. Dezember geschlossen, 25. Dezember 13 bis 17 Uhr, 26. Dezember 10 bis 17 Uhr, 27. Dezember geschlossen, 28. bis 30. Dezember 10 bis 17 Uhr, 31. Dezember 10 bis 15 Uhr, 1. Januar geschlossen; Ab dem 2. Januar gelten folgende Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags von 9.30 bis 17 Uhr.

Der Eintritt kostet acht Euro, ermäßigt sechs Euro. Es gelten die entsprechenden Verordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie.

Von LVZ