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Altenburg Wer schlecht läuft, darf weiter gehen
Region Altenburg Wer schlecht läuft, darf weiter gehen
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11:35 25.07.2019
Der Fahrstuhl am Bahnhof Altenburg wurde jetzt dauerhaft stillgelegt.
Der Fahrstuhl am Bahnhof Altenburg wurde jetzt dauerhaft stillgelegt. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Sie seien eh total sauer, meint der Fuchs, dem die süßen Trauben zu hoch hängen. Und irgendwie erinnert der Plan der Stadt Altenburg, den Fahrstuhl zur Fußgängerbrücke am Bahnhof abzubauen, daran. Denn wer diesen häufiger nutzen will, dem ist aufgefallen, dass er oft kaputt ist. Ist er dann repariert, dauert es nur Tage, bis das Gerät wieder Zielscheibe dummer Zerstörungswut wurde und erneut defekt ist.

OVZ-Autor Jörg Reuter. Quelle: Mario Jahn

Doch nun – weil diesem ärgerlichen und im Endeffekt auch teuren Problem des Rowdytums am Fahrstuhl kaum oder nicht Herr zu werden ist – diesen als Konsequenz daraus abzuschaffen, auf so eine Idee können nur weltfremde Verwaltungsangestellte kommen. Denn offensichtlich ist den Verantwortlichen komplett egal, wen sie damit treffen.

Zynisch könnten man ja meinen, den Rowdys wird der Spaß genommen. Aber die werden sicher schnell etwas neues finden, an dem sie sich auslassen können. Derweil müssen jedoch alle, die schlecht zu Fuß sind wie die Oma mit dem Rollator oder der Kranke im Rollstuhl, genau wie die Mutter mit dem Kinderwagen beträchtliche Umwege in Kauf nehmen bis zur nächsten Möglichkeit, die Bahnschienen zu queren.

Wenn es nicht so traurig und skandalös wäre, wäre es fast schon zum Lachen. Die, die schlecht laufen können, müssen nun richtig weit gehen, weil es die Behörden von der Stadt bis zur Polizei nicht schaffen, ein paar Idioten davon abzuhalten, den Fahrstuhl ständig kaputt zu machen.

altenburg.redaktion@lvz.de

Von Jörg Reuter