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Altenburg Windischleubaer Oldtimer-Freunde trotzen dem Regenwetter
Region Altenburg Windischleubaer Oldtimer-Freunde trotzen dem Regenwetter
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08:07 13.05.2019
Zum Oldtimer-Treffen in Windischleuba kamen bei Regenwetter nur wenige Interessierte. Quelle: Mario Jahn
Windischleuba

Dauerregen verhinderte am Sonnabend in Windischleuba einen Ansturm von Oldtimer-Freunden. Derlei Kraftfahrzeugbesitzer sind sonst bei derlei Veranstaltungen vor den Toren des Schlosses über einen Standplatz hoch erfreut. Trotzdem kamen einige Fans zum Treffen mit 4. MAW-Schau.

Fahrrad mit Hilfsmotor als Blickfang

Klaus Dobmeier präsentierte auf seinem Pkw-Anhänger ein Fahrrad mit einem 49-Kubikzentimeter-Hilfsmotor. Der Leipziger erläuterte einer Gästetraube die Beschaffenheit seines Motor-Zweirades, das 1957 im Magdeburger VEB Messgeräte- und Armaturenwerk (MAW) produziert wurde: „Der Flitzer hier, den ich von meinem Vater erbte, hat 1,5 PS und schafft bis zu 35 km/h.“ Wilfried Runger aus Schmölln staunte und meinte mit Blick auf den Hersteller „MAW“ lachend: „Nun weiß ich auch, warum dieses Motorfahrrad im Volksmund `Maff` oder auch Hühnerschreck oder gar Eierwärmer heißt.“

Die Veranstalter um Matthias Hillmar und Ingo Unger vom Oldtimerclub Windischleuba führten die Besucher gern auch in eins ihrer Clubgebäude in Nähe der großen Präsentationswiese. Dort konnten bis zu 50 historische Krafträder betrachtet werden, die den einzelnen Clubmitgliedern gehören. „Die Harley-Davidson vom Baujahr 1940, die ich vor 20 Jahren erwarb, fuhr vorher ein russischer Kampfpilot“, informierte Vereinsmitglied Joachim Opitz über Daten dier 750-ccm-Maschine.

Motorrad mit Boxermotor und mehr

Opitz machte zudem Gäste auch auf seine weiteren Oldie-Krafträder neugierig. Unter anderen auf eine MZ BK 350, die 1957 im VEB Motorradwerk Zschopau gebaut wurde. „Das BK steht für Boxermotor mit Kardanantriebswelle“, so der Oldiebastler Opitz mit Blick auf diese 350-ccm-Maschine mit 17 PS, deren Vorgänger erstmals auf der Leipziger Frühjahrsmesse 1951 als DKW-Zweizylinder-Motorrad präsentiert wurde.

Bei den Treffen ist stets der Windischleubaer Bürgermeister Gerd Reinboth (CDU) vor Ort. Das Gemeindeoberhaupt fährt selbst ein 1953 in der DDR gebautes Fahrrad „Möve“ mit einem MAW-Hilfsmotor. „Unsere Windischleubaer Oldtimer-Freunde gestalten stets die Treffen sehr vielseitig“, schätzte Heinz Pötzsch vom Oldtimerclub Pegau ein. Er fuhr gemeinsam mit seinem Clubkameraden Hans-Joachim Hodny mit einem 30 Jahre alten Youngtimer vom japanischen Hersteller Daihatsu ins Altenburger Land.

Ingenieur: Viele Fahrzeuge gut in Schuss

Die Altenburger Oldie-Motorradfahrer Jens Busies und Andreas Dietrich brillierten indes jeweils mit einem ES 250/1-Seitenwagengespann vom Baujahr 1967 und mit einer 150er ES, Baujahr 1965. Beide Motorräder sind Produkte des ehemaligen MZ-Werkes. Silko Köttig, Inhaber des Kulturbauernhofes in Garbus, düste in einem echt oldiemäßigen Ledermotorradanzug und mit Lederhelm auf seinem MAW-Fahrrad mit Hilfsmotor ins Treffgelände und genoss nach flotter Reise erstmal eine Bratwurst.

Neugierig machte wiederum auch der Altenburger Stefan Enzmann, der einen um die sechs Meter langen Cadillac vom Baujahr 1976 mit 8200 ccm Hubraum und 200 PS präsentierte. „Erstaunlich ist, dass alle hier vorgeführten Oldtimer in einem guten technischen Zustand sind“, resümierte Diplomingenieur René Kraus vom Kfz-Prüfzentrum Altenburg.

Von Wolfgang Riedel

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