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Altenburg Wintersdorfer sauer: Noch mehr Windkraft in Nordregion?
Region Altenburg Wintersdorfer sauer: Noch mehr Windkraft in Nordregion?
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05:18 21.07.2018
Sollen in der Nordregion neue Windkraftanlagen entstehen? Ein BVVG-Angebot lässt in Wintersdorf die Gemüter hochkochen. (Symbolbild) Quelle: dpa
Wintersdorf

Thomas Reimann ist die Wut selbst über den Telefonhörer deutlich anzumerken. „Das ist eine bodenlose Frechheit“, findet der Wintersdorfer Ortsteilbürgermeister (UWG) deutliche Worte.

Option auf sechs Seiten

Der Grund für die Empörung des Gemeindeoberhaupts liegt in einem Schriftstück der Bundesverwertungs und -verwaltungs GmbH (BVVG). In dem Schreiben, das der OVZ vorliegt, wird auf sechs Seiten ein Angebot über ein Areal schräg gegenüber des Waldschlösschens eröffnet – ausgeschrieben als „mögliche Flächen für Windenergie in Lucka, Forst“.

Angeboten wird den Interessenten der Abschluss eines „Options- und Gestattungsvertrags für die Errichtung und den Betrieb von Windenergieanlagen“. Die Option selbst ist dabei auf 36 Monate befristet und kann um ein Jahr verlängert werden, sofern bis dahin gestellte Genehmigungsanträge noch nicht beschieden oder der Zuschlag durch die Bundesnetzagentur im Rahmen einer Ausschreibung im Zuge des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) noch nicht erteilt wurde.

Hohe Kosten, hohes Risiko

Das Angebot der rund 94 Hektar großen Fläche möchte sich die BVVG dabei entsprechend entlohnen lassen. Pro Jahr, heißt es in der Ausschreibung, werde ein Optionsentgelt in Höhe von 66 350 Euro fällig – und zwar unabhängig davon, ob die Option auch tatsächlich wahrgenommen werde oder nicht und auch dann, wenn Bau und Errichtung von Windkraftanlagen auf den Flächen letztlich nicht möglich oder zulässig sein sollten.

Werden Anlagen errichtet kommt ein jährlicher Mindestentschädigungsbetrag von 5,85 Cent je Kilowattstunde hinzu. Dieser wird bei Ziehen der Option auch dann fällig, „wenn das genehmigte Vorhaben hinter den Planungen (mit jeglichen Parametern) zurückbleiben sollte“. Zudem habe der Käufer auch noch etwaige zusätzlich anfallende Entschädigungen an die derzeitigen Pächter der Flächen zu zahlen.

„Hier müssen Köpfe rollen“

Fraglich ist hingegen, ob das angebotene Areal indes überhaupt jemals für die Windkrafterzeugung genutzt werden kann. Denn, das betont Reimann im Gespräch, seines Wissens nach sei das Gebiet nicht als Vorrangfläche für Windkraft im Regionalplan verankert. Offenbar biete die BVVG die Fläche vorbei an allen Gremien an. Man müsse sich fragen, ob der Geschäftsleiter der BVVG angesichts dessen noch tragbar sei, heißt es dazu aus Wintersdorf. „Hier müssen Köpfe rollen“, findet Thomas Reimann deutliche Worte.

Melzer soll Stellung nehmen

Dass sich die BVVG ihrer Sache selbst nicht ganz sicher ist, zeigt sich schon in der im Angebot hinterlegten Objektbeschreibung. „Die Flächen sind nach unseren Recherchen „Weißflächen“, aber noch nicht im Vorranggebiet“, heißt es dort. Inwieweit das Areal von künftigen Planungen betroffen sei, könne noch nicht gesagt werden. Zudem sei das Gebiet bis Ende September 2023 noch landwirtschaftlich verpachtet.

Die Wintersdorfer jedenfalls wollen den Fall nun auf die nächsthöhere Ebene ziehen: Man wolle Landrat Uwe Melzer (CDU) dazu auffordern, umgehend Stellung zum Sachverhalt zu beziehen. Die BVVG war am Freitag für eine Stellungnahme nicht mehr zu erreichen.

Von Bastian Fischer

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