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Altenburg „Wir müssen das Spiel dorthin tragen, wo es Interesse gibt“
Region Altenburg „Wir müssen das Spiel dorthin tragen, wo es Interesse gibt“
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15:04 22.12.2018
Hans-Jürgen Homilius ist der neue Präsident des Deutschen Skatvernbandes. Quelle: Mario Jahn
Bonn

Mit klarer Mehrheit ist Hans-Jürgen Homilius kürzlich auf dem Skatkongress in Bonn zum neuen Präsidenten des Deutschen Skatverbandes (DSkV) gewählt worden. Er löst damit Peter Tripmaker ab, der nach zwölf Jahren an der Spitze des rund 19 000 Mitglieder zählende Verbandes aus Gesundheitsgründen nicht mehr antrat. Der 70-jährige Homilius stammt aus dem sächsischen Zwönitz und spielt seit seinem 14. Lebensjahr aktiv Skat. Im Präsidium des DSkV sitzt Homilius seit 2004. Die OVZ sprach mit ihm über seine Funktion und über Reserven, die es unter anderem noch in Altenburg gibt.

Sie haben im Deutschen Skatverband Geschichte geschrieben. Immerhin sind Sie der erste Präsident, der aus dem Osten kommt.

Ich bin schon viele Jahre im Präsidium und das war sicher mit der Grund, dass man mir auch in dieser Funktion eine solide Arbeit zutraut. Hauptaufgabe in den kommenden vier Jahren wird es sein, die jüngere Generation an die Leitungsaufgaben heranzuführen, sie dafür fit zu machen. Meine Amtszeit sehe ich deshalb auf diese vier Jahre begrenzt.

Wo sehen Sie die weiteren Schwerpunkte Ihrer Arbeit und haben Sie dabei die neuen Länder besonders im Auge?

Von großer Bedeutung für unseren Verband wird sein, den permanenten Schwund an Mitgliedern zu bremsen und idealerweise umzukehren. Dafür muss man den Rahmen schaffen, der den DSkV als Partner für Skatspieler weiterhin attraktiv erscheinen lässt. Und es gilt, die berühmten weißen Flecken auf der Landkarte zu verkleinern. Flecken, in denen es keinen organisierten Skatclub gibt. Das ist vor allem im Osten ein Problem, speziell in Mecklenburg-Vorpommern sowie in Brandenburg. Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen stehen da zwar besser da, aber auch dort gibt es weiße Flecken.

Gemeinhin gilt das klassische Skatspiel als ein wenig arriviert. Wie wollen Sie mehr junge Menschen für dieses Spiel begeistern?

Als Verband muss man für die Interessenslagen aller Altersschichten da sein. Und dies umfasst auf der einen Seite die Älteren, die ihrem Hobby Skat sogar im Urlaub frönen wollen, weshalb wir als Verband mit diversen Reiseanbietern kooperieren, die richtige Skatreisen anbieten. Aber natürlich haben wir auch die jungen Leute und deren Interessen genau im Blick. Heutzutage agieren die ja vornehmlich mit Medien wie dem Internet, weshalb Onlineskat auch bei uns im Kommen ist. Zudem haben wir auf dem Kongress erst einen Beschluss gefasst, der es ermöglicht, dass nicht organisierte Skater bei uns eintreten können, weshalb wir extra einen offenen Verband gegründet haben, der es ermöglichen soll, ohne weitere Verpflichtungen bei uns und in unseren Vereinen hineinzuschnuppern. Vielleicht gelingt es auf diesem Weg, dass mancher Geschmack an einer aktiven Mitarbeit finden.

In Altenburg stand die Wiege des Skat und haben Verband sowie das Skatgericht ihren Sitz. Aber in der Stadt selber ist vom beliebtesten Kartenspiel aller Deutschen kaum etwas zu merken. Wie wollen Sie das ändern und was muss passieren, dass Altenburg wieder ein Mekka des Spiels wird?

Derzeit sind wir ganz stark dabei, uns in die geplante Spielewelt der Stadt inhaltlich einzubringen. Es ist unser festes Ziel, dass jeder aktive Skatspieler in seinem Leben mindestens einmal hier in Altenburg war und am besten mit seiner Familie unter anderem diese Spielewelt erlebt hat. Dass dies nur ein Mosaiksteinchen ist, wissen wir auch. Doch dies rückt Altenburg als Heimat des Skats wieder mehr in den Fokus. Weiterhin könnten in Zusammenarbeit mit der künftigen Spielewelt richtige Skatcamps organisiert und angeboten werden. Auch unser Benefizskatturnier jedes Jahr gehört zu solchen dauerhaften Einrichtungen in Altenburg. Der Vereinsskat wird in Altenburg sehr differenziert wahrgenommen. Da gibt es auf der einen Seite solche Vereine wie „18 und weg“, die sehr aktiv auch nach außen hin sind. Und dann gibt es eben solche, in denen die Mitglieder zumeist älteren Semesters sind, die in Ruhe ihre Runde spielen wollen, aber damit lieber eher unter sich bleiben. Beides muss man unter einen Hut bringen.

Vor der Wende war Altenburg Skathochburg mit großen und stark frequentierten Turnieren. Welche Fehler wurden diesbezüglich in der Vergangenheit gemacht, dass dies nicht mehr so ist?

Solche großen Skatturniere, wie sie vor der Wende unter anderem in Altenburg oder in Chemnitz mit bis zu mehr als 10 000 Spielern in mehreren Spiellokalen gleichzeitig stattfanden, wären heute nicht mehr möglich. Einerseits, weil es die Spiellokale nicht mehr gibt. Und dann fanden solche Großturniere einmal jährlich statt, wohin die Skatspieler persönlich per Postkarte eingeladen wurden. Heute gibt es eine Vielzahl von Wettbewerben und Turnieren. Auch die Preise waren damals verlockender. In Chemnitz war der erste Preis beispielsweise ein Pkw Trabant. Wenn es den hiesigen Skatern auch mit unserer Hilfe gelingt, ein großes Turnier mit 300 bis 500 Startern auszulegen, dann wäre das schon ein Erfolg. Uns schwebt konkret die Einführung von einem oder mehreren Volksskatturnieren in Altenburg vor, an denen jeder teilnehmen kann, unabhängig von einer Mitgliedschaft im DSkV oder nicht. Vielleicht gelingt es uns auch so, neue Mitglieder zu gewinnen.

Welche Rolle spielen dabei die hiesigen Skatspieler?

Eine große. Sie brauchen wir, um solche Pläne vor Ort umzusetzen. Da gibt es schon etliche sehr engagierte Leute, aber eben zu wenige. Dort liegen noch Reserven.

Und die Politik?

Es geht nur, wenn alle mit an einem Strang ziehen. Also auch die Politik mit Oberbürgermeister und Landrat an der Spitze, den Tourismusexperten, um entsprechend attraktive Pakete zu schnüren. Und natürlich unsere Sponsoren.

Wie oft werden Sie hier präsent sein?

Zweimal im Monat, oftmals aber sicher häufiger. Unter anderem, weil hier unterschiedliche Aufgaben anstehen, obwohl unser Team vor Ort extrem selbstständig und gut arbeitet.

Eine letzte Frage sei zum Antritt noch gestattet: Was wäre Ihr Wunschtraum für das Skatspiel und Altenburg als historische Skatheimat?

Dass auch aus den Altenburger Vereinen noch mehr Impulse für eine Gewinnung junger Skater kommen, als bislang. Aber das Problem besteht flächendeckend in Deutschland. Oftmals sind die Vereine zu inaktiv. Skat muss auch dorthin getragen werden, wo es Interessen geben könnte. Beispielsweise an Schulen und in Sportvereine. Hilfestellungen und Unterstützung dafür geben wir als Verband sehr gerne.

Von Jörg Wolf

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