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Altenburg Wolf, Scholz, Golder: Wähler strafen prominente Politiker im Altenburger Land ab
Region Altenburg Wolf, Scholz, Golder: Wähler strafen prominente Politiker im Altenburger Land ab
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20:18 28.05.2019
Die Kommunalwahlen im Altenburger Land haben das Gesicht des Kreistags und des Altenburger Stadtrats deutlich verändert. Namhafte Politiker sind nun nicht mehr dabei. Quelle: Jens Rosenkranz
Altenburg

Der Wähler hat entschieden – und damit kommunal nicht nur CDU, SPD und Linken Stimmenverluste zugefügt. Wegen der Einbußen verlieren nun auch namhafte Politiker ihre Mandate für die zwei wichtigsten Kommunalparlamente im Kreis. Allen voran Altenburgs Ex-Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD), der es nicht in den Kreistag schaffte. Seine Stimmen sanken im Vergleich zu 2014 von 3038 auf 827, weil vor allem der Amtsbonus wegfiel.

SPD verliert komplette erste Reihe, CDU zwei Ex-Bürgermeisterinnen

Nicht gereicht hat es auch für den Thüringer Finanzstaatssekretär Hartmut Schubert (SPD), der aber erneut in den Gößnitzer Stadtrat gewählt wurde. Damit fehlt die komplette erste SPD-Reihe im aktuellen Kreistag. Denn Ex-Fraktionschef Dirk Schwerd war nicht wieder angetreten und sein Nachfolger Volker Schemmel wurde ebenso wenig wiedergewählt wie der Gößnitzer Bürgermeister Wolfgang Scholz (parteilos), der auf der SPD-Liste stand.

Aus den Reihen der CDU erwischte es die ehemalige Meuselwitzer Bürgermeisterin Barbara Golder, womit der Kreistag nun bald einen Nachfolger für die ehrenamtliche Vize-Landrätin suchen muss. Auch Schmöllns Ex-Bürgermeisterin Kathrin Lorenz verliert ihr Mandat. Von hinteren Plätzen der CDU-Liste in den Kreistag geschafft haben es hingegen die Altenburger Tanzlehrerin Henriette Schaller und Luckas Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn.

Ex-Landrätin in Kreistag und Stadtrat, AfD-Mann überflügelt Landrat

Prominentester Verlierer bei den Linken ist der Göpfersdorfer Bürgermeister Klaus Peter Börngen, der auf Listenplatz vier kandidierte. Wieder im Kreistag vertreten ist dafür Ex-Landrätin Michaele Sojka (Linke), die übrigens auch den Sprung in den Altenburger Stadtrat schaffte – trotz Listenplatz neun.

Bei den Regionalen erwischte es Antje Ulich und Wolfgang Schleicher. Dafür sitzt nun Altkirchens Ortsbürgermeister Andy Franke (parteilos) erstmals im Kreistag, der zur Stadtratswahl in Schmölln mit den meisten Einzelstimmen (1423) für eine faustdicke Überraschung sorgte.

Das beste Ergebnis im Kreistag überhaupt erzielte Uwe Rückert (AfD) mit 10 726 Stimmen. Damit verwies der Neuling sogar Landrat Uwe Melzer (CDU) auf Platz zwei, der auf 9597 Stimmen kam. Auch Platz drei ging mit 4697 Stimmen von Thomas Rudy an die AfD.

Linke künftig ohne Vize-Fraktionschef, CDU büßt Stadtratschef ein

Im Altenburger Stadtrat schüttelte es die Fraktion der Linken am stärksten durch, die mit Harald Stegmann den prominentesten Verlust verzeichnete. Denn mit dem seit 1990 im Stadtrat vertretenen kommunalpolitischen Urgestein geht zugleich der Fraktionsvize und der Chef des Wirtschafts- und Finanzausschusses. Daneben verfehlten auch die stellvertretende Stadtratschefin Barbara Plötner und das langjährige Linken-Fraktionsmitglied Mandy Eißing, die es aber in den Kreistag schaffte, den Wiedereinzug.

Trotz Gewinnen büßt die CDU-Fraktion mit dem Stadtratsvorsitzenden Alexander Büring einen bekannten Namen ein. Bemerkenswert ist hier zudem, dass das Gastronomen-Trio Kay Melwitz, Achim Dathe und Steffen Witor trotz hinterer Listenplätze den Sprung in die Fraktion schaffte. Melwitz holte für die CDU mit 527 Stimmen sogar das viertbeste Ergebnis. Und: Dathe rückt trotz Listenplatz 44 in den Kreistag nach und das für Melzer, der sein Mandat nur annehmen dürfte, träte er als Landrat zurück.

Pro-Altenburg-Chef ist beliebtester Stadtrat

Apropos Rücktritt: Mit diesem könnte sich André Neumann (CDU) dank rekordverdächtiger 4684 Stimmen den Titel des beliebtesten Stadtrats sichern. Da er aber OB bleibt, wird diese Ehre Pro-Altenburg-Chef Peter Müller zuteil, der 3370 Stimmen zog. Für Neumann rückt Christian Götze (215 Stimmen) nach .

Knapp an einer Kuriosität schrammte Jörg Wenzel vorbei. Der Listenletzte der SPD holte mit 722 Stimmen fast genauso viele wie Spitzenkandidat Nikolaus Dorsch. Nur 15 Kreuze trennten beide. Mit Torsten Rist und Wolfgang Preuß verliert die SPD-Fraktion zudem zwei bekannte Gesichter, wobei die Enttäuschung bei Rist umso größer war, weil ihm nur 21 Stimmen für den Wiedereinzug fehlten.

Der neue Kreistag Altenburger Land

CDU

Uwe Melzer, Frank Tanzmann, Christopher Köhler, Christoph Zippel, André Neumann, Jürgen Ronneburger, Christian Gumprecht, Marcel Greunke, Gerd Reinboth, Thomas Nündel, Henriette Schaller, Kathrin Backmann-Eichhorn, Henrik Pradel.

AfD

Uwe Rückert, Thomas Rudy, Bernd Oehler, Ronny Weber, Thomas Senftleben, Thomas Hoffmann, Carsten Leibnitz, Thomas Kresse, Tommy Beer, Silke Haustein.

Linke

Ralf Plötner, Eileen Nebel, Mandy Eißing, Michaele Sojka, Frank Tempel,Klaus Hübschmann, Ute Lukasch.

SPD

Katharina Schenk, Frank Rosenfeld, Alexander Paulicks, Sven Schrade, Hendrik Läbe, Carsten Helbig, Steffen Stange.

Die Regionalen

Klaus-Peter Liefländer, Steffen Kühn, Christine Helbig, Andy Franke, Tina Rolle.

Grüne

Doreen Rath, Ingo Prehl,

FDP

Rolf Hermann, Hans-Jürgen Heitsch.

Der neue Stadtrat Altenburg

CDU

André Neumann, Christoph Zippel, Sandra Kretschmann, Sven Simon-Wittig, Marion Noori, Frank Tanzmann, Ursula Zippel, Andrea Rücker, Steffen Witor, Kay Melwitz, Achhim Dathe.

Pro Altenburg

Peter Müller, Romy Strobel, Tom Hornig, Stefan Nowak, Steffen Sell, Björn Petersen, Tosso Scholz, Jan-Peter Berger, René Hurraß.

Die Linke

Kati Klaubert, Jörg Jablonowski, Andreas Huhn, Birgit Klaubert, Michaele Sojka.

Stadtforum Altenburg

Johannes Schaefer Jutta Penndorf, Marko Heinke, Oliver Brehmer, Peter Bergmann.

SPD

Nikolaus Dorsch, Thomas Jäschke, Sibylle Börngen, Jörg Wenzel.

Grüne

Claudia Große

FDP

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