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Altenburg Zahlreichen Grundschulen im Altenburger Land fehlen Klassenleiter
Region Altenburg Zahlreichen Grundschulen im Altenburger Land fehlen Klassenleiter
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11:02 08.09.2019
Volle Klasse, Lehrer an der Tafel: So wie auf dieser Aufnahme vom vergangenen Dezember geht es derzeit in der Grundschule Windischleuba nicht immer zu. Quelle: Mario Jahn
Windischleuba

Gut drei Wochen ist das aktuelle Schuljahr inzwischen jung, im gesamten Landkreis stellen sich zahlreiche Abc-Schützen mit Feuereifer der Herausforderung Schulalltag, lernen die Schüler an den Regelschulen und Gymnasien fürs spätere Leben. Dass dabei so manche Herausforderung auf die Kinder und Jugendlichen wartet, ist selbstverständlich. Am drängendsten Problem können sie jedoch nichts ändern – und das macht insbesondere den Jüngsten derzeit gehörig zu schaffen: Allerorten herrscht teils gravierender Lehrermangel, vor allem an den Grundschulen im Kreis fehlen zudem Klassenleiter (OVZ berichtete).

An geregelten Alltag ist nicht zu denken

„Unsere Kinder hatten in den ersten zwei Jahren eine feste Lehrerin, die aber nun mit 63 in Rente gegangen ist. Eigentlich dachten wir, dass bei einem Jahr Vorlauf ein Ersatz gefunden werden kann, aber es kam anders“, schildert etwa Anja Linke, Elternsprecherin der Klasse 3a an der Grundschule Windischleuba. Die Folge: Regelmäßiger Unterricht für die Drittklässler ist derzeit eher die Ausnahme als die Regel.

Ein Umstand, der etwa in der Gemeinde in der Pleißenaue teils gravierende Auswirkungen hat. „In der ersten Schulwoche haben die Kinder lediglich Aufgabenblätter bekommen, alle Viertelstunde hat einmal jemand nach dem rechten gesehen“, beschreibt Linke die Situation. Inzwischen habe die Direktorin Andrea Naumann die Klassenleitung übernommen, aber auch das sei natürlich keine optimale Lösung. „Es gibt auch jetzt immer wieder Tage, an denen Frau Naumann nicht komplett anwesend sein kann. Dann werden die Kinder etwa von der Hortnerin betreut, die aber natürlich keinen vollwertigen Unterricht geben kann.“ An einen geregelten Schulalltag ist so nicht zu denken, mitunter werde mit einem Tag Vorlauf der angedachte Stoff für den kommenden Morgen bekannt gegeben.

Andere Aufgaben bleiben liegen

Eine Situation, mit der auch Schulleiterin Naumann nicht glücklich ist, auch wenn für sie natürlich die Kinder an erster Stelle stehen. „Allerdings bleiben so selbstverständlich andere Aufgaben erst einmal liegen. Man muss eben Prioritäten setzen“, erklärt sie. Dienstliche Telefonate müssen verschoben werden, Hospitationen bei Kollegen, Eltern- und Klassengespräche oder das Schreiben von Zeugnissen werden nur noch dann eingeschoben, wenn es eben passt. Mit derlei Problemen, betont Andrea Naumann ausdrücklich, sei man in Windischleuba bei Weitem nicht alleine. „Ich weiß von zahlreichen Kollegen im Kreis, denen es ähnlich geht, ganz unabhängig von der Schulform.“

Ersatz ist vorhanden – Entscheidung lässt auf sich warten

Zumindest ein zarter Hoffnungsschimmer, kann Elternsprecherin Linke berichten, zeichne sich für Windischleuba derzeit ab. „Es gibt eine Lehrerin, die sich auf die freie Stelle beworben hat und die hochmotiviert ist, hier anzufangen.“ Zwar würde die Pädagogin nach jetzigem Stand weniger verdienen als ihre Kollegen vor Ort, sie sei jedoch bereit, im ersten Jahr eine niedrigere Gehaltsstufe in Kauf zu nehmen. Das Problem: Die Entscheidung über die Anstellung und eine etwaige Gehaltsanpassung werde seit Wochen immer weiter in der Hierarchie nach oben verschoben. „Das Schulamt hat sie ans Kultusministerium weitergereicht, inzwischen soll sich das Finanzministerium damit befassen – aber es tut sich einfach nichts. Es kann doch nicht sein, dass die Einstellung einer erfahrenen, willigen Kraft am Geld scheitert“, klagt Linke.

Eltern wollen Protest notfalls forcieren

Sollte sich die Lösung tatsächlich zerschlagen, sieht Schulleiterin Naumann mittelfristig weitere Probleme. „Die Gefahr besteht, dass die Überlastung dann auf allen Seiten zu groß wird, vieles nur noch zwischen Tür und Angel geregelt werden kann. Dabei brauchen die Kinder einfach einen Ansprechpartner.“ Für den Fall der Fälle erwägen auch die Eltern, ihrem Protest stärker Gewicht zu verleihen. Konkretes möchte Anja Linke noch nicht sagen, stellt aber klare Forderungen. „Es muss jetzt eine Entscheidung her.“

Von Bastian Fischer

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