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Altenburg Zaun-Zoff in Altenburg: Edeka, Stadt und Poliklinik-Eigentümer einigen sich
Region Altenburg Zaun-Zoff in Altenburg: Edeka, Stadt und Poliklinik-Eigentümer einigen sich
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18:43 14.12.2017
Bald Geschichte: Der Bauzaun zwischen Edeka und Poliklinik im Bereich der Külz- und Bach-Straße in Altenburg verschwindet am 15. Januar.
Bald Geschichte: Der Bauzaun zwischen Edeka und Poliklinik im Bereich der Külz- und Bach-Straße in Altenburg verschwindet am 15. Januar. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Der Streit um Falschparker auf dem Edeka-Parkplatz an der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße in Altenburg ist beigelegt. Das verkündeten am Donnerstag Edeka-Marktleiter Jörg Soba, Poliklinik-Miteigentümer Jens Daniel und Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) vor der Presse. Demnach lässt Soba den auf dem Höhepunkt des Zoffs Mitte November zwischen dem Supermarkt-Parkplatz und dem Ärztehaus errichteten Bauzaun am 15. Januar entfernen. Zeitgleich entsteht ein weiterer Parkplatz auf einer Brache zwischen Poliklinik und Pauritzer Platz.

„Das bringt etwa 25 zusätzliche Parkplätze mit sehr kurzem, ebenerdigem Weg von 20 bis 50 Metern zur Klinik“, erklärte Soba. „Wir haben die Hoffnung, dass die Patienten dies nutzen und den Edeka-Parkplatz nicht mehr ganz so stark in Beschlag nehmen.“ Zu Spitzenzeiten war nach Beobachtungen des Marktleiters etwa die Hälfte der insgesamt 78 Supermarkt-Parkplätze von Fremdparkern, die eigentlich zur Poliklinik gehörten, belegt. Laut Ärztehaus-Miteigentümer Jens Daniel sind diese zum Teil so dreist vorgegangen, dass sie sich ins Auto gesetzt und Zeitung gelesen haben.

Allerdings wissen beide auch, dass dies zumindest auf Dauer nicht reichen wird. „Wir haben in den nächsten Jahren Bedarf an 50 zusätzlichen Parkplätzen“, sagte Soba. Schließlich verzeichne das von ihm geführte Unternehmen mit seinen derzeit 54 Mitarbeitern „Umsatzplus in Größenordnungen“ und wolle langfristig weiter Kunden binden. „Daher müssen wir das Parkplatz-Problem anfassen.“

Dem stimmte Daniel voll und ganz zu. „Wir können den Patienten nicht vorschreiben, wo sie parken“, ergänzte er. „Aber wir überdenken unseren Vorplatz und bitten unsere 160 Mitarbeiter, woanders zu parken.“ Zudem finanziere man alternative Lösungen. Schließlich verzeichne man in Spitzenzeiten bis zu 1200 Besucher pro Tag. Darüber hinaus wird es ab 2018 auch in der Bach-Straße und ringsherum Veränderungen geben. „Es wird sowohl im Umfeld etwas passieren, aber auch zwischen uns“, so der Geschäftsmann. „Die 25 Parkplätze sind ein erster Schritt, von dem wir hoffentlich beide profitieren. Der OB hat uns wieder zusammengebracht.“

Wolf wiederum sprach angesichts dieser Entwicklungen von einem kleinen Durchbruch, der in einem gemeinsamen Gespräch am Mittwoch zustande gekommen sei. „Jeder ist bereit, etwas zu tun“, erklärte das Stadtoberhaupt. „Denn Zäune und Mauern verbinden nicht.“ Demnach habe die Stadt kurzfristig auf ihrem nahen Parkplatz Auf den Röhren die Zahl der Stellplätze durch Ummarkierungen von ehemals 47 auf nun 52 erhöht. Allerdings schaffe das angesichts von 41 Dauerparkern dort nur bedingt zusätzliche Kapazitäten. „Deswegen wollen wir, dass der Kunde so nah wie möglich an die Poliklinik und an Edeka herankommt“, so Wolf weiter. „Die Beschäftigten bekommen Plätze etwas weiter weg.“

Demnach will die Stadt die Bach-Straße so umgestalten, dass gegenüber dem Ärztehaus geparkt werden kann. „Das passiert aber erst, wenn die neuen Abwasserleitungen liegen“, erklärte der OB. Die Arbeiten dafür finden ab Mitte 2018 statt, wenn die Käthe-Kollwitz-Straße wieder frei ist. „Vorher bekommt der Waba keine Genehmigung, weil wir sonst eine Verkehrssituation schaffen, die nicht mehr beherrschbar ist.“

Darüber hinaus spricht Wolf gerade mit der Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa) und der Städtischen Wohnungsgesellschaft. Während Letzterer die Fläche neben dem kommunalen Parkplatz Auf den Röhren gehört, betreibt die Ewa die kommunalen Parkplätze und -häuser. Ziel: auch aus dieser Brache einen Parkplatz für weitere circa 40 Autos schaffen. „Wir denken, dass wir hier relativ schnell helfen können und noch im Frühjahr Parkplätze schaffen“, sagte Wolf. Allerdings müsse er dies erst im Stadtrat besprechen, denn der müsse zustimmen, wenn die Ewa die Flächen etwa durch eine Eigenkapitalerhöhung übernehme.

Doch damit nicht genug. Bei den Überlegungen ist auch der ehemalige Reifenhandel im Hinterhof des früheren Modelleisenbahngeschäfts an der Gabelentzstraße Thema. Sofern es gelingt, die Grundstücke zu kaufen, könnten dort entweder die Stadt oder Jens Daniel ein Parkhaus bauen. Aber das ist noch ziemlich ferne Zukunftsmusik.

Von Thomas Haegeler