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Altenburg Zu große Klassen: Druck auf Schulverbund im Südraum nimmt zu
Region Altenburg Zu große Klassen: Druck auf Schulverbund im Südraum nimmt zu
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19:55 10.09.2019
Eltern, Gemeinderäte und Schüler wehren sich gegen die Schließung der Grundschule Ponitz. Doch die Bedingungen für deren Erhalt sind bislang nicht erfüllt. Quelle: Jens Rosenkranz
Schmölln/Ponitz

Die Probleme wegen fehlender Lehrer halten an. Nun beschweren sich Eltern der Grundschule Schmölln, weil Lehrer von dort nach Ponitz abgeordnet worden sein sollen. Ihr Ärger darüber wurde zur Stadtratssitzung in der vergangenen Woche bekannt. Es könne nicht sein, dass die zu kleine Grundschule Ponitz mit allen Mitteln erhalten werde, dies aber zu Lasten von Schmölln gehe, hieß es. So mussten wegen der Abordnung Klassen zusammengelegt werden und seien nun viel zu groß, kritisierten die Eltern. Außerdem gebe es noch immer keinen Stundenplan. Der Zustand könnte sich verschärfen, weil eine Kollegin im kommenden Frühjahr in Rente gehe. Hinzu kommt, dass die Direktorin der Grundschule Schmölln gleichzeitig auch die Grundschule Ponitz und das Förderzentrum des Sprottestadt leitet.

Problem Ponitz ist lange bekannt

Das Problem der zu kleinen Grundschule in Ponitz ist seit langem bekannt. So hatte das Schulamt Ostthüringen im Frühjahr 2018 sogar vor,die Grundschule ab August auszulagern und zu schließen, weil wegen fehlender Lehrer der Unterricht angeblich nicht mehr gewährleistet werden könne. Dies war auf massive Kritik von Eltern und Kommunalpolitikern gestoßen.

Ausnahme für ein Jahr

Nach einer Krisensitzung mit Vertretern des Kultusministeriums war beschlossen worden, den Schulbetrieb nicht nach Schmölln und Gößnitz auszulagern, sondern die Grundschule per Ausnahmegenehmigung zu erhalten – aber zunächst nur für ein Jahr und unter zwei Bedingungen: So sollte der Landkreis ein bereits angedachtes Kooperationsmodell im gesamten Südraum bis zur Genehmigungsreife entwickeln, in das neben Ponitz auch die Grundschulen Schmölln, Gößnitz, Altkirchen, Kleinstechau und Thonhauseneinbezogen werden – und zwar sowohl wegen des Lehrermangels als auch wegen geringer Schülerzahlen auf dem Land. Das Kooperationsmodell sollte außerdem in den neuen Schulnetzplan einfließen, den der Kreistag noch vor Beginn des Schuljahres 2019/20 beschließen sollte.

Bedingungen bislang nicht erfüllt

Beide Bedingungen wurden bis heute nicht erfüllt. Weder gibt es ein bestätigtes Kooperationsmodell noch einen beschlossenen Schulnetzplan. Dieser liegt lediglich als Entwurf vor und soll den Informationen von Landrat Uwe Melzer (CDU) zufolge im Februar 2020 beschlossen werden. Das Kooperationsmodell soll in nächster Zeit von den Schulkonferenzen intern diskutiert und zur Kreistagssitzung im Oktober vorgestellt werden. Das kündigte Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade (SPD) an. Ziel sei, diesen Grundschulverbund zu etablieren.

Die Öffentlichkeit weiß im Moment allerdings nicht, wie dieser aussieht. Es ist lediglich von einem integrativen Schulverbund und der Auflösung der Schulbezirke im Südraum die Rede.

Von Jens Rosenkranz

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