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Altenburg Zuckertusch Store empfängt ab Freitag in Lehndorf Kundschaft
Region Altenburg Zuckertusch Store empfängt ab Freitag in Lehndorf Kundschaft
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08:35 14.03.2019
Öffnet am Freitag für ihre Kundschaft die Türen des Zuckertusch Stores: Maria Heret. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Einfach das Sackgassenschild ignorieren, ein paar Meter weiter auf die Brückenbaustelle in Lehndorf zu fahren und ankommen – in der Welt von Maria Heret. Noch lässt sich dank der herunter gelassenen Rollos nur erahnen, was im Inneren des einstigen Antiquitätenladens vor sich geht. Doch der neue Schriftzug stellt Neugierige bereits vor Rätsel: „Zuckertusch Store“. Zucker... was? Eine Frage, deren Beantwortung längst zum Standardrepertoire der fast 28-Jährigen zählt. „Hier“, sagt sie und kramt ein paar Fotos von Anfang 2017 hervor. „So sah mein Nagetusch aus, bevor wir ihn umgebaut und verschönert haben.“

Ohne Zweifel, der Lack war ab beim Retro-Wohnwagenhänger, der 1973 vom Karosseriehersteller Nagetusch in Dresden gebaut wurde. Und doch machte sich Maria Heret mit Mann Alex, einem Ingenieur, und ihrer Familie daran, dieses alte Schätzchen wieder in ein Schmuckstück zu verwandeln. Weil ihre Zuckerwattemaschine, ihre Waffeleisen und Crepes-Platten endlich ein mobiles Zuhause haben sollten, statt an improvisierten Ständen mit köstlichem Duft aber wenig Charme kleine wie große Gäste von Feuerwehrfesten oder Firmenfeiern glücklich zu machen. „Eigentlich war das alles reiner Zufall, dass wir überhaupt losgelegt haben“, merkt Maria an.

Wohnwagen liefert Vorlage für Firmennamen

Selbst inzwischen Mama eines kleinen Theo, störte es sie, dass bei vielen Dorffesten immer an das leibliche Wohl der Großen gedacht wird, aber selten an die Bespaßung der kleinen Gäste. „Dabei braucht es doch gar nicht viel, um Kinder zu begeistern.“ Der erste Einsatz der Zuckerwattemaschine folgte, wurde im Laufe der Zeit durch Kinderanimation erweitert. Ein Puzzleteil fügte sich zum nächsten und mündete in besagtem Nagetusch. Hübsch gestrichen in puderrosa lieferte er die Vorlage zum Firmennamen: „Er strahlt so etwas Süßes aus. Für uns ganz klar ein Zuckertusch!“, erklärt die gelernte Notarfachangestellte lachend.

Seit ihrem ersten Einsatz im eigenen Hänger sind inzwischen anderthalb Jahre vergangen, diverse Hochzeiten mit süßen Caterings und Firmenevents mit selbst kredenzten Leckereien bespielt. Alles schön mobil und unabhängig, gut kompatibel mit Familie und Kind. Doch als „Mensch, der nie stehen bleibt“, war es für Maria Heret nun an der Zeit, den nächsten Schritt zu gehen.

Näher ran an die eigenen Wurzeln, im wahrsten Sinne zurück zur Basis und dem Wunsch, anzukommen. „Wir sind in den letzten Jahren viel umgezogen, haben mehrere Jahre in Leipzig und dann in Zwickau gelebt und beide berufliche Erfahrungen gesammelt“, resümiert sie. Diese Reise sei wichtig und richtig gewesen, aber „ich komme aus Mockern und kenne diesen Laden hier seit meiner Kindheit, als es noch ein Bäcker und Fleischer war. Das passte einfach.“

Künftig kleines Mittagsangebot und selbst gebackene Kleinigkeiten

Längst ist dessen kalter, weißer Fliesenspiegel unter meterweiße Klebefolie in gemütlicher Paneloptik verschwunden, sind Weinkistenregale eingezogen sowie zwei Holztische mit Stühlen in Pastellfarben für die künftigen Gäste. „Aber in Lehndorf???“ Das sei die Standardreaktion der meisten Leute, denen sie von ihrem neuen Projekt erzählt habe, gibt sie unumwunden zu, nur um zu kontern: „Ja, in Lehndorf. Warum auch nicht?“

Neben einer Auswahl von Lebensmitteln wie Fruchtaufstrichen, alternativer Pasta fernab von Hartweizengrieß oder edler Schokolade mit wenig Zucker möchte sie ihre Gäste im Laden auch mit einem kleinen Mittagsangebot und selbst gebackenen Kleinigkeiten begeistern. „Ich möchte mit den Leuten ins Gespräch kommen und einen Ort schaffen, wo man sich gemütlich austauschen kann“ – ohne ihre mobilen Einsätze zu vernachlässigen. „Der Foodtruck ist und bleibt unser Baby. Und wenn wir unterwegs sind, ist hier zu“, macht sie deutlich. Diese Balance zwischen Laden und Wagen zu finden, sei ihre große Herausforderung für 2019.

Die neue Hochzeitsaison mit zahlreichen Einsätzen steht vor der Tür und daneben die Frage in den neuen Räumlichkeiten, wie die Leute auf den Zuckertusch vor Ort reagieren. Doch wer Maria Heret in Aktion erlebt, hat keinen Zweifel daran, dass sie das alles schon gebacken kriegen wird. Warum auch nicht?

Von Maike Steuer

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