Zweckverband plant mit über acht Millionen Euro für Investition im Altenburger Land
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Altenburg Zweckverband plant mit über acht Millionen Euro für Investition im Altenburger Land
Region Altenburg Zweckverband plant mit über acht Millionen Euro für Investition im Altenburger Land
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19:34 21.01.2019
Geld fürs erfrischende Nass: Der Zweckverband Wasserver- und Abwasserentsorgung Altenburger Land investiert 1,9 Millionen Euro in das Trinkwassernetz. Quelle: dpa
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Wilchwitz

Mit 8,3 Millionen Euro plant der Zweckverband Wasserver- und Abwasserentsorgung Altenburger Land (ZAL), in diesem Jahr zu wirtschaften. Das beschlossen die Verbandsräte kürzlich während ihrer ersten Sitzung 2019. Damit verfügt der ZAL nun über den größten Haushalt seit Jahren. „Zum Vergleich: In der Vergangenheit betrug unser Etat stets um die 5,5 Millionen Euro“, so Werkleiter Lars Merten gegenüber der Versammlung, in der die Bürgermeister der Mitgliedskommunen sowie Gemeinderäte entsprechend der Einwohnerzahl der Kommunen gewählt werden. Im Einzelnen stehen 1,9 Millionen Euro für Investitionen ins Trinkwassernetz zu Verfügung. Ganze 6,8 Millionen Euro können für das Abwassernetz ausgegeben werden.

Fördermittel für Kanalisationen

Es sei aber sehr ambitioniert, mehr als acht Millionen Euro verbauen zu wollen, meinte Merten. Es könne sein, dass der Verband das nicht schaffe. Deshalb sei die geplante Aufnahme von einem Kredit über 3,2 Millionen Euro lediglich so etwas wie eine Notvariante. Andererseits würde der Freistaat Thüringen 2019 nach langer Pause wieder Fördermittel für Investitionen in die Abwasserinfrastruktur bereitstellen. Davon möchte der Verband offensichtlich so umfangreich wie möglich profitieren, weshalb auch das Darlehn ins Auge gefasst ist. Dies würde dann für die Eigenanteile gebraucht, sollten alle Maßnahmen im Bereich Abwasser umgesetzt werden. Für fast eine Million gehört der Neubau einer Pumpstation mit Abwasserdruckleitung in Ehrenhain zu den höchsten Einzelausgaben. In diesem Fall werden 50 Prozent der Kosten vom Freistaat getragen. Keine Fördermittel gibt es wiederum für den Bau der Kanalisation in der Hauptstraße in Langenleuba-Niederhain für knapp 700 000 Euro.

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Zukünftig mehr Geld für Brunnendörfer

Was das Trinkwasser betrifft, stehe beim ZAL nun eine Zeitenwende an. „In der Vergangenheit haben wir erst einmal die alten kleinen Wasserwerke abgestellt, die wir immer noch betrieben haben“, sagte Merten. Das letzte dieser Art ging vor kurzem in Mehna vom Netz. „Nun können wir uns intensiver den Brunnendörfern zuwenden“, erklärte Merten.

Was dem Gößnitzer Bürgermeister Wolfgang Scholz (Initiative Städtebund) besonders wichtig war. „Ich habe mit den Bürgern bereits Info-Abende veranstaltet, die jetzt Konkretes erwarten. Ein ,Wir wollen‘ reicht nicht. Wir müssen die Brunnendörfer jetzt angehen“, sagte Scholz und dachte an die Ortsteile Koblenz und Pfarrsdorf.

Die 19 beziehungsweise 12 Einwohner der Siedlungen versorgen sich aus eigenen Brunnen. Für den Zweckverband ein Problem. „Denn dort kann nie kostendeckend eine zentrale Wasserversorgung betrieben werden“, so Merten zur OVZ. Auch deshalb werde in diesem Jahr dort auf keinen Fall etwas passieren. Das einzige Dorf, das 2019 ans Trinkwassernetz angeschlossen wird, ist der Langenleuba-Niederhainer Ortsteil Boderitz.

Ertüchtigung der Leitungen geht noch vor

Dazu lehre die Erfahrung, wo Gehöfte über Generationen einen Brunnen nutzen, werde dieser selten abgestellt. „Die Leute legen sich einen Hahn in die Küche zum Kochen. Waschmaschine und Toilette hängen aber weiter am Brunnen.“ Was einer Kostendeckung natürlich noch weiter entgegensteht.

Deswegen ist es letztlich fraglich, ob zukünftig alle der noch 780 Einwohner, die sich im Zuständigkeitsbereich des ZAL mit Brunnenwasser versorgen, einen zentralen Anschluss wie die übrigen 31 000 Einwohner erhalten. Damit werde sich aber erst intensiver befasst, wenn in zwei Jahren in den Ortschaften in der ehemaligen Verwaltungsgemeinschaft Altenburger Land das Trinkwasserleitungsnetz komplett erneuert ist. Merten: „Dort liegen teils noch DDR-Rohre, die unter anderem nicht für den Fernwasserdruck geeignet sind.“

Millionen Euro Gewinn / Millionen Euro Verbindlichkeiten

Unterm Strich starte der ZAL 2019 mit einem Gewinn von 1,4 Millionen Euro. Was sich laut Merten aber vor allem in der Bilanz darstellt, weniger auf dem Konto. „Das Plus ergibt sich auch durch unsere relativ niedrige Verschuldung.“ Diese liegt bei 39 Prozent der 95 Millionen Euro umfassenden Aktiva der Bilanz.

Die teuersten Vorhaben 2019

Im Bereich Trinkwasser

Trinkwasserleitung in der Hauptstraße in Prößdorf für 250 000 Euro

Anbindung von Boderitz an Trinkwasserversorgung für 200 000 Euro

Trinkwasserleitung Oberleuptener Straße in Nobitz für 200 000 Euro

Zweiter Bauabschnitt Trinkwasserleitung in der Kreisstraße in Fockendorf für 150 000 Euro

Dritter Bauabschnitt Trinkwasserleitung im Mühlenweg in Ponitz für 150 000 Euro

Erdhochbehälter in Lumpzig für 100 000 Euro

Trinkwasser- und Transportleitung in Wiesenmühle und Unterlödla für 100 000 Euro

Im Bereich Abwasser

Trennsystem in der Hauptstraße in Niederhain für 690 000 Euro

Anschluss von Ponitz an Kläranlage Gößnitz dritter Bauabschnitt für 700 000 Euro

Pumpstation in Ehrenhain und Druck- leitung nach Klausa für 990 000 Euro

Dritter Bauabschnitt Anschluss Gemeinde Lödla an Kläranlage Altenburg für 750 000 Euro

Pumpstation und Kanalisation in Hauptstraße in Prößdorf für 740 000 Euro

Gruppenkläranlage in Niederhain für 550 000 Euro

Abwasserleitung für Kriebitzsch nach Rositz für 630 000 Euro

Von Jörg Reuter