Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg „bewegte.bauhaus.bilder“ sorgt für Staunen im Heizhaus
Region Altenburg „bewegte.bauhaus.bilder“ sorgt für Staunen im Heizhaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:55 12.03.2019
Die Inszenierung „bewegte.bauhaus.bilder“ gastierte einmalig im Altenburger Heizhaus. Quelle: Ronny Ristok
Altenburg

Bauhaus heißt in diesem Jahr das Zauberwort. Man muss es nur aussprechen oder titelgebend aufschreiben und „Simsalabim“ ist die Hütte voll. So geschehen vor zwei Wochen im Lindenau-Museum (die OVZ berichtete) und so geschehen am vergangenen Sonnabend zur Premiere der Performance „bewegte.bauhaus.bilder“ am Landestheater. Das Heizhaus, seit Langem ausverkauft, zog sogar Gäste aus der Landeshauptstadt an, denn auch für die drei in Gera geplanten Vorstellungen sind keine Tickets mehr zu haben.

Wobei das Wort Premiere für Altenburg etwas irreführend ist, denn es war die erste und die letzte Vorstellung zugleich. „Was nicht an unserem Willen, sondern am logistischen Aufwand liegt“, erläuterte Chefdramaturg Felix Eckerle. Da sind Galeristen, Musiker, Tänzer, Studenten – allesamt Gäste des Hauses und mitunter weit gereist, die unter einen Hut gebracht werden müssen. Außerdem gebe es für die Performance schon Anfragen aus anderen Städten. Wie gesagt: Im 100. Jahr seines Bestehens ist das Bauhaus in aller Munde.

Klaviermusik und Computeranimation

Geboten bekamen die Gäste auf der kleinen Bühne des Landestheaters einen zweigeteilten Abend. Der erste Teil war eine Kombination aus Klaviermusik und Computeranimation. Der russische Maler Wassily Kandinsky, der einige Jahre am Staatlichen Bauhaus Weimar lehrte, schuf 1928 eine Bühnenadaption von Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“. Selbiger hatte den Klavierzyklus 1874 nach Gemälden und Zeichnungen seines Malerfreundes Viktor Hartmann komponiert. Die Bratschistin Karoline Hofmann rekonstruierte vor 20 Jahren im Rahmen ihrer Magisterarbeit am Mozarteum Salzburg Kandinskys Werk auf dem Computer, das nun erstmals in Altenburg zu sehen war. Die sich auf der Leinwand wandelnden, ineinander fließenden Formen und Farben begleitete die japanische Pianistin Yuka Beppu mit Mussorgskys Musik. Absolut sehens- und hörenswert.

Ballett als Kooperation von Museum, Universität und Theater

Nach Pause und Umbau öffnete sich der imaginäre Vorhang im Heizhaus für experimentelles Theater. Auf dem Programm stand „Formensport“, eine Tanzperformance frei nach dem „Mechanischen Ballett“ von Kurt Schmidt (1909-1991). Die Idee dazu stammte von Claudia Tittel, Dozentin der Bauhaus-Uni, die gerade die Ausstellung „Intermediale Experimente am Bauhaus. Kurt Schmidt und die Synthese der Künste“ für die Kunstsammlung Gera kuratiert. Da sie dort aber nur die Entwürfe von Schmidt zeigen kann, wandte sie sich ans Altenburg-Geraer Theater mit dem Vorschlag, das Ballett als Kooperation von Museum, Universität und Theater auf die Bühne zu bringen. Durch die finanzielle Unterstützung vom Freistaat und diverser Kreditinstitute war es möglich, neben den Studenten auch professionelle Balletttänzer und Musiker zu verpflichten.

Dreidimensionale Bewegungsspiele

1920 als Student ans Bauhaus gekommen, entwickelte Kurt Schmidt 1923 die Idee vom mechanischen Ballett. „Er reflektierte damit die damals am Bauhaus Einzug haltende Technik-Begeisterung und schuf ein maschinenartiges Bewegungsspiel, in dem farbige, abstrakt-geometrische Formen von dahinter verborgenen Performern bewegt werden“, so Choreograf Torsten Blume. Heute, davon ist Blume überzeugt, taugen einfache mechanische Bilder nicht mehr. Die Tanzperformance rekonstruiert deshalb nicht das historische Ballett, sondern übersetzt es in dreidimensionale Bewegungsspiele.

Dieser Aufgabe stellten sich sowohl Studenten der Bauhaus-Uni als auch drei Balletttänzer aus Berlin, die im abstrakten und modernen Tanz zu Hause sind. Sie bewegten ihre Körper oder Bauhaus-typische Elemente (Bühne und Kostüme Torsten Blume, Luise Nerlich und Studenten), agierten mitunter in ihnen und schoben auch mal die Musiker auf der Bühne hin und her. Denn nur ein Teil der Musik für „Formensport“ ist vorprogrammiert und kam aus dem Computer, der andere Teil wurde von einem Streichtrio des Ensembles Open Music Gera live gespielt (Komposition Burkhard Schlothauer).

Nicht für jedes Publikum gemacht

Die Musik war ebenso wenig eingängig oder gefällig wie die Performance der Tänzer. Es bedurfte einer gehörigen Kenntnis über Schmidts Werk, um die Akteure zu verstehen. Ein Blick ins Programmheft könnte helfen, doch auch das bewegt sich sprachlich in hochintellektuellen Sphären, bleibt vielfach nur Kenntnisreichen verständlich. Einige, wenngleich wenige Zuschauer verließen daher die Vorstellung noch vor ihrem Ende. Alle anderen hingegen sparten nicht mit viel anerkennendem Applaus. Sagen wir es also diplomatisch: „bewegte.bauhaus.bilder“ sprechen vor allem im zweiten Teil eher ein sehr spezielles Bauhaus-interessiertes Publikum an, von dem es in Altenburg nur eine begrenzte Zahl geben dürfte. Was angesichts der Tatsache, dass es keine weitere Vorstellung gibt, zu vernachlässigen ist.

Von Ellen Paul

Die von Eltern und Schülern geforderte Instandsetzung der Turnhalle des Meuselwitzer Gymnasiums ist zum Teil erfolgt. Noch nicht erledigt sind Malerarbeiter in der Halle selbst, wo nach wie vor der Putz abbröckelt. Gar nichts hat sich am Anbau getan.

12.03.2019

Trotz Kritik hat der Gemeinderat in Göpfersdorf jüngst einer Verwaltungsvereinbarung mit Nobitz zugestimmt. Nicht abschließend entscheiden wollte das Gremium über den Vertrag der kaufmännischen Betreuung der Trinkwasserversorgung. Gleiches gilt für die zukünftige Entsorgung des Fäkalschlamms und die neue Straßenbeleuchtung in Göpfersdorf.

12.03.2019

Einen Projekttag zum Thema Energie bot EnviaM kürzlich für die Kinder der Kindertagesstätte „Sonnenschein“ in Langenleuba-Niederhain an. Unter dem Motto „Energie erleben“ beschäftigten sich die Vorschüler mit dem Einmaleins des Energiesparens.

11.03.2019