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Bad Düben Altkreis Delitzsch: Bürgermeister wenden sich mit Appell an die Menschen
Region Bad Düben Altkreis Delitzsch: Bürgermeister wenden sich mit Appell an die Menschen
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15:48 20.03.2020
Bad Dübener Bürger haben in der Nacht zum Freitag ein Mut-Mach-Plakat auf dem Marktplatz angebracht. Einige Passanten bleiben nachdenklich stehen. Zusammenhalt ohne beisammen zu sein - der Spruch gilt in diesen Tagen nicht nur für Bad Düben. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch/Eilenburg/Bad Düben

An diesem Wochenende soll sich entscheiden, ob die Regeln während der Corona-Pandemie verschärft werden. Landrat und Bürgermeister der Region werben um Verständnis und komplettieren den Satz „Bleiben Sie zu Hause, denn ...“

„... trotz der verschiedenen Maßnahmen, die bereits getroffen wurden, haben viele den Ernst der Lage noch nicht begriffen. Das Verständnis für Einschränkungen steigt immer erst mit der eigenen Betroffenheit in der Familie. So weit soll es gar nicht erst kommen. Deshalb präzisieren wir die Einschränkungen. Die Ortspolizeibehörden werden die Verstöße ahnden. Wer gegen die Allgemeinverfügungen verstößt, begeht eine Straftat. Deswegen noch einmal: Bitte bleiben Sie zu Hause, um sich und andere zu schützen! Es ist jetzt kein Platz für Egoismus! Wir brauchen unsere Krankenhäuser für Notfälle“, fordert Kai Emanuel (52, parteilos), Landrat in Nordsachsen.

„Wünsche keine Ausgangssperre

„... wir brauchen und müssen den Leuten eine klare Leitlinie geben, es herrscht große Verunsicherung. Wenn sich die Menschen nicht an die Anweisungen halten, werden wir mit aller Konsequenz an der Umsetzung einer eventuellen Ausgangssperre arbeiten. Wir setzen auf die Vernunft und das Verantwortungsbewusstsein vor allem der jungen Delitzscherinnen und Delitzscher gegenüber ihren eigenen Eltern und Großeltern!“, sagt Manfred Wilde (57, parteilos), OBM in Delitzsch.

„... ich wünsche keine allgemeine Ausgangssperre!“ Die Unvernunft der Leute sei leider noch zu groß und nur vernünftiges Handeln aller helfe, teilt Schönwölkaus Bürgermeister Volker Tiefensee (63, CDU) mit.

„... es ist nicht gewollt, dass in Schulen und Kitas die Sozialkontakte eingegrenzt werden, um sie im privaten Bereich zu erweitern. Denkt bitte an unsere Gesundheitssystem, es muss und darf nicht kollabieren“, fordert Roland Märtz (60, CDU), Bürgermeister in Doberschütz.

„Es geht um unsere Zukunft“

„… es geht um Ihre Gesundheit, das Wohl von uns allen und um unsere Zukunft. Es gibt bei uns immer noch Jugendliche, die sich draußen treffen. Ich rede dann mit den Leuten, dass das derzeit nicht so geht. Bitte seid vernünftig. Das ist eine schwere Zeit“, teilt Roswitha Berkes (69, parteilos), Bürgermeisterin in Zschepplin mit.

„... die Lage ist sehr ernst. Um die Menschen nicht noch mehr mit weiteren Auflagen zu verunsichern, muss vernünftig und besonnen gehandelt werden. Dazu gehört, dass die Rackwitzer Kontakte vermeiden und sich nicht treffen. Vor allem, um die Risikogruppen zu schützen. Ich gehe davon aus, dass die Rackwitzer den Ernst der Lage erkennen und sich auch daran halten. Wenn das nicht umgesetzt wird, muss die Ausgangssperre angewandt werden, dann müssen vermutlich auch weitere Maßnahmen greifen, um die Menschen zu schützen“, sagte Steffen Schwalbe (32, parteilos) Bürgermeister in Rackwitz.

„Dazu beitragen, Leben zu retten“

„... denn damit tragen Sie entscheidend dazu bei, Leben zu retten. Auch wenn Sie momentan keine Beschwerden haben, ist es durchaus möglich, dass Sie bereits mit dem Virus infiziert sind und diesen übertragen. Mein Appell an die jüngeren Menschen: Bitte beweisen Sie, dass Sie die Zeichen der Zeit erkannt haben, dass Sie überlegt handeln und dass Sie bereit sind, aus Verantwortung gegenüber den schwächeren und älteren Mitmenschen auf Freiheiten und lieb gewonnene Gewohnheiten zu verzichten. Wer jetzt noch Corona-Partys feiert, sollte sich bewusst sein, dass auch Eltern oder Großeltern zur Risikogruppe gehören könnten. Lassen Sie Solidarität über Eigensinn siegen“, fordert Oliver Kläring (37, CDU), Bürgermeister in Krostitz.

„… es geht darum, die weitere Verbreitung des Virus zu verhindern. Wenn es nicht absolut notwendig ist, draußen herumzulaufen, sollte man darauf verzichten“, so Ralf Tauchnitz (63, WV), Bürgermeister in Jesewitz.

„… das ist derzeit Ihre wichtigste Aufgabe, um die Krise zu bewältigen“, so Lothar Schneider (62, parteilos), Bürgermeister in Laußig.

„Ausbreitung des Virus verlangsamen“

„… aus Rücksicht und zum Schutz unserer Mitmenschen müssen wir uns jetzt zurücknehmen, damit wir gesund und unbeschadet die Corona-Krise durchstehen werden. Wir müssen gemeinsam alles versuchen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Bislang werden die getroffenen Maßnahmen aus meiner Sicht absolut von den Löbnitzern angenommen“, sagt Detlef Hoffmann (61, CDU), Bürgermeister der Gemeinde Löbnitz.

„... das ist eine Situation, wie wir sie noch nie zuvor hatten. Jetzt ist es umso wichtiger, dass jeder darauf achtet, Kontakte zu anderen auf das Notwendigste zu beschränken. Ich kann nur jedem aus eigenem Interesse an seiner Gesundheit raten, den Empfehlungen und Anweisungen der Behörden Folge zu leisten“, empfiehlt Ralf Scheler (56, parteilos), Oberbürgermeister in Eilenburg.

„… weil keiner das Recht hat, das Schicksal für sich, seine Freunde, Familie und Bekannten herauszufordern. Es werden nicht nur alte Menschen und bereits Kranke unsere Intensivstationen brauchen. Ein #HättenWirMalLieberKeinePartyGemacht in ein paar Wochen wird eine Erkenntnis sein, die zu spät kommt! Zusammensein ohne beisammen zu sein, wird Leben retten!“, teilt Astrid Münster (47, FWG), Bürgermeisterin in Bad Düben mit.

„Drastische Einschränkungen unausweichlich“

„… das Coronavirus bestimmt inzwischen auch das Leben in unserer Gemeinde. Drastische Einschränkungen in unserem Alltag sind unausweichlich. Ich bitte Sie, übernehmen Sie persönliche Verantwortung, nehmen Sie die Situation ernst. Halten Sie aus Rücksicht Abstand und halten Sie trotzdem zusammen. Unterstützen Sie Nachbarn, Freunde und ältere Menschen. Ich wünsche uns allen viel Kraft, die nächsten Wochen zu meistern – bleiben Sie gesund“, sagt Ines Möller (50, parteilos), Bürgermeisterin der Gemeinde Wiedemar.

„... es ist unabdingbar, um das Virus einzugrenzen. Wir möchten alle Einwohner unserer Gemeinde ermuntern, sich im Rahmen der Möglichkeiten gegenseitig Hilfe zu leisten, wo diese benötigt wird. Bitte achten Sie aufeinander und stehen Sie sich in Ihren Nachbarschaften zur Seite. Bleiben Sie vor allem mit alleinlebenden oder besonders hilfebedürftigen Nachbarn in Verbindung, telefonisch oder über den Gartenzaun. Unterstützen Sie bitte Kranke und Senioren zum Beispiel durch Einkäufe, damit diese zuhause bleiben können. Vermeiden Sie dabei jeden direkten Körperkontakt. Wer Hilfe braucht kann sich auch an das Gemeindeamt, Telefonnummer 034244 57420 wenden“, informiert Peter Klepel (61, parteilos), Bürgermeister in Mockrehna.

Von LVZ

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