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Bad Düben Anrutschen: Dübens neues Natursportbad ist eröffnet
Region Bad Düben Anrutschen: Dübens neues Natursportbad ist eröffnet
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21:31 24.05.2019
Einmal Winken mit Bürgermeisterin Astrid Münster und Susan Schmieder vom Heide Spa und dann geht es für die Mädchen und Jungen die Breitwellenrutsche im neuen Bad Dübener Natursportbad hinab ins kühle Nass. Quelle: Wolfgang Sens
Bad Düben

Sonnenschein und 23 Grad – das Wasser ist mit 18 Grad etwas kühl. Lea und Co. macht das nichts aus. Die Neunjährige schnappt ihre Brüder Jan (7) und Tim (5) und darf am Freitag als eine der ersten die 15 Meter auf der Breitwellenrutsche im neuen Natursportbad mit Camp hinabsausen. Die Geschwister haben sich so wie Celine, Luna und Nils und weitere Kinder mit einem kleinen Gedicht die erste Rutschpartie gesichert. Lea findet es cool: „Man dreht sich beim Runterrutschen, und dass viele nebeneinander rutschen können, find ich gut“. Sprach’s, kletterte die Stufen hinauf, um sich wieder in die Fluten zu stürzen.

Sanierung war nicht selbstverständlich

Kurz zuvor hatten Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) und Ole Hartjen, Geschäftsführer der Kurbetriebsgesellschaft mbH, die Türen zum neuen Bad für die Gäste geöffnet. Die Freude ist an diesem Tag deutlich spürbar. Denn dass es so kommen sollte, war so selbstverständlich nicht. Ende der 1990er-Jahre stand das Bad vor dem Aus, erinnert sich Ex-Bürgermeister Eckehard Tulaszewski an deftige Auseinandersetzungen im Stadtrat. Das Heide Spa war gerade eröffnet, die Bedenken einiger groß, dass das stark sanierungsbedürftige Heidebad der Konkurrenz nicht standhalten kann. Die Gegenbewegung um Daniela Noack, Marion Listemann, Birgit Dilly, Uwe Kulawinski, Harald Paak und Co. sei aber stark genug gewesen. Die Zweifler setzten sich nicht durch, das Bad blieb, ist Tulaszewski froh. Der heute 80-Jährige, einst für seine Kopfsprünge zum Saisonstart bekannt, nutzte die Gunst der Stunde für einmal Proberutschen.

Anbaden im neuen Freibad in Bad Düben. Am Freitag wurde das Natursportbad mit Camp eröffnet.

Gemeinsames Wirken am Projekt Bad

Von der Uneinigkeit von einst ist längst nichts mehr zu spüren. Das neue Bad sei auch das Ergebnis eines geschlossenen Auftretens des Stadtrates, eines fairen Umgangs miteinander, sagt Gisbert Helbing (CDU). Wenn so ein Ergebnis rauskommt, macht das die Arbeit des Stadtrates lohnenswert, so Andreas Flad (Die Linke) angesichts des gemeinsamen Wirkens. Und Uwe Kulawinski (FWG) räumt ein, schon etwas gerührt zu sein, „vor allem, weil die Rutsche steht, wir alles in der Zeit geschafft und alle mitgezogen haben.“

2015 fiel Beschluss zur Rettung des Bades

Erst recht, als der Stadtrat 2015 einstimmig beschloss: Das Bad muss gerettet werden. Wie, war angesichts der Kosten zwar weiter unklar, bis im Jahr darauf die damalige Bauamtsleiterin Heike Dietzsch auf das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ mit 90 Prozent Förderung stieß. 1000 Projekte waren im Topf, 56 wurden auserwählt, Bad Düben war dabei. „Wir konnten es nicht fassen“, so Münster. Drei Millionen konnten so verbaut werden. Die Freude darüber, was entstanden ist, ist ihr deutlich anzuhören: „Es ist vollbracht“, dankt sie allen, die beteiligt waren: Behörden, Verwaltung, Stadträten, vor allem aber den Baufirmen, die aus dem Areal ein wahres Schmuckstück gemacht haben. Das sieht auch Landrat Kai Emanuel (parteilos) so, der das Wirken der Stadt-Chefin hervorhob: „So wie Sie hier barfuß Funken geschlagen haben, das ist schon etwas Besonderes.“

Kurbetriebsgesellschaft ist Betreiber

Bernd Mensel kennt sich von Berufs wegen mit Schwimmbadbauten aus, lobt die technischen Aspekte und die Wasseraufbereitung: „Eine gelungene Sache, auch was die Bewirtschaftung des Bades betrifft. Da sind viele Synergien möglich“ Ole Hartjen wird es gern hören. Die Entscheidung für eine Bewerbung sei aus guten Gründen gefallen, Bad, Gastro, Kiosk und Co., gehörten schließlich zum Kerngeschäft, man bringe sich als Einrichtung für Bürger, Stadt und Region weiter ein, „wir erweitern unser Portfolio sinnvoll, sind damit einen Schritt voran und voraus und jetzt ein richtiges Resort.“

1966 zur Bad-Eröffnung war alles anders

Mit dem Fotoapparat hielt Stadtchronist Lutz Fritzsche die Momente fest. In den Stadtakten hatte er Details zur Eröffnung 1966 gefunden. „Fertig war da aber nur das Becken, es gab eine Eröffnungsrede und die Kurkapelle spielte.“ Anno 2019 ist alles anders. Das Rasen-Grün setzt sich durch, die Schlaffässer laden zum Übernachten ein, der Kiosk ist fertig.

Seit Herbst 2017 wurde am neuen Natursportbad gearbeitet. Das ehemalige Freibad wurde umgebaut, verschönert, modernisiert und mit einer ökologischen Wasseraufbereitung ohne Einsatz von Chlor ausgestattet.

Von Kathrin Kabelitz

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