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Bad Düben Authausen: Nur zum Gottesdienst kommen, wenn der Pfarrer predigt?
Region Bad Düben Authausen: Nur zum Gottesdienst kommen, wenn der Pfarrer predigt?
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13:18 10.12.2019
Pfarrer Andreas Ohle und Lektorin Peggy Kühlhorn in Kossa. Quelle: Kathrin Kabelitz
Authausen

Ein Pfarrer ist auch nur ein Mensch, der an die Grenze des Machbaren stößt. Andreas Ohle weiß das nur zu gut, ist für eine Stadt und neun Dörfer zuständig. Zu schaffen ist in Zeiten, da landesweit Pfarrstellen gestrichen und Kirchenbereiche zusammengelegt werden, nur ein gewisses Pensum, das mit der Erwartungshaltung der Menschen vor Ort allerdings oft nicht konform geht. Vor allem, wenn statt des Pfarrers ein Lektor Gottesdienste mit der Gemeinde feiert.

Hält der Lektor den Gottesdienst, kommen weniger in die Kirche

Die Reaktionen der Menschen vor Ort machen Ohle nachdenklich. Immer wieder habe er erfahren müssen: Wenn ein Lektor den Gottesdienst halte, votierten die Kirchenbesucher mit den Füßen. Heißt: Es werden merklich weniger, die in die Kirche kommen. Verständnis dafür aufzubringen, fällt dem 35-Jährigen nicht leicht. Er sieht sich nicht als „Zampano im schwarzen Mantel“, hat kein Problem damit, nicht im Mittelpunkt zu stehen. Schließlich besage das evangelische Glaubensverständnis, dass jeder Christ zur Weitergabe der frohen Botschaft angehalten sei.

Pfarrer wirbt um Verständnis

Als in Tornau unlängst offensichtlich schien, dass immer weniger zum Gottesdienst kommen, weil ihn ein Lektor halten sollte, reagierte der Pfarrer ungeduldig. Wenn das ein Grund sei, seltener oder gar nicht in den Gottesdienst zu kommen, brauche man das doch auch sonst nicht zu tun. Die Botschaft kam an. Ohle wirbt um Verständnis. Die Menschen sollten sich freuen, dass es Freiwillige gibt, die Lust drauf haben, mit ihnen den Gottesdienst zu feiern: „Wir kommen schließlich zusammen, singen und beten, hören das Wort Gottes.“

Peggy Kühlhorn ist eine Ehrenamtlichen von 33 im Kirchenkreis

Eine von dreien, die im Kirchspiel Authausen seit 2016 ehrenamtlich ihren Dienst tun, ist Peggy Kühlhorn. Die Kossaerin arbeitet als Personalerin in Leipzig, kommt auf etwa sechs Gottesdienste im Jahr. Klar falle es ihr nicht immer leicht, zu akzeptieren, wenn zwischen eigenem Aufwand und Resonanz eine Lücke klaffe. „Es ist nicht unser täglich Brot, wir haben das nicht gelernt. Wir sind aber nicht jene, die die Predigt interpretieren, wir tragen nichts vor, was wir nicht verstehen oder hinter dem wir nicht stehen.“ Der dreifachen Mutter ist es wichtig, in ihren Gottesdiensten etwas zu vermitteln, was die Besucher für sich mitnehmen können.

Lektoren-Gottesdienste keine in B-Qualität

Lektoren-Gottesdienste sind keine in B-Qualität. „Ohne Lektoren geht es nicht“, sagt Andreas Ohle deshalb klar. Fünf hat der Pfarrer in Bad Düben, Authausen und Tiefensee an seiner Seite, unterstützt sie, hat das Vertrauen, ihnen ihren Freiraum zu lassen, weiß auch um die Ansprüche, die sich mit der Tätigkeit ergeben. „Man muss es freiwillig und zusätzlich und mit einer gewissen Regelmäßigkeit tun, vor Menschen reden und lesen“, so der Pfarrer. Ihm ist klar, dass das nicht jedermanns Sache sei. In Edelgard Richter vom Pfarrbereich Sprotta/Eilenburg haben die Lektoren eine Ansprechpartnerin, die ihnen Grundlagen vermittelt, Weiterbildungen inklusive: „33 gibt es im Kirchenkreis Torgau-Delitzsch. Anfang der 2000er-Jahre gab es mal einen Schwung nach oben, seit dem ist die Zahl etwa gleichbleibend.“

Ehrenamtler freuen sich über Resonanz

Ehrenamtlern wie Peggy Kühlhorn geht es nicht um Dank und Anerkennung schlechthin. „Bei uns in der Gemeinde passiert viel im Ehrenamt, auch über die Lektorenarbeit hinaus. Die Leute sind mit Herzblut dabei, wenn es um Chöre, Benefiz-Combo für die Orgel, Eltern-Kind-Kreis, Kinderkirche und vieles weitere geht.“ Als Wertschätzung ihres Tuns aber empfinden sie, wenn die Menschen ihre Angebote annehmen.

Von Kathrin Kabelitz

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