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Bad Düben Authausener Biker fahren mit Motorrädern quer durch Russland
Region Bad Düben Authausener Biker fahren mit Motorrädern quer durch Russland
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08:37 31.07.2019
Ein Höhepunkt der Tour war der Zwischenstopp beim MC Nachtwölfe. Die Biker übernachteten auf dem imposanten Clubgelände und wurden auch dort sehr herzlich empfangen. Quelle: privat
Laußig

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Wenn zehn Biker eine Reise tun, dann können sie von einem Abenteuer berichten. Seit einigen Tagen sind die Weltenbummler der Motorradfahrgemeinschaft Dübener Heide wieder zurück aus den Weiten des russischen Landes.

11 000 Kilometer durch Russland legten jetzt Mitglieder der Motorradfahrgemeinschaft Dübener Heide mit dem Motorrad zurück.

Über 11 000 Kilometer auf zwei Rädern

In ihrem Clubhaus sitzen die Männer entspannt an den Bar-Tischen und plaudern über die 11 340 Kilometer lange Tour durch Polen, Litauen, Lettland, Russland und Kasachstan. „Die Einreise oder besser der Grenzvorgang nach Russland hat circa sechs Stunden gedauert. Obwohl sich die Grenzbeamten so viel Zeit bei der Abfertigung ließen, waren sie sehr umgänglich“, beschreiben die Männer ihre ersten Erfahrungen, die sie mit dem riesigen Land machten, das sich schon bald als sehr gastfreundlich herausstellte. „Die Vorurteile, die es hier in Deutschland gibt, haben sich auf jeden Fall nicht bestätigt“, erklärt René. „Überall, wo wir mit unseren Motorrädern hingekommen sind, sind wir begeistert empfangen worden. Fünf Rubel als Gastgeschenk überreichte mir ein Autofahrer an einer Baustelle.“

Auf einer Karte haben die Biker ihre geplante Route farblich gekennzeichnet. Quelle: privat

In Moskau besuchten die Nordsachsen befreundete Biker

In Moskau angekommen, stand für die Männer der Besuch bei einem befreundeten Motorradclub auf dem Plan. Sie zeigen Bilder und Videos von der Einfahrt auf das imposante Gelände der Moskauer Nachtwölfe. Riesige Skulpturen aus Eisen und Schrott und übergroße Motorräder zieren das Areal. „Wir wurden sehr herzlich begrüßt und haben einen Dolmetscher bekommen. Vor Ort hat uns der Präsident Alexander „Chirug“ Saldostanow über das Gelände geführt. Den Abend haben wir gemeinsam mit den Bikern aus dem Club verbracht und nach dem Frühstück ging es dann wieder auf Tour“, erklärt Philipp.

Kurzer Halt auf dem Roten Platz

Ein kurzer Halt am Roten Platz ist natürlich Pflicht, wenn man schon einmal mit dem Motorrad durch Moskaus Straßen fährt. Auf der Rundreise hieß es zwischendurch immer wieder Strecke machen, was so viel heißt wie lange Fahrten mit wenigen Pausen, um voranzukommen. Zwischenstation machen die Biker aber nicht nur auf Zeltplätzen, denn vor Ort mussten sie feststellen, dass die Zeltplatzsituation doch eher schwierig und das Wildcampen fast unmöglich ist. „Vor allem in der Nähe des Uralgebirges gehören Bären und Wölfe zur Natur“, so die Abenteurer. Sie entschieden sich doch hin und wieder für die Übernachtung in einem Motel und stellten auch hier fest: „Sehr ordentliche Unterkünfte entgegen dem, was man sonst so gehört hat“. Bis Jekaterinburg kam die Gruppe pannenfrei und wie geplant voran.

Ein Motorrad versinkt bei der Wasserdurchfahrt

Durch einen kaputten Reifen wurde die Reisegesellschaft jedoch getrennt und bei einer Wasserdurchfahrt versank zu allem Überfluss Udos Motorrad. Für ihn und seine Frau nahm die motorisierte Reise hier ein ungeplantes Ende. Aber die Hilfsbereitschaft der Einheimischen und die gastfreundliche Aufnahme milderten den Zwischenfall. „Bis zur Bürgermeisterin der Industrie- und Universitätsstadt und einem Interview in den Medien haben es die beiden sogar geschafft“, schmunzeln die Männer. Wie Paradiesvögel nahm man die deutsche Kolonne war. „Wir wurden gefilmt, fotografiert, freundlich empfangen und an den Tankstellen herzlich begrüßt“, erzählen die Motorradfreunde, die selbst bei 42 Grad Celsius durch die Steppe bis zum Kaspischen Meer ihre Fahrt unbeirrt fortsetzten und auch gut 300 Kilometer über katastrophale Straße in Kasachstan im Stehen zurücklegten vorbei an Kamelherden, wilde Pferden und Rindern.

Übernachtung auf der Wolga-Insel

Entschädigt wurden die Männer dann bei der Übernachtung auf einer Wolgainsel „Eine tolle Hotelanlage, die komplett auf einer Insel in der Wolga lag. Der Chef selbst hat uns dahin eingeladen, nachdem wir vergeblich nach einer Übernachtungsmöglichkeit gesucht haben.“ Nächster Stopp und kurz vor der Ukraine war Wolgograd. Hier war das Ziel der Mamajew-Hügel mit der Skulptur „Mutter Heimat“ und der unterhalb gelegenen riesigen kreisrunden Ruhmeshalle mit der ewigen Flamme.

An der ukrainischen Grenze dann ein weiterer, unvorhergesehener Zwischenfall. „Die russischen Beamten haben uns von der Durchreise durch die Ukraine abgeraten und uns letztlich davon überzeugt, einen sicheren Umweg von circa 2000 Kilometer zu nehmen“, erklärt Road-Captain Philipp. Noch einmal Gas geben stand nun im Vordergrund, um pünktlich zu Hause anzukommen.

Extreme Weite Russlands beeindruckte

In zwei Tagen legten die Männer gut 2000 Kilometer zurück und sind noch immer von der extremen Weite Russlands beeindruckt. „Es ist eine kleine Liebe entstanden“, schwärmt Rene. Marcus, Philiph und Mario fügen hinzu: „Es wird sicher nicht die letzte Reise in dieses tolle Land gewesen sein.“ Wer sich ebenfalls einmal auf den Weg mit Motorrad und Mut zum Abenteuer in Richtung Russland machen will, dem stehen die Biker der Motorradfahrgemeinschaft Dübener Heide 1998, die jährlich zur Summer leaves-Party in die Authausener Steinerkeide einladen, gern mit Ratschlägen und vielen Geschichten zur Verfügung. Vom 6. bis 8. September ist es wieder soweit.

Von Anke Herold

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