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Bad Düben Bad Düben: Aus Strickatelier wird Babyfachmarkt
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Bad Düben: Aus Strickatelier wird Babyfachmarkt

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17:03 29.04.2021
Daniela Peschel-Droske macht aus der Not eine Tugend und darf so ihren Laden in Bad Düben öffnen.
Daniela Peschel-Droske macht aus der Not eine Tugend und darf so ihren Laden in Bad Düben öffnen. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Gerade in Corona-Zeiten sind clevere Ideen gefragt, um im Lockdown sein Geschäft aufmachen zu dürfen. Die Bad Dübenerin Daniela Peschel-Droske betreibt seit sechs Jahren ein Strickatelier in der Kurstadt. Wochenlang musste die 43-Jährige ihren Laden in der Bad Dübener Innenstadt bereits geschlossen halten, verkaufte erst über das Internet und später mit der Aktion „Click und Collect“ ihre Ware. Die viel gepriesene Unterstützung vom Staat fiel mager aus. Peschel-Droske bekam eine Soforthilfe und später die Neustartarthilfe überwiesen. Doch die hilft nur wenig.

Idee: Babysachen anbieten

„Die Regelungen wurden gerade zuletzt immer verrückter. In jedem Laden galten andere Vorschriften. Hier durfte man nur mit Mund- und Nasenschutz, woanders mit Einkaufstermin und zusätzlich noch mit Kontaktrückverfolgung und einem negativen Schnelltest einkaufen. Und so reifte in mir die Idee, einen Babyfachmarkt aus meinem Laden zu machen. Man muss nur ein Schlupfloch finden“, erzählt Peschel-Droske.

„Die Umsätze sind nicht sehr hoch“

Jede Menge Telefonate und Organisationstalent legte die Geschäftsfrau in den vergangenen Wochen an den Tag. Sie nähte wochenlang Babybekleidung, organisierte Babyartikel, räumte den Laden um und meldete ihr Gewerbe zu einem Gemischtwarenladen um. Neben den Regalen mit Wolle und Stricksachen gibt es seit ein paar Tagen auch Babybekleidung sowie Babyzubehör wie Schnullerketten, Greifringe, Rasseln und vieles mehr. Doch bei weitem erreicht die Geschäftsfrau nicht die Umsätze wie vor Corona. Es fehlen einfach die Kunden. „Die Umsätze sind nicht sehr hoch. Weil die Hotels zu sind, fehlen einfach Gäste, die durch unsere Stadt bummeln und auch die Geschäfte besuchen. Ich hoffe nur, dass wir das bald überstanden haben“, blickt Peschel-Droske nach vorn.

Einkauf ohne Termin möglich

Nicht nur sie hatte solche Ideen. In Wurzen funktionierte ein wegen der Coronabestimmungen genervter Boutiquenbesitzer sein Geschäft kurzerhand zum größten Klopapier-Superstore Sachsens um. Auch viele Bad Dübener Geschäftsleute wollen jetzt nachziehen und ihre Geschäfte mit systemrelevanten Waren bestücken. „Alles ist legal. Ich nutze lediglich eine Grauzone aus. Jetzt dürfen meine Kunden wieder ohne Termin, ohne Schnelltest in mein Geschäft. Lediglich einen Mund-Nasenschutz müssen sie aufhaben. Natürlich dürfen sie auch meine Stricksachen kaufen“, so Peschel-Droske.

Von Steffen Brost