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Bad Düben Teure Maßnahme: Gerichtsvollzieher soll Schloss zwangsräumen
Region Bad Düben Teure Maßnahme: Gerichtsvollzieher soll Schloss zwangsräumen
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09:30 17.11.2018
Blick auf Schloss Schnaditz. Quelle: privat
Bad Düben

Die Zeit der Zugeständnisse und des Abwartens ist vorbei. Bad Düben macht in Sachen Schloss Schnaditz ernst. Die Stadt hat jetzt einen Gerichtsvollzieher mit der Zwangsräumung beauftragt. Dies sei auch der Schloss Schnaditz GmbH mitgeteilt worden, die nach der Rückabwicklung des Kaufvertrages seit Ende Juli nicht mehr Eigentümer ist, Übergabe-Termine Ende September und Ende Oktober platzen ließ. „Ich gehe davon aus, dass der Gerichtsvollzieher den Auftrag zeitnah umsetzt“, so Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG).

Stadt muss in Vorkasse gehen

Sie räumt ein, dass sie diese einschneidenden Maßnahmen gern vermieden hätte. „Das ist für beide Seiten ein seelisch schwieriger und belastender Prozess.“ Darum wisse sie auch aus ihrer Zeit als Anwältin. Zudem ist eine solche Maßnahme teuer. Schließlich gehe es hier nicht darum, eine Zwei-Zimmer-Wohnung sondern ein Schloss zu räumen. „Ich rechne mit einem Betrag zwischen 10 000 und 20 000 Euro“, so Münster. Da die Stadt den Auftrag auslöse, müsse sie in Vorkasse gehen, bezahlen müsste dies aber letztlich der Verursacher – und das sei die Investorengesellschaft.

Investierte Summe nie nachgewiesen worden

Dass die Rückabwicklung nun in solch einem bizarren Streit endet, war zunächst nicht absehbar. Helga van Horn, die für die Schnaditz GmbH verhandelt, und ihr Sohn Nick, der Mitgesellschafter ist und vor Ort wohnt, hatten angekündigt, dass die Rückgabe ohne Probleme vonstatten geht, dann aber ihre Meinung geändert. In einem Schreiben an die LVZ begründeten sie dies unter anderem damit, dass sie die investierten 400 000 Euro nicht verlieren wollten. Dieser Betrag sei nie nachgewiesen worden, so die Stadt.

Stadt ist bereit, beim Auszug zu helfen

Münster bestätigte indes, dass sich kürzlich der von den Amerikanern vor einiger Zeit avisierte potenzielle Investor aus Südafrika bei der Stadt gemeldet habe. Ein konkretes Angebot habe es aber nicht gegeben, lediglich die Ansage, dass die Räumung aufgeschoben werden solle: „Es gab genug Zeit, das zu umgehen.“ Die Stadt sei bereit, bei der Organisation des Auszuges zu helfen. Alles Weitere, was zu einer weiteren Verzögerung führe, lehne sie aber ab. Dies habe auch der Stadtrat signalisiert, der aufgrund der Erfahrungen der letzten Monate zu noch weniger Zugeständnissen bereit ist.

Stadt: Amerikaner haben Vertragsbedingungen nicht erfüllt

2014 war die amerikanische Investorengruppe mit dem Ziel angetreten, das Schloss zum Hotel- und Gastronomiebetrieb umzubauen. Über drei Millionen Euro sollten investiert werden. Aus Sicht der Stadt haben die Amerikaner die mehrfach und zuletzt im Juli 2017 gelockerten Vertragsbedingungen nicht erfüllt, bis zuletzt „weder verwendbare Belege oder Nachweise über getätigte Investitionen vorgelegt als auch, obwohl explizit vereinbart, keinen mit deutschem Baurecht vertrauten Bauleiter auf arbeitsvertraglicher Grundlage eingestellt“.

Von Kathrin Kabelitz

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