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Bad Düben Bad Düben bekommt eine Pilgerpension
Region Bad Düben Bad Düben bekommt eine Pilgerpension
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00:18 04.01.2018
In der Bad Dübener Mühlstraße 1 und 7 wird 2018 eine Pilgerpension eröffnet. Dort sollen erst zwölf, später bis zu 40 Schlafmöglichkeiten für Wanderer und Pilger entstehen. Kleines Bild: Die Jakobsmuschel am Eingang der künftigen Pilgerpension ist das Zeichen des Jakobsweges, der zwischen Kemberg und Krostitz verläuft. Quelle: Steffen Brost
Bad Düben

In der Mühlstraße 1 und 7 wird gebaut. Das ehemalige Geschäft für Kleinmöbel soll zu einer Pilgerpension um- und ausgebaut werden. Der gebürtige Berliner Andreas Grollmann hatte das rund 150 Jahre alte Haus Anfang 2017 vom Vorbesitzer erworben und will jetzt seinen Lebensmittelpunkt in die Kurstadt verlegen.

„Ich bin selber fast jedes Jahr auf einen der vielen Jakobswegen und seinen Ablegern unterwegs. Bei den Wanderungen ist mir dann auch der Gedanke gekommen, selber so eine Unterkunft für Pilger zu bauen. Ich habe drei Jahre nach einem geeigneten Objekt gesucht. In Bad Düben bin ich schließlich Anfang fündig geworden“, erzählt er.

Eigentümer aus Berlin baut Haus um

Hintergrund sei, das Pilger bei ihren Touren in Hotels oder anderen Unterkünften schlafen müssen. Gerade in den hiesigen Breiten gibt es keine Pilgerpensionen oder zu wenige. „Deswegen will ich hier die Möglichkeit schaffen, das sich Pilger nach ihrer Tour zusammensetzen, Erfahrungen austauschen und Freundschaften schließen können“, sagt Grollmann.

Unter dem Motto „Mach es selbst“ baut der 53-Jährige den größten Teil des Hauses selber um und aus. „Die Internetplattform youtube macht es möglich. Dort steht alles drin. Wie man Fliesen richtig verlegt oder Balken einzieht. Außer den elektrischen Dingen, den Wasseranschluss und die Heizungsanlage. Dafür habe ich mir Fachfirmen ins Haus geholt“, so Grollmann weiter.

Bis zu 40 Schlafplätze geplant

Für den Privatier ist es zur Lebensaufgabe geworden, das Haus in Bad Düben umzubauen und herzurichten. Mittlerweile liegt er gut im Zeitplan. Auf mehreren Etagen sollen bis nächstes Jahr zunächst die ersten 12 bis 14 Schlafplätze entstehen. Später sollen es einmal bis zu 40 Plätze in großen Schlafräumen geben. „Man kann sich das wie in einer Berghütte vorstellen. Dort gibt es in den Räumen große Liegeflächen, wo jeder seinen Schlafsack ausrollt. Und so wird es auch bei mir sein“, so Grollmann.

Neben den Schlafräumen gibt es auch Gemeinschaftsräume zum Kochen oder in denen man vor dem Kamin seine Tagestour noch einmal Revue passieren lassen und Kraft für die nächste Etappe tanken kann. Viele kennen beim Jakobsweg ohnehin nur den bekanntesten Hauptweg durch Nordspanien bis nach Santiago de Compostela. Neben den Wegen in Spanien und Portugal gibt es auch noch eine Vielzahl von Jakobswegen in Deutschland und im restlichen Europa. Sie enden alle in Santiago de Compostela. Aber jeder beginnt an einem anderen Ort. Gemeinsam bilden sie ein Netz von mehr oder weniger bekannten Wegen, von Haupt- und Nebenrouten. So verläuft unter anderem auch ein Weg durch Bad Düben. Es ist die Via Imperii. Sie verläuft von Stettin an der Grenze zwischen Polen und Deutschland in südwestlicher Richtung nach Hof an der Grenze zwischen Deutschland und der Tschechischen Republik und verbindet Stettin mit Berlin, Wittenberg, Leipzig, Zwickau und Hof. Dabei kreuzt die Via Imperii eine ganze Reihe von weiterführenden Pilgerwegen. In unserer Region verläuft sie von Kemberg über die Köhlerei Eisenhammer, Bad Düben und weiter nach Krostitz. Überall findet man das bekannte Pilgerzeichen. Die gelbe Jakobsmuschel auf blauem Untergrund. Sie strahlt immer in Richtung Santiago de Compostela. So auch am Haus an der künftigen Pilgerpension von Andreas Grollmann.

Von Steffen Brost

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