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Bad Düben Bad Düben legt Würfel-Sanierung auf Eis
Region Bad Düben Bad Düben legt Würfel-Sanierung auf Eis
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16:28 10.02.2017
Der Würfel in Bad Düben. In diesem Jahr sollte er saniert werden. Wegen der enormen Kosten ist dieses Projekt zurückgestellt.
Der Würfel in Bad Düben. In diesem Jahr sollte er saniert werden. Wegen der enormen Kosten ist dieses Projekt zurückgestellt. Quelle: Fotos: Steffen Brost
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Der Bad Dübener Würfel, wie das wegen seiner Architektur im Volksmund bekannte Gebäude Am Schalm genannt wird, wird in diesem Jahr nicht mehr umgebaut. Das Gebäude ist stark sanierungsbedürftig, die anfangs avisierten Kosten im unteren fünfstelligen Bereich sind mittlerweile auf rund 300 000 Euro angestiegen, Sanitär und Elektroleitungen müssen komplett neu verlegt werden, es gibt erhebliche Brandschutzauflagen. „Und das wäre erstmal nur für den unteren Teil“, so Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG).

Geplant war, für dieses Projekt Mittel aus dem Stadtumbau Ost einzusetzen. „Da wir aber alle finanzielle Kraft in Kita und Hort stecken, wissen wir nicht, ob dann noch genügend Mittel da sind“, so Münster. Deshalb sei die Entscheidung gefallen, dieses Vorhaben zurückzustellen. Damit stocken vorerst auch die Pläne, aus dem Würfel das neue Begegnungszentrum zu machen, das bisher im Postweg zu finden ist.

Suche nach Lösung für Kleiderkammer läuft

Mit dieser Tatsache wird aber auch das Problem akut, für die Kleiderkammer, die derzeit im Würfel untergebracht ist, eine Lösung zu finden. Diese hat eine wahre Odyssee in den letzten Jahren hinter sich. Aus Platzgründen zog diese einst aus der Begegnungsstätte in zwei Wohnungen der Wohnungsbaugesellschaft im Block Schalm 4. Als dieser abgerissen wurde – gab es den nächsten Umzug, diesmal in den Würfel. Das Problem hier aber ist, dass mit dem Rückbau des benachbarten Wohnblocks auch die Versorgung mit Strom und Wasser gekippt ist, der Würfel erst teuer erschlossen werden müsste. Die Suche nach einem neuen Objekt für die Kleiderkammer läuft. Offenbar zeichnet sich mit Hilfe der Dübener Wohnungsbaugesellschaft auch schon eine Lösung an, „ein wesentlich besserer Standort in diesem Gebiet, aber nicht in einer Wohnung“, ließ Münster schon mal durchblicken. Derzeit ist die Kleiderkammer zweimal im Monat geöffnet, wird sowohl von den Flüchtlingen, aber auch zunehmend von Einheimischen genutzt. So sehr, dass Birgit Dilly (Die Linke) in der jüngsten Stadtratssitzung um Unterstützung für die Frauen um Valentina Düster warb. Eine Erweiterung der Öffnungszeiten werde derzeit nicht für sinnvoll angesehen, so Münster.

Welche Zukunft hat der Würfel?

Die Frage nach der Zukunft des Würfels aber steht. Die Notwendigkeit einer neuen Begegnungsstätte hat sich relativiert, seit der Strom der Flüchtlinge und Asylbewerber abgeebbt ist. „Damals sind wir von rund 300 ausgegangen, die in Bad Düben leben, derzeit hat es sich bei 130 eingepegelt.“ Ganz aus den Augen will Münster das Objekt nicht lassen, hofft mit dem in unmittelbarer Nähe entstehenden Aldi-Neubau auf Effekte, die eventuell auch neue Interessenten heranziehen.

Von Kathrin Kabelitz