Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Bad Düben Bad Düben zeigt Sonderschau zum Dreißigjährigen Krieg
Region Bad Düben Bad Düben zeigt Sonderschau zum Dreißigjährigen Krieg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:34 31.05.2018
Im Bad Dübener Naturparkhaus ist bis Ende Oktober die Ausstellung zum Dreißigjährigen Krieg zu sehen. Quelle: Kathrin Kabelitz
Bad Düben

Als letzte von fünf Städten in Nordsachsen zeigt jetzt auch Bad Düben eine Sonderschau zum Ausstellungszyklus anlässlich des 400. Jahrestages des Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Am Sonntagnachmittag öffnete sich in der ersten Etage des Naturparkhauses die Tür zum Ausstellungsraum.

Skepsis zu Beginn

Zuvor hatte Projektleiter Günter Tempelhof an den Beginn erinnert. 2013 gab es erste Ideen, am 28. April 2014 die klare Zielstellung, unter einem Logo neue regionale Betrachtungen mit Bezug zu den Städten herzustellen: „Heute können wir sagen, diese wurde um ein Vielfaches übertroffen.“ Museen in Bad Düben, Eilenburg, Torgau und Delitzsch ließen sich auf die Idee von Tempelhof und Roland Sennewald – beide jenseits der Profession als studierte Museologen oder Historiker – ein: „Skepsis und eine abwartende Haltung begleiteten uns eine Weile“, räumte Tempelhof ein.

Bei der Vorbereitung der Sonderschau sei es um die Frage gegangen, „wie verbildlicht werden kann, was der Krieg für die Region und die Bevölkerung bedeutet hat“, sagte Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). 400 Jahre später sei dies immer noch ein wichtiger Aspekt in einer Zeit, die deutlich macht, „wie schwierig es ist, friedlich miteinander umzugehen“.

Bürgermeisterin Astrid Münster spricht zu den Gästen der Ausstellung. Quelle: Kathrin Kabelitz

Wohin die thematische Reise führt, wusste Museums-Leiterin Yvette Steuer zu Beginn nicht. Anliegen sei es nicht gewesen, den langen und aus mehreren Phasen bestehenden Kriegskonflikt in seinen Einzelheiten zu beleuchten, sondern vielmehr das Thema bis in die Gegenwart zu führen: „Wir möchten mehr Fragen stellen als Antworten geben.“ Es habe sich im Laufe der Zeit gezeigt, dass Theorie und Wissen in Frage gestellt werden, neu interpretiert oder vieles erst noch erforscht werden müsse.

DDen Sanierungsarbeiten auf der Burg geschuldet, musste die Ausstellung ins Naurparkhaus umziehen. Yvette Steuer und ihre Mitarbeiter sind froh, dass es die Chance gab und die Kurstadt in den Zyklus einbezogen ist. Der lange dauernde Konflikt im 17. Jahrhundert dient dabei als Folie, das System des Krieges skizzenhaft zu umreißen. Einfach war dies nicht, denn Exponate aus dieser Zeit gibt es wahrlich nicht ausreichend.

Im Bad Dübener Naturparkhaus ist bis Ende Oktober die Ausstellung zum Dreißigjährigen Krieg zu sehen. Quelle: Kathrin Kabelitz

Zahlreiche Leihgaben

Möglich wurde es dennoch, weil zahlreiche Leihgeber die Schau unterstützten. Exponate steuerten beispielsweise bei: das Sächsische Rot-Kreuz Museum im Erzgebirge, das Kreismuseum Bitterfeld, das Karl-Sudhoff-Institut in Leipzig sowie private Sammler. Filmmaterial aus dem Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (Saale), das Schussversuche mit rekonstruierten Waffen zeigt, lässt den Besucher erahnen, welch zerstörerische Kraft diese entwickeln. Der Betrachter kann sich auch sein Bild von der gängigen Praxis der „medizinischen“ Versorgung im Felde machen. Die Schau widmet sich geschichtlichen Ereignissen, deren Überlieferung und Weitergabe sowie dem Gedenken in Bad Düben. Gezeigt werden zudem Exponate aus der Zeit von 1914 bis 1918.

Adelassbecken und Instrumente aus dem 15./16. Jahrhundert. . Quelle: Kathrin Kabelitz

Geöffnet: dienstags bis freitags von 10 bis 16 Uhr, am Wochenende von 13 bis 17 Uhr. Veranstaltungen: 8. Juni, 19 Uhr: Referat/Gespräch, Dr. Alexander Querengässer: Ausgeplündert und verheert – Das Leiden der Landbevölkerung im 30-jährigen Krieg; 17. August, 19 Uhr: Referat/Gespräch: Militärmedizin – Versorgung im Felde; 7. September, 19 Uhr: Referat und Gespräch: Günter Tempelhof – Der Leichenkondukt Gustav II. Adolf, 19. September, 19 Uhr, Stadtkirche: Vortrag Jörg Uhle-Wettler, Domprediger zu Magdeburg): Warum sollte ich mich denn grämen – Ein Leben im Dreißigjährigen Krieg / Orgel-Improvisationen mit Kantor Norbert Britze; 28. Oktober, 15 Uhr: Dr. Alexander Querengässer: Die Feldherren des 30-jährigen Krieges als Kriegsunternehmer und Profiteure.

Von Kathrin Kabelitz

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die US-Amerikanerin Claire Pickens lebt eigentlich auf Hawaii. Für einen Eingriff am Rücken ist sie in der vergangenen Woche extra in das nordsächsische Bad Düben gereist, um sich operieren zu lassen.

28.05.2018

Sommer, Sonne, Stadtfest in der Stadt der Engel – drei Tage lang feierte Bad Düben. Am Freitag war das Spektakel mit dem traditionellen Fassbieranstich gestartet.

27.05.2018

Bad Düben hat, was Nassau auch hat: Als zweite Stadt in Deutschland bietet sie Supa Golf an – einen aus Australien stammenden Freizeitspaß. Am Freitag wurde die Anlage im Kurpark eröffnet.

25.05.2018