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Bad Düben Bad Dübener haben Bock auf Biken, Skaten und Co.
Region Bad Düben Bad Dübener haben Bock auf Biken, Skaten und Co.
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10:15 04.10.2019
Guido Scholz stellt das Projekt für den Bikepark in Bad Düben vor. Quelle: EKathrin Kabelitz
Bad Düben

Guido Scholz ist dem Jugendalter längst entwachsen. Den 45-Jährigen hält das nicht davon ab, die Leidenschaft für den MTB-Sport mit seinem 14-jährigen Filius zu teilen. Um ihr Hobby ausleben zu können, müssen Vater und Sohn ihre Räder ins Auto packen, mindestens bis Leipzig oder weiter fahren. Geeignete Anlagen in Bad Düben? Fehlanzeige. Doch es gibt sie, die Biker-, Skater – und Roller-Fans, die genau das in der Kurstadt wollen. Legal und nicht auf Straßen und Plätzen, die ungeeignet, wo Konflikte mit Autofahrern und Fußgängen unausweichlich sind – und wo es vor allem viel zu gefährlich ist.

Idee gibt es schon seit über einem Jahr

Knapp ein Jahr ist es her, seit den Bundespolizisten an der Spitze einer Initiative von Jugendlichen die Frage umtreibt – wie sich eine generationenübergreifende Anlage für alle Rollsportbegeisterten mit Angeboten für Anfänger bis Könner umsetzen lässt, jederzeit für alle zugänglich, kostenlos, familienfreundlich. Eine Anlage, „die allen Spaß macht, für alles, was rollt, gefahrlos befahrbar ist, selbst für Rollstuhlfahrer.“ Am Mittwoch präsentierten Guido Scholz, Tom Aurich (14), Max Kuntze (17), Tom Liebmann (13) und Andreas Janecek (18) in der Oberschule ihre Visionen. Sie stehen, wie sie sagen, für eine ständig wachsende Gruppe an jenen, die Bock auf Biken, Skaten und Rollen haben und trafen in der vollen Aula auf eine Schar Interessierter – Schüler, Eltern, Vertreter von Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Verwaltung und aller Fraktionen des Stadtrates.

So könnte die Anlage mal aussehen. Quelle: Kathrin Kabelitz

Areal an der Durchwehnaer Straße wäre geeignet

Unternommen haben Scholz und Co. schon eine Menge. Sie haben recherchiert und telefoniert, Konzepte zusammengetragen, in anderen Kommunen nachgefragt, sie haben beim SV Bad Düben ihr Projekt vorgestellt, mit Bürgermeisterin, Verwaltung, Schulleitern, Eltern- und Klassensprechern, Sozialarbeitern gesprochen. Erste konkrete Ansätze gibt es. Ein Areal an der Durchwehnaer Straße, wo kürzlich letzte Reste der NVA-Brachen beseitigt wurden, böte sich an. Naturbelassene oder Asphaltbefestigte-Flächen stünden zur Debatte: „Wir tendieren zu letzterem, angelegt durch eine Fachfirma“, so Scholz. Mittels farbiger Symbole auf einer Grafik ließ er die Vision des Bike- und Skateparkes auf der Leinwand erscheinen: City-Plaza mit Skate-Bereich, Pumptrack mit Endlos-Schleifen, Wellen und Tälern, bei dem Geschwindigkeit ohne zu treten durch Hochdrücken des Körpers aus der Tiefe am Rad aufgebaut wird, ein Dirt-Bereich für Radfahrer, ein Übungs- und Skill-Parcours, ein Kinder- und Jugendtreff plus Chillout-Area.

Die Idee kommt gut an

„Ideen haben wir viele“, sagt Scholz. Und sie kamen an bei denen, die da waren. „Die Jugend steht dahinter, das finde ich klasse. Ich würde auch selbst mit anpacken“, sagte Matthias Liebmann. „Es wäre unglaublich cool, wenn wir so etwas hierher bekämen“, so eine Jugendliche. „Eine super Idee, weil auch mit normalem Fahrrad nutzbar“, fand Michael Seidel (SPD). „Eine tolle Sache“, so Andreas Flad (Die Linke), für den ebenso wichtig ist, die „Jugendlichen mitzunehmen“ und ihnen nicht etwas vorzusetzen. „Für uns ist das echt eine Chance“, ist Max Kuntze überzeugt, dass auch weitere Nutzer-Generationen heranwachsen. So oder so ist klar, ohne Förderung geht es nicht. Zwischen 150 000 Euro für die einfachste und einer halben Million Euro für die Traum-Variante bewegen sich Kostenschätzungen. Fest steht: Alles auf einmal wird nicht gehen, schnell schon gar nicht. Am wohl ehesten umsetzbar sieht Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) Pumptrack plus asphaltierte Fläche. Sie steht den Intentionen offen gegenüber. Das Projekt ließe sich gut in das touristische Konzept einbinden, sei eine Ergänzung zum Natursportbad. „Wir erhoffen uns 2000 bis 3000 Tagesgäste jährlich zusätzlich.“

Stadtrat muss sich positionieren

Wie es nun weitergeht? Voraussichtlich im November wird der Stadtrat vor der Grundsatz-Entscheidung stehen: Wollen wir eine solche Anlage oder nicht? Die Verwaltung braucht ein klares Bekenntnis, um aktiv werden zu können. Vielleicht zunächst mit Zwischenlösungen. „Mit einem Radlader ließen sich schnell einige Übungshügel aufschieben. Dann könnt ihr erstmal anfangen“, so Michael Noack (CDU). Unternehmer Mike Kühne brachte die vor einigen Jahren von ihm zur Verfügung gestellte BMX-Strecke am Freibad ins Spiel: Die könnte wiederbelebt werden.“

Das erste Stimmungsbild jedenfalls gibt Anlass zum Optimismus. Finanzierungs-Ideen werden dennoch gebraucht. „Ihr könnt schon mal sammeln“, gab Münster den Jugendlichen mit. Möglichkeiten gibt es viele, wie Sächsischer Mitmach-Fonds, Online-Initiativen wie Crowdfunding oder selbst der Spendenlauf der Oberschule, so ein Vorschlag aus den Schülerreihen.

Von Kathrin Kabelitz

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