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Bad Düben Düben: Mediclin Waldkrankenhaus betreibt weiter Notfallambulanz
Region Bad Düben Düben: Mediclin Waldkrankenhaus betreibt weiter Notfallambulanz
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16:12 20.08.2019
Bürgermeisterin Astrid Münster moderiert die Runde mit Barbara Klepsch, Sebastian Gemkow, Jaqueline Repmann und Nico Koch (von links). Quelle: Foto: Wolfgang Sens
Bad Düben

Die Notfallversorgung im Bad Dübener Mediclin Waldkrankenhaus ist weiter gesichert. Die Einrichtung hatte, nachdem der Bund 2018 ein abgestuftes Notfallsystem eingeführt hat, einen Antrag für eine Notfallambulanz gestellt. Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) hatte die Ausnahmegenehmigung dabei, als sie mit ihrem Amtskollegen der Justiz und Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Wahlkreis 35, Sebastian Gemkow (CDU), zu Gast war. Die Minister informierten sich über den aktuellen Stand des neu gestarteten Fachbereichs für Geriatrie und Alterstraumatologie. Dieser befasst sich mit der Versorgung von akuten und chronischen Krankheiten von Menschen im hohen Lebensalter.

Bürgermeisterin moderiert Podiumsdiskussion

Bei einer Podiumsdiskussion stellten sie sich mit der Ärztlichen Direktorin Dr. Jaqueline Repmann und Pflegedienstleiter Nico Koch den Fragen von Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG), die im voll besetzten Tagungsraum die Moderation inne hatte. Über 30 Fragen hatten die fast 200 Mitarbeiter im Vorfeld gestellt – in knapp einer Stunde konnte nur ein Bruchteil beantwortet werden. Auf Initiative des Standorts wurde so ein besonderer Rahmen für einen direkten Austausch mit der Politik geschaffen.

Standort-Sicherung

Beim Besuch der Ministerin im Vorjahr wurden Probleme angesprochen – einige sind zwischenzeitlich abgearbeitet. Ein wesentlicher Punkt: Neben den Bereichen Orthopädie, Kardiologie und Neurologie hat die Einrichtung für die Geriatrie mit Spezialisierung Alterstraumatologie eine Zulassung erhalten, auch dank der Unterstützung von Stadt und Land, so Repmann.

Nachbesserung beim Pflegepersonal-Stärkungsgesetz erforderlich

Als der erste Entwurf öffentlich wurde, regte sich auch in Bad Düben Widerstand, weil Akut-Kliniken davon profitieren, Reha-Kliniken nicht. Eine Schieflage, so Astrid Münster: Was will Sachsen tun? Es gehe auf Bundesebene in die richtige Richtung, so Klepsch, aber es müsse nachgesteuert werden. Darauf hätten sie und ihre Amts-Kollegen aus den Ländern hingewiesen. Mittlerweile liegt ein Referenten-Entwurf mit Änderungen vor. Sachsen wird sich das Papier genau anschauen. Wenn sich nichts bewegt, wollen die Länder mittels einer Bundesrats-Initiative reagieren.

Klepsch zur Bertelsmann-Studie

Egal, wo die Ministerin in diesen Tagen ist – Barbara Klepsch wehrt sich vehement dagegen, dass die Studie pauschal für die Einrichtungen im Freistaat ausgelegt wird. Das Papier suggeriere mit Blick auf geringe Fallzahlen, deutschlandweit könnte die Hälfte der Krankenhäuser geschlossen werden. „Für mich ist es unsäglich, welche Unruhe man mit dieser Studie, mit den Inhalten und teilweise auch mit Aussagen aus dem Freistaat gegenüber der Öffentlichkeit erzeugt wurde. Die Studie hat für den Freistaat nicht die Relevanz wie für andere Bundesländer. Ein Drittel der bundesweit einbezogenen Häuser verfügt über weniger als 100 Betten. Von unseren 76 Häusern haben wir 10, die unter 100 Betten haben, davon sind 8 Fachkrankenhäuser.“ Handlungsbedarf sehe sie nicht, obgleich sich „unsere Häuser inhaltlich neu ausrichten müssen, die Themen Digitalisierung und Telemedizin spielen eine zunehmend größere Rolle.“

Personalgewinnung: Viele neue Kräfte in kurzer Zeit

In den letzten fünf Monaten wurden 26 Pflegekräfte eingestellt. So konnte die geriatrische Station im Juni starten. „Für den Standort ist es eine besondere Leistung, in so kurzer Zeit so viele neue Kollegen zu gewinnen. Dabei dürfen wir aber nicht unsere langjährigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vergessen, die über einen langen Zeitraum viel Kraft investiert und jede Menge Engagement gezeigt haben – und dies weiterhin täglich tun“, so Pflegedienstleiter Nico Koch.

Minister-Besuch als positives Signal für den Standort

Wie groß dieses Engagement ist, zeigte sich auch angesichts des übervollen Tagungsraumes. Als Dr. Jacqueline Repmann fragte, wer für die Teilnahme an der Veranstaltung auf seinen Feierabend mit Freunden und Familie verzichte: Fast alle Hände gingen in die Höhe. Die Ärztliche Direktorin wertete zudem den Minister-Besuch als deutliches und positives Signal für den Standort. „Das letzte Jahr ist eines der herausforderndsten in meinem Berufsleben gewesen. Aber es ist auch das Jahr, das mich mit dem meisten Stolz für unseren Standort erfüllt hat. Wir entwickeln neue Fachbereiche und führen parallel dazu unser orthopädisches Fachkrankenhaus mit überregionaler Bedeutung in gewohnt hoher Qualität weiter.“

Justizminister fordert schnellere Aufklärung von Straftaten

Bürgermeisterin Münster hatte die Veranstaltung mit einem Bad Düben-spezifischen Thema eröffnet: Im Kurort und der Umgebung sei in den letzten Monaten ein massiver Anstieg von Fahrraddiebstählen zu verzeichnen. An Sebastian Gemkow, der bei den Landtagswahlen für den Wahlkreis kandidiert, richtete sie die Frage, wie man bei solchen Straftaten in Zukunft schneller reagieren könne. „In Sachsen stellen wir immer mehr Polizisten ein, erhöhen die Quote hier jährlich und investieren viel in die Ausbildung“, antwortete der Minister. „Straftaten müssen in Zukunft schneller aufgeklärt werden und auch vermeintlich kleinere Delikte müssen ernst genommen und entsprechend gewichtet werden.“

Von Kathrin Kabelitz

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