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Bad Düben Dübener Naturfreunde auf Exkursion
Region Bad Düben Dübener Naturfreunde auf Exkursion
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07:39 11.07.2019
Die Dübener Naturfreunde in der Oranienbaumer Heide. Quelle: Heike Nyari
Bad Düben

Seit acht Jahren gibt es die Gruppe „Naturfreunde Bad Düben“. Es sind Menschen aus Durchwehna, Bad Düben, Löbnitz, Schnaditz, Glaucha, Trossin, Dahlenberg, Torgau und Bad Schmiedeberg, denen die Natur- und Kulturlandschaft sowie der verantwortungsbewusste Umgang mit ihr am Herzen liegen. Unter ihnen sind Männer und Frauen, die sich beispielsweise im Verein Dübener Heide, beim Naturschutzbund oder beim Kranichschutz Deutschland engagieren.

Fachvorträge und Wanderungen

Die leidenschaftlichen Tier- und Landschaftsfotografen in der Runde, wie Knut Fischer aus Leipzig, Andreas Selbmann aus Eilenburg und Ronny Papenfuß aus Pristäblich bereichern mit ihren Bildern zudem Fachvorträge, Ausstellungen und verschiedene Publikationen, um anderen Menschen die heimische Tierwelt, ihre Artenvielfalt und die Schönheit der Natur näherzubringen. Neben den zwölf Treffen im Jahr beteiligen sich die Naturfreunde auch an Arbeitseinsätzen in Naturschutzgebieten, an Wasservogelzählungen oder am Wildkatzenmonitoring, um nur einiges zu nennen. Neben der 1-Mai-Wanderungen, der sich Interessierte gern anschließen dürfen, unternimmt die Gruppe Exkursionen in Gebiete der DBU-Naturerbe GmbH, die beispielsweise in der Goitzsche und im Authausener Wald zu finden sind und die vom Bundesforstbetrieb Mittelelbe, mit Sitz in Bad Düben, vor Ort betreut werden.

Ehemaliges militärisches Sperrgebiet

Heckrinder in der Heide. Quelle: Heike Nyari

Nun führte eine weitere Exkursion zu den Naturerbeflächen in die Oranienbaumer Heide. Diese liegen südwestlich Oranienbaums und erstrecken sich über eine Fläche von insgesamt zirka 2100 Hektar. Sie gehören zum Nationalen Naturerbe und sind Teil des Unesco-Biosphärenreservats Mittelelbe. Bei diesem Areal, das unter strengem Landschafts- und Naturschutz steht, handelt es sich um ein ehemaliges militärisches Sperrgebiet, das nur auf wenigen ausgewiesenen Wegen betreten werden darf. Das Verlassen der Wege ist verboten.

Mit der Bundesforstmitarbeiterin Susanne Osterloh ging es also in einer der artenreichsten Heideflächen, die Sachsen-Anhalt zu bieten hat, auf Pirsch. Das Besondere ist, dass man für die Pflege der großen, vielfältig strukturierten Heide- und Magerrasenflächen etwa 70 Koniks und 40 Heckrinder in der halboffenen Weidelandschaft, die etwa 800 Hektar einnimmt, grasen lässt. Man spricht auch von einer extensive Ganzjahresbeweidung. Bei der Exkursion war die Hoffnung groß, dass sich die eine oder andere Herde vielleicht blicken ließe. Die Pferde waren jedoch gar nicht und Rinder nur von weitem zu sehen.

Nachtaktive Ziegenmelker

Das Hauptaugenmerk der Exkursion lag ja eigentlich auch bei einem ganz anderen Tier – dem nachtaktiven Ziegenmelker. Etwa eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang macht sich die Nachtschwalbe auf zur Jagd. Den gut getarnten, dunklen Vogel vor die Kamera zu bekommen, ist nahezu unmöglich. Aber als sich die Dämmerung durch die Heide webte, vernahmen die Exkursionsteilnehmer den typischen Ruf der seltenen Nachtschwalbe. Auf einer der Hinweistafeln war zu lesen, dass die Vögel des nachts die Schaf- und Ziegenherden umflogen. Und weil sie einen riesigen Schnabel besitzen, entstand die Legende, sie würden Ziegen melken. Der nächtliche Gesang des Vogels, der einem minutenlangen Schurren gleicht, mischte sich mit weiteren Geräuschen der Nacht und begleitete die Gruppe, die mehrere Kilometer durch den finsteren Wald zurück marschierte, bis sie den Ausgangspunkt wieder erreicht hatte.

Von Heike Nyari

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