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Bad Düben Dübener Natursportbad: Warum ist abends schon 20 Uhr Schluss?
Region Bad Düben Dübener Natursportbad: Warum ist abends schon 20 Uhr Schluss?
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09:12 29.06.2019
Bad Dübens neues Natursportbad mit Camp wird bestens angenommen. Doch es gibt auch den einen oder anderen kritischen Hinweis. Quelle: Wolfgang Sens
Bad Düben

Das Dübener Natursportbad ist eröffnet, das Sommer-Wetter passt, die Besucherzahlen erreichen dank des Sahara-Sommers nach nicht mal vier Wochen Rekordwerte. „Wir freuen uns sehr, dass wir knapp 8000 Eintritte in den ersten vier Wochen im Bad hatten“, sagt Ole Hartjen, Geschäftsführer der Kurbetriebsgesellschaft. Allein am Mittwoch waren es knapp 800 – bisher der Rekord.

Jahresziel schon fast erreicht

„Wenn wir auf diesem hohen Niveau weitermachen, haben wir zum Ende des Monats das Budget von 9000 erreicht – was die Stadt als Jahresziel vorgegeben hat“. Kein Wunder also, dass Hartjen happy ist. Sein Unternehmen betreibt das Bad, nicht minder froh ist die Stadt als Eigentümer. Noch ist die finale Übergabe nicht erfolgt, damit der Betrieb dennoch läuft, stehen Stadt und Kurbetriebsgesellschaft in ständigem Austausch. 15 Mitarbeiter gibt es, Saisonkräfte wie Festangestellte, die als Bademeister, technisches Personal und Kiosk-Mitarbeiter bei diesem Ansturm „Unglaubliches“ leisten. Nicht nur, weil so viele Besucher kommen und die Öffnungszeiten fast schon permanent bis 20 Uhr verlängert sind. Auch der Wartungsaufwand ist enorm. Allein die Reinigung des Beckens nimmt täglich mehrere Stunden in Anspruch.

Noch ist nicht alles komplett

Die Nachfrage war so groß, „dass wir unbedingt am 24. Mai öffnen wollten“, so Ole Hartjen. Auch, wenn es hier und da Nachbesserungsbedarf gibt, Arbeiten im Gang sind. Das Kioskangebot ist noch nicht vollständig, weil noch eine Abzugshaube installiert werden muss. Auch der Tiefbrunnen ist noch nicht in Betrieb, die Fermanox-Anlage, die zur Entfernung von oxidierbaren Inhaltsstoffen aus dem Wasser dient, läuft erst ab nächste Woche.

Neuer Stadtrat spendet Beifall

„Es gibt zudem einige Dinge, die wir erst später lösen können“, sagt Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Nach der Saison wolle man sich mit Betreiber und Stadtrat zusammensetzen, hier und da ist Nachbesserungsbedarf. „Wir hören unseren Gästen aber schon jetzt bei Hinweisen gut zu, passen Abläufe wenn möglich an“, so Ole Hartjen. Alles in allem herrscht Zufriedenheit, was auch der neue Stadtrat bei seiner ersten Sitzung am Donnerstag mit Beifall bedachte. Doch nicht alles ist eitel Sonnenschein. Wir haben die wichtigsten Kritikpunkte von Besuchern hinterfragt.

Seit reichlich vier Wochen ist das Natursportbad in Bad Düben geöffnet. Schon Ende Juni könnte die als Jahresziel avisierte Besucherzahl erreicht werden.

Warum ist das Bad nicht auch nach 20 Uhr geöffnet?

Diese Kritik wird immer wieder in Internetforen geäußert – mit dem Verweis, dass früher im alten Freibad Hammermühle oft bis Sonnenuntergang Beachvolleyball gespielt wurde. Ole Hartjen sagt dazu: „Wir sind natürlich noch in der Findungs- und Optimierungsphase. Aufgrund des Sommerwetters haben wir innerhalb kurzer Zeit die Öffnung in der Woche verlängert. Das war auch so geplant. Abhängig von der Witterung geben wir die Zeiten tags zuvor auf unserer Internet-Seite bekannt.“ Wegen des schönen Wetters ist nun bereits einige Tage vor Beginn der Ferien jeden Tag von 10 bis 20 Uhr offen.

Später angedacht aber aufgrund der Nachfrage kurzfristig mittels am Handgelenk getragener Bändchen-Kennzeichnung wurde die Möglichkeit der Kiosk-Nutzung bei freiem Eintritt geschaffen. Die Mitarbeiter vor Ort seien enorm gefordert. Viel mehr geht derzeit nicht. „Wir haben zwei wunderbare Volleyballplätze, die während der Öffnungszeiten nutzbar sind. Eine andere Lösung ist zurzeit nicht angedacht. Das Bad muss dann aus Sicherheitsgründen abgeschlossen werden“, so Hartjen.

Wieso gibt es nur eine Kasse – und keine zeitsparende Extra-Schranke für Dauerkartenbesitzer?

Diese Szenerie kann man jedes Wochenende „bestaunen“: In den Stoßzeiten, vor allem am frühen Nachmittag, bildet sich vorm Einlass eine lange Schlange. Dabei reihen sich viele ein, die eigentlich mit ihrer Dauerkarte sofort rein können. Doch ein Extra-Drehkreuz mit einem Kartenleser – eigentlich Normalstandard beispielsweise in Freibädern in Bayern oder Österreich – gibt es in der Hammermühle nicht. Astrid Münster hat eine einfache Erklärung: „Weil das Geld alle war beziehungsweise wir das Budget deutlich überschritten haben. Im Stadtrat haben wir gemeinsam beschlossen, auf solch ein teures Drehkreuz erstmal zu verzichten. Wir überlegen, ob wir das gegebenenfalls für die Dauerkartenbesitzer einrichten.“ Definitiv vom Tisch sind die Kassenautomaten. Das würde rund 60 000 Euro kosten. „Ich denke, die Wartezeiten halten sich in Grenzen. Bei über 1000 Besuchern bildet sich auch mal eine Schlange, die Mitarbeiter tun aber ihr Bestes.“

Gerade am Wochenende oder nachmittags bilden sich Schlangen am Einlass, Quelle: Wolfgang Sens

Der angesäte Rasen gleicht stellenweise einem kümmerlichen Stoppelacker. Warum wurde kein Rollrasen verwendet?

Nur ein kleiner Teil des Bades ist mit Rollrasen belegt, sagt Astrid Münster. „Ansonsten sind wir erstaunt, dass der Rasen überhaupt so gut gekommen ist. Anfang Mai sah es noch nicht so aus, dass er zur Eröffnung schon so grün ist. Nach diesem Sommer werden wir nacharbeiten müssen, wir werden das Pflanzen von Bäumen noch nachholen, um mehr Schattenflächen zu haben.“ Es sei eine große Anstrengung, diese Flächen zu bewässern, wenn von 10 bis 20 Uhr offen ist und Gäste da sind.

Stellenweise gleichen die Wiesen noch einem Stoppelacker, aber das Grün setzt sich durch. Nur in einem kleinen Teil des Bades ist Rollrasen verlegt. Quelle: Wolfgang Sens

Das Wasser ist an sonnen- und besucherreichen Tagen oft lumig und schimmert grün. Ist die Naturfilteranlage überfordert?

„Nein, ist sie nicht. Aber die Folie im Becken ist grün. Man kann im Gegensatz zum Eröffnungstag jetzt bis auf den Boden gucken. Wenn natürlich so viele Gäste da sind wie am Mittwoch ist es schwierig“, sagt Astrid Münster. Die Wasserqualität wird ständig geprüft. „Verhehlen möchte ich aber nicht, dass wir zurzeit die Tiefbrunnenanlage noch nicht in Betrieb haben, weil die Tiefbrunnen noch nicht fertig waren. Das liegt daran, dass die Fermanox-Anlage erst vorige Woche installiert wurde und erst nächste Woche die Elektronik eingebaut wird, so dass wir derzeit das Becken mit Trinkwasser befüllen und das bei diesen Temperaturen jeden Tag mindestens sechs Stunden lang.“

Am Mittwoch war die Frischwasserzufuhr schon ab dem Abend nötig, weil sich nur so die Wassertemperatur herunterkühlen ließ, die von 26 Grad morgens auf 30 Grad abends angestiegen war. Dauerhaft dürfen es aber nur maximal 25 Grad sein. In der nächsten Woche wird eine Firma die restlichen Algenrückstände mechanisch entfernen. Die Saugroboter haben das doch nicht wie erwartet, geschafft. Auch die Beckenreinigung ist zeitlich aufwändig.

Die schattigen Plätze unter den Bäumen sind rar. Ist künftig an eine Sonnenschirm-Ausleihe gedacht?

Die mächtigen Laubbäume sind ein guter Schattenspender an heißen Sommertagen. Doch die Plätze darunter sind oft schnell belegt, die Handtücher liegen in diesen Arealen dicht an dicht. Die Lösung werden mobile Sonnenschirme sein, die Besucher an der Kasse ausleihen könnten. Die Lieferung von Liegen und Schirmen ist in der vergangenen Woche eingetroffen, sagt Ole Hartjen. Das Organisatorische wird in dieser Woche geklärt, sodass zu Ferienbeginn einer Ausleihe nichts im Wege steht. Laut Festlegung durch die Stadt kostet die Tagesausleihe fünf Euro für eine Liege und drei Euro für einen Schirm.

Die Wellenrutsche ist ein Highlight des sanierten Bades. Doch hat die Badeaufsicht den Trubel dort genügend im Blick?

Es ist die erwartbare Gaudi geworden: Wer Action im Freibad sucht, kommt an der 16 Meter langen Wellenrutsche nicht vorbei. Doch Eltern kleinerer Kinder beklagen hin und wieder, dass ältere Jugendliche sich dort austoben und kleinere Kinder Angst haben, dort in die Mangel genommen zu werden. Die Frage stellt sich: Schaut die Badeaufsicht genug hin und greift auch mal ein, wenn’s zu turbulent wird? Ole Hartjen bestätigt dies. Und sieht im übrigen dort kein Problem: „Die Ausführung der Rutsche wurde so umgesetzt, dass eine Aufsicht von rechtlicher Seite grundsätzlich nicht notwendig ist. Aufgrund der durchgehenden Nutzung durch den Tag setzen wir dennoch Aufsichtspersonal ein, welches auch entsprechend eingreift.“

Die Anfahrt mit dem Auto ist staubig, die Parkplätze sind rar. Wird hier nachgebessert?

Wer vernünftig ist, kommt gleich mit dem Fahrrad. Oder wenn mit dem Auto, dann nur in Schrittgeschwindigkeit. Trotzdem staubt es wie in einem Sahara-Sturm, die unmittelbaren Anwohner sehen das Grün im Garten manchmal nicht. Und Parkplätze sind Mangelware – viele verstopfen mit ihren Autos die angrenzenden Feldwege. Reagieren könne die Stadt aber derzeit nicht. „Das wussten wir. Wer mit dem Auto kommt, hat die Autowaschanlage derzeit mit gebucht“, versucht Astrid Münster, es mit Galgenhumor zu nehmen. Erst im nächsten Jahr, wenn der Wanderrastplatz kommt und die Parkplätze gemacht werden, werde die Situation eine andere sein.

Dennoch wird hier auch künftig nicht asphaltiert: „Wir setzen uns aber dafür ein, dass zumindest der Weg bis zu den Kleidercontainern, also bis zur Grenze des Landschaftsschutzgebietes, mit einer dünnen Bitumenschicht überzogen wird. Mehr Parkplätze sehe ich derzeit nicht. Wir nehmen mit der Gestaltung des Wanderrastplatzes gar noch Parkplätze weg, weil die Fahrradstellplätze näher an der Eingangszone und so angeordnet werden, dass sie sicherer sind als jetzt. Zudem werden Behinderten- und Wohnmobilstellplätze angeordnet. Wer in Bad Düben wohnt, kann gern mit dem Rad kommen, auch die Bushaltestelle ist nahe. Uns ist klar, dass das für die Anwohner eine große Belastung ist. Wir werden das Ordnungsamt verstärkt einsetzen, weil die Feuerwehrzufahrt gewährleistet sein muss.“

Die Holzfässer sind ein Hingucker, scheinen aber oft leer zu stehen. Gibt es zu wenig Werbung für die Hütten?

Ole Hartjen sieht das nicht so: „Ganz im Gegenteil – wir sind mit den Buchungszahlen im ersten Monat sehr zufrieden, diese liegen auch über dem budgetierten Wert. Wir haben in drei Wochen schon knapp über 160 Gäste im Camp gehabt.“ Die Hauptzielgruppe, Schulklassen sowie weitere Kinder- und Jugendgruppen, buchen in der Regel sehr lange im Voraus. „Wir bewerben die Fässer daher bereits intensiv für 2020, einige Buchungen liegen auch schon vor. Ganz neu ist: Wir haben jetzt attraktive, zubuchbare Bausteine für Kinder- und Jugendgruppen für das Camp. So können Umweltbildungsangebote, Wanderungen, Führungen durch Altstadt und Kurpark und natürlich auch Supa Golf genutzt werden.

Von kathrin Kabelitz und Olaf Majer

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