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Bad Düben Ehemalige Kommandeure treffen sich in Bad Düben
Region Bad Düben Ehemalige Kommandeure treffen sich in Bad Düben
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09:19 21.11.2017
Kommandeurstreffen: In diesem Jahr kamen Oberst a.D. Burkhard Kühn, Regierungsamtsrat Hartmut Seibt, Oberst a.D. Waldemar Mikulcik, Oberst a.D. Ulrich Kirsch, Polizeidirektor Jürgen Kollenrott und Bad Dübens ehemaliger Bürgermeister Eckehard Tulaszewski (von links) zum Kommandeurstreffen.
Kommandeurstreffen: In diesem Jahr kamen Oberst a.D. Burkhard Kühn, Regierungsamtsrat Hartmut Seibt, Oberst a.D. Waldemar Mikulcik, Oberst a.D. Ulrich Kirsch, Polizeidirektor Jürgen Kollenrott und Bad Dübens ehemaliger Bürgermeister Eckehard Tulaszewski (von links) zum Kommandeurstreffen. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

Alle zwei Jahre treffen sich auf Einladung des Bad Dübener Bürgermeisters a.D., Eckehard Tulaszewski, die ehemaligen Kommandeure von Bundeswehr und Bundespolizei, die nach der Wende entweder als Chef des Luftwaffennachkommandos, des ABC-Abwehrbataillons oder der damaligen Bundesgrenzschutz-Abteilung Ost 3 des Grenzschutzpräsidiums Berlin Dienst taten. „Es ist zu einer schönen Tradition geworden, dass wir seit 2002 rund um den Volkstrauertag hier zusammenkommen. Man tauscht sich aus, gedenkt der Gefallenen von Opfer und Gewalt und verbringt ein paar schöne Stunden miteinander“, sagte Tulaszewski.

Bekanntestes Gesicht war Oberst a.D. Ulrich Kirsch. Er war der letzte Kommandeur des 1994 aufgelösten ABC-Abwehrbataillons. Später wurde er Bundesvorsitzender des Deutschen Bundeswehrverbandes. Heute genießt er seinen Ruhestand in Blaichach im Allgäu und hat die Leidenschaft zur Malerei gefunden.

Auch die beiden Oberste Waldemar Mikulcik und Burkhard Kühn gehören zu den Stammgästen. Der letzte NVA-Kommandeur, Oberst Werner, übergab die Militärtechnische Schule an Mikulcik. Er wiederum übergab sie an Kühn, der eigens vom Nato-Hauptquartier in Rom nach Nordsachsen abkommandiert wurde. Er übergab nach Einholung der Truppenfahne den Standort in der Schmiedeberger Straße an den schon fast legendären Kommandeur der Bundesgrenzschutz-Abteilung Ost 3, Polizeidirektor Wolf-Dieter Krampe. Auch der amtierende Polizeidrektor Jürgen Kollenrott von der Bundespolizeiabteilung Bad Düben ist regelmäßiger Gast. Leider konnte Krampe ebenso wie Oberstleutnant a.D. Peter Gehm, der als erste Kommandeur des im Alaunwerk von der NVA übernommene ABC-Abwehrbataillon leitete und Brigadegeneral Jürgen Beyer, der später von Gehm übernahm nicht teilnehmen.

Kranzniederlegung auf dem Waldfriedhof

Nach einer Stadtbesichtigung in der Lutherstadt Wittenberg trafen sich alle auf dem Bad Dübener Waldfriedhof, wo ein Kranz für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft niedergelegt wurde. „60 Millionen Menschen sind gefallen, wurden ermordet, starben an Hunger, Kälte und bei den großen Fluchten. Einer von ihnen war der Infantrist Josef Ahrens. Er fiel als 22-Jähriger in den letzten Kriegstagen und wurde auf dem Waldfriedhof beerdigt. Was damals geschah, darf sich niemals mehr wiederholen. Ich danke insbesondere Eckehard Tulaszewski für das Wachhalten dieses Gedenkens“, sagte Kirsch.

Kaffeerunde bei der Bundespolizei

Anschließend folgte eine Kaffeerunde in der Bundespolizeiabteilung. Hier berichtete Polizeidirektor Jürgen Kollenrott über die Einsätze seiner Hundertschaften. „Zu uns gehören der Abteilungsstab mit den drei Stabsbereichen Einsatz, Polizeitechnik und Versorgung sowie Zentrale Dienste, die Bereiche Polizeiärztlicher Dienst und die Einsatzunterstützung und der Standortservice, vier Hundertschaften und eine Unterstützungseinheit. Beschäftigt sind hier rund 580 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon rund 520 Polizeivollzugsbeamtinnen und Beamte. Darüber hinaus gibt es hier eine regionale Bereichswerkstatt mit 71 Beschäftigten und eine Außenstelle der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben der Direktion Erfurt“, erläuterte Kollenrott.

Bis 2016 wurden in der Bad Dübener Dienststelle rund 60 Millionen Euro investiert. Die Gäste erfuhren von den schweren Einsätzen bei Fußballspielen oder dem G20 Gipfel in Hamburg. Den Abschluss bildete die Teilnahme an der Gedenkveranstaltung am Kriegerdenkmal im Kurpark. Spätestens in zwei Jahren wollen sich alle wiedertreffen.

Von Steffen Brost