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Bad Düben Einmal Russland und zurück – Biker starten 10 000-Kilometer-Tour
Region Bad Düben Einmal Russland und zurück – Biker starten 10 000-Kilometer-Tour
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08:00 07.06.2019
Die Biker der Motorradfahrgemeinschaft Dübener Heide starten am Freitag ihre Tour nach Russland. Quelle: Anke Herold
Laußig

Dass die Spannung immer mehr ansteigt, ist den Männern von der Motorradfahrgemeinschaft Dübener Heide noch nicht anzusehen. Ganz relaxed sitzen sie in ihrem Clubhaus auf den Barhockern und fachsimpeln über die bevorstehende Reise. Wer jetzt meint, es handelt sich hierbei um eine gemeinsame Ausfahrt oder Motorradtour durch die Region, der irrt gewaltig. Am Freitag starten zehn Motorräder aus der Dübener Heide in Richtung Russland.

Auf einer Karte haben die Biker ihre geplante Route farblich gekennzeichnet. Quelle: privat

Biker sind längere Strecken gewohnt

Für die Biker ist es nicht die erste Fahrt mit diesem immensen Pensum, da ist schon eine gewisse Routine da. Zumindest machen die sympathischen Männer den Eindruck von vollkommener Unaufgeregtheit. Scherzend erzählen sie von der Reiseplanung. Philipp ist der Road Captain, er hat die Strecke schon mal ins Visier genommen. „Die fertige Route ist unsere Orientierungshilfe. Im Vorfeld kann man nichts planen. Die Fahrt wird uns durch Polen, Litauen, Lettland und Russland führen. Es ist attraktiver, über das Baltikum zu fahren. Ein geplanter Zwischenstopp in Moskau bei einem befreundeten Motorrad Club ist sicher. Dort werden wir bei den Nachtwölfen MC, ehemals Night Wolves, Station machen, umreißt der Biker den ersten Teil der unglaublich langen Reise. „Den Roten Platz werden wir uns ansehen, ansonsten ist unser Ziel, viel unterwegs zu sein“, fügen die Biker hinzu.

Route der Biker führt bis in die Ukraine

Weiter geht es dann nach Jekaterinburg, zur europäisch-asiatischen Grenze, das südliche Uralgebirge in Richtung kasachische Grenze zum Kaspischen Meer, Wolgograd, Moldavien, Ukraine und wieder Richtung Polen“, fährt er fort. Die Männer nicken bestätigend, all das klingt weit weg, lässt sie aber dennoch gelassen bleiben. „Wenn man einmal Blut geleckt hat, kann man damit nicht mehr aufhören. Das ist am Ende wie eine Sucht“, erzählt René.

Fahrten nach Slowenien, Schottland, Andorra, Korsika, Island, Malta, eine Rundreise in Amerika sind nur wenige Beispiele, die die 21 Jahre alte und 17 Mitglieder starke Gemeinschaft bisher absolviert hat. Inzwischen fahren die Biker auf ihren extremen Touren auch mit Maschinen, die genau dafür konzipiert sind. Reise-Enduro heißt der Überbegriff. „Solch ein Motorrad ist ein Nutzfahrzeug und darf auf jeden Fall nicht neu aussehen“, sind sie sich einig.

Die Bikes stehen schon startbereit

Vor dem Clubhaus stehen die sportlichen Fahrzeuge mit neu aufgezogenen Rädern mit tiefem Profil, große Seitenkoffer, Tankrucksack und zahlreichen zusätzlichen Behältern, um mitnehmen zu können, was unentbehrlich ist. „Benzin, Öl, Bowdenzüge, Schläuche. Reifenreparatur-Set“ sind dabei, natürlich auch Getränke, Zelt und Kleidung. Ob Textilhose, Lederweste oder Motorradkombi – da hat jeder seine eigene Befindlichkeit. Auch das Wort Wechselwäsche fällt: „Wir waschen unsere Sachen unterwegs und versuchen schon, auf Zeltplätzen zu übernachten, wo solche Gelegenheiten vorhanden sind“, erklärt der Road Captain.

Biker mussten ein Visum beantragen

Im Vorfeld musste an vieles gedacht werden. Das Visum, die passende Versicherung alles muss stimmen. Am Freitag geht die Reise losgehen. Dann liegen vor den Biker zirka 10 021 Kilometer und 23 Tage. „Natürlich wird es wieder etwas mehr sein“, lachen die Männer. Die Bikes werden gepackt etwa 350 Kilogramm wiegen und bis zu 120 Kilometer schnell sein. Mehr ist auf Dauer nicht möglich, 350 bis 380 Kilometer durchschnittlich am Tag will die Gruppe schaffen. „Jeder hilft jedem“ und das ist wohl die beste Versicherung, die man haben kann, bei solch einem Unternehmen. Mit dabei ist eine Frau, die ebenfalls lange Reiseerfahrungen hat.

Von Anke Herold

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