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Bad Düben Einsturzgefährdeter Schandfleck in Kossa – Bürgermeister will mit Erben sprechen
Region Bad Düben Einsturzgefährdeter Schandfleck in Kossa – Bürgermeister will mit Erben sprechen
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14:49 28.07.2016
Könnte bald eingezäunt werden: Das Areal der ehemaligen Landwirtschaftlichen Genossenschaft in Kossa Quelle: Foto: Melanie Steitz
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Kossa

Der Schandfleck von Kossa könnte bald eingezäunt werden. Gemeint ist das ehemalige Grundstück und Gebäude der LPG (Landwirtschaftliche Genossenschaft), das im Windschatten des Kossaer Friedhofs an die Kreisstraße grenzt. „Wir haben wiederholt angemahnt“, sagt Lothar Schneider (Parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Laußig. Der Grund: Das Gebäude, das vor 15 Jahren brannte und dessen Dachstuhl komplett einstürzte, verwahrlost zunehmend. Außerdem könnten dort jederzeit unbefestigte Gegenstände vom Dach fallen. Zwar dürfen Unbefugte das Gelände nicht betreten, aber wer kann das schon kontrollieren?

Schlechtes Renommee für den Ort

„Auf der Rückseite des Friedhofs könnte wenigstens eine Mauer errichtet werden, damit es ein geschlossenes Areal ergibt“, plädiert Peter Mösing, Ortsvorsteher von Kossa. Gerade in Anbetracht der Gedenkplatte der Ehrengefallenen des Zweiten Weltkriegs, denn jedes Jahr reist eine französische Delegation nach Kossa, um den Gefallenen des Todesmarsches zum KZ Buchenwald im Zweiten Weltkrieg zu gedenken.

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Zuweilen sind dies sogar 70 Personen, die mit Bürgermeister Schneider am Gemeinschaftsgrab der Gefallenen stehen. Das eingestürzte Haus daneben werfe dabei ein schlechtes Licht auf Kossa, urteilt Mösing. Auch die Bäume würden vom Eigentümer nicht geschnitten. Und den Dorfbewohnern sind die Hände gebunden, weil es sich dabei um ein Privatgelände handelt.

Früher Schweinestall und Schrotanlage auf dem Anwesen

In den 1960er Jahren war das Gehöft ein Teilobjekt der LPG und diente als Schweinestall und Schrotanlage. Da die LPG erst nach dem Zweiten Weltkrieg zum Eigentümer wurde, ging der Besitz nach der Wende wieder an den westdeutschen Alteigentümer zurück. Der ist zwar mittlerweile verstorben, hat aber noch Erben, die das Gehöft verwalten.

„Am Ende stehen wir in der Pflicht, die Verkehrssicherung selbst durchzuführen“, bekennt Schneider. Die konkrete Antwort stehe zwar aus, aber ein Termin sei schon in Sichtweite. „Wir erwarten, dass die Erbengemeinschaft demnächst nach Kossa kommt und in einem persönlichen Gespräch sich die Angelegenheit lösen lässt“, so Schneider.

Notfalls in Eigenregie, aber nicht zulasten der Gemeinde

„Natürlich sind wir nicht glücklich, dass das Grundstück der LPG dem Alteigentümer nach der Wende zurück übertragen wurde, das bedauern wir sehr“, sagt er. Er hoffe aber dennoch, bald zu einer Lösung zu kommen. Und wenn nicht? Dann will sich der Bürgermeister persönlich darum kümmern: „Sollte es nicht zu einer Verkehrssicherung durch die Eigentümer kommen, dann müssen wir es selbst durchführen, aber zulasten der Eigentümer. Denn die Allgemeinheit kann dieses Vorhaben nicht allein tragen. Eigentum verpflichtet ja schließlich.“

Von Melanie Steitz