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Bad Düben Enttäuschung im Advent: Warum fährt die Heidebahn nicht?
Region Bad Düben Enttäuschung im Advent: Warum fährt die Heidebahn nicht?
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18:07 05.12.2019
Zu Pfingsten ist sie noch gefahren: Jetzt in der Adventszeit darf die Heidebahn nicht die gewohnte Sonderfahrt zum Leipziger Weihnachtsmarkt unternehmen. Quelle: Steffen Brost
Eilenburg/Bad Düben

Bittere Enttäuschung für Heidebahn-Fans: In diesem Jahr finden die üblichen Advents-Sonderfahrten zum Leipziger Weihnachtsmarkt nicht statt. Dies teilte der Förderverein Berlin-Anhaltische Eisenbahn Ende November mit. Grund hierfür ist eine Anordnung des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr von Sachsen-Anhalt, mit der der Betrieb der Bahn wegen Mängeln auf der Strecke untersagt wird.

Betriebssicherheit der Strecke nicht gewährleistet

Laut Anordnung habe die Strecke von Pratau über Pretzsch bis nach Bad Düben nach einer Kontrolle zahlreiche Mängel aufgewiesen und sei somit nicht betriebssicher. So seien bei Brückenprüfungen im Juli 2017 Fehler festgestellt worden, die die Stand- und Verkehrssicherheit, wie auch die Dauerhaftigkeit beeinflussen würden. Außerdem seien die Terminvorgaben des Prüfers seit Ende Dezember vergangenen Jahres abgelaufen. Auch bei diesjährigen Prüfungen seien Mängel festgestellt worden, die dem Betreiber länger bekannt waren, aber noch nicht abgestellt wurden.

„Mängel haben sich mit der Zeit gehäuft“

Stefan Karnop ist Leiter des Referats für Grundsatzfragen, Verkehrspolitik, Bahnen und öffentlichen Personenverkehr des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr von Sachsen-Anhalt. Er erklärt, wie es trotz Jahre alter Mängel erst jetzt zu einem Fahrverbot gekommen ist: „Zu Beginn war das Ausmaß der Fehler nicht so gravierend. Aber mit der Zeit hat sich der Missstand immer weiter entwickelt und die Mängel haben sich gehäuft.“ Nun hätten Ingenieure, die die Strecke im Auftrag des Ministeriums begutachtet haben, eine Unterlassungsverfügung empfohlen. „Wir wollen nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen, aber bei dem aktuellen Zustand der Strecke können wir keine Fahrten mehr verantworten“, so Karnop.

Unterlassungsverfügung als wirksames Druckmittel

Über Jahre hinweg habe das Ministerium mehrere Verfügungen zur Behebung der Mängel erlassen. Diese wurden entsprechend von der Deutschen Regionaleisenbahn GmbH (DRE) beklagt. Damit habe sich das Verfahren immer mehr gezogen, ohne dass irgendwelche Sanierungsmaßnahmen unternommen wurden. „Der Betreiber hat die Sanierungsverfügungen immer beklagt und damit nur unsere Arbeitskräfte gebunden“, erklärt der Referatsleiter. Deshalb sei man nun an einen Punkt angelangt, an dem man mit dem Druckmittel Unterlassungsverfügung auf eine positive Wende hofft.

Prüfung vergessen

Andreas Franzke ist Eisenbahnbetriebsleiter bei der Deutschen Regionaleisenbahn GmbH. Er räumt ein, bei der Begutachtung des anhaltischen Teils der Strecke, selbst zwei Aspekte als Betriebsgefahr eingestuft zu haben. „Es hängt von einer individuellen Sachstandsbewertung ab, ob etwas als Betriebsgefahr eingeschätzt wird, oder nicht“, erklärt der Diplom-Ingenieur. Darunter falle auch die Brücke bei Pratau, die in der Begründung der Unterlassungverfügung genannt wird. Zur in der Anordnung aufgeführten überfälligen Prüfung sagt Franzke, dass „ein organisatorischer Fehler unterlaufen“ sei und bei der Inspektion ein Prüfobjekt vergessen wurde.

Heidebahn soll nächstes Jahr wieder fahren

Dass die bestehenden Mängel in den vergangenen Jahren nicht behoben wurden, liege daran, dass sie seitens der DRE nicht als betriebsgefährdend erachtet wurden. „Das ist eine Strecke mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 Kilometern pro Stunde“, sagt der Eisenbahnbetriebsleiter. Da könne man die Durchfahrgeschwindigkeit bei Bedarf auf bis zu zehn Kilometer pro Stunde reduzieren, um Gefahren zu vermeiden, so Franzke. „Bei den wenigen Fahrten, die wir im Jahr mit der Heide-Bahn unternehmen, lassen sich die Mittel für eine so umfangreiche Rekonstruktion nicht einnehmen“, erklärt er. Dennoch geht er davon aus, dass noch einiges an der Strecke zu retten ist. Geplant sei nächste Saison die erneute Inbetriebnahme pünktlich zum Himmelfahrtstag.

Von Elena Boshkovska

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