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Bad Düben Fähre in Gruna trotzt dem Niedrigwasser
Region Bad Düben Fähre in Gruna trotzt dem Niedrigwasser
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11:55 08.08.2018
Die Grunaer Fähre fährt trotz Niedrigwasser langsamer, aber völlig problemlos. Quelle: Wolfgang Sens
Gruna

„Bald werden es 20 Jahre, dass ich hier Fährmann bin“, sagt Helmut Reiche. Dass „seine“ Fähre wegen Niedrigwasser den Dienst einstellen musste, das hat er noch nicht erlebt. Noch reichten 1 bis 1,5 Meter Tiefe der Gierseilfähre aus, um in der Woche über täglich von 10 bis 18 Uhr Personen über die Mulde überzusetzen. Auch außerhalb dieser Zeiten und am Wochenende kann die Fähre auf Wunsch genutzt werden. „Da muss nur geklingelt werden“, meint Reiche.

Weniger Passagiere

Gut ein Drittel weniger Passagiere hat er jetzt bei der Sommerhitze zu transportieren. Die meisten sind Radwanderer und andere Touristen, die am Kreuz von Mulderadweg und Heidesteg vorbei kommen. „Die gucken erst verwundert, dass die Fähre in Betrieb ist und freuen sich dann, dass sie ihre Tour auf kürzester Strecke fortsetzen können“, erzählt der Fährmann.

Für zwölf Personen samt Fahrrad ist die Gierseilfähre ausgelegt. Die Fähre, eine der letzten ihrer Art an der Mulde in Sachsen, funktioniert nur mit einem Seil, das von einem Ufer zum anderen gespannt ist. Ein Seilende ist am Bug und eines am Heck befestigt. Einen Motor hat sie nicht. Nur durch die Schrägstellung des Ruderblattes und die Muldeströmung bewegt sie sich. Durch den niedrigen Wasserstand müssen Reiches Fahrgäste jetzt allerdings mehr Zeit beim Übersetzen einplanen. „Es muss auch am Seil kräftiger zugepackt werden als normal“, ergänzt er.

Fährbetrieb seit 1806

Wie er zu diesem Job einst kam? Da muss er nicht lange überleben. „Aus Liebe“, sagt er lachend. Denn mit dem Kauf des Fährhauses 1996 erwarb seine Lebensgefährtin das Fährrecht und die Fährverpflichtung von der Gemeinde. Schon 1806 wurde in Gruna die erste Fähre in Betrieb genommen.

„Ich bin als kleiner Junge oft mit der Fähre gefahren. Dass ich selber mal der Fährmann sein werde, hatte ich mir damals nicht zu träumen gewagt“, sagt Reiche. Jetzt ist er 62 Jahre und Chef der Fähre. „Jeder, der die Fähre führt, muss ein sogenanntes Schifffahrtsbuch führen, wo drin steht, wann er gefahren ist. Zugleich müssen darin auch alle Vorfälle notiert werden. Das wird kontrolliert wie auch die Fähre selbst, die regelmäßig zum Tüv muss.

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