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Bad Düben Historischer Image-Film verkauft sich gut – Stadtchronist spendet Einnahmen
Region Bad Düben Historischer Image-Film verkauft sich gut – Stadtchronist spendet Einnahmen
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10:37 23.03.2019
Stadtchronist Lutz Fritzsche übergibt 700 Euro Spende die Kinder der Heide-Grundschule Bad Düben und Schulleiterin Sylvia Krause. Quelle: Kathrin Kabelitz
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Bad Düben

Bis zuletzt hatte Lutz Fritzsche die Summe auf dem symbolischen Scheck verdecken können. Als er den Blick auf den Geldbetrag freigibt, ist das Erstaunen bei den Schülern der Bad Dübener Heide-Grundschule und bei Schulleiterin Sylvia Krause riesig. 700 Euro??? Mit so viel Geld hatten sie nicht gerechnet. Der Stadtchronist übergab einen Teil der Erlöse, die er für den Verkauf einer DVD mit 90 Jahre alten Aufnahmen eines Imagefilms über Düben eingenommen hat. Gedacht ist das Geld für das zweite Opern-Projekt. Und dafür wird jeder Euro gern genommen.

Stadtchronist Lutz Fritzsche mit der Filmrolle des Imagefilms Düben 1929. Quelle: Steffen Brost

Geschenk aus Krensitz – im Karton ist ein Imagefilm über Düben

Der Reihe nach: Im Februar bekam Lutz Fritzsche von einer Bekannten aus Krensitz aus dem Nachlass ihres Mannes, einem Dübener, einen Karton mit der Aufschrift „Düben 1929, Stadtansichten, Gaststätten, Feuerwehrübung mit Arbeiter-Samariterbund“ geschenkt. Als Fritzsche genauer nachschaute, stieß er auf die Filmrolle mit den besonderen Aufnahmen, die vom Leipziger Filmhaus Pöge stammen und einst in größeren Kinos, so in Leipzig und Berlin, gezeigt wurden. Zu sehen sind unter anderem Stadtansichten, das Panorama vom Altenhof zum Alaunwerk, Gaststätten, Kirche, Firmen sowie eine Familie beim Ausflug, vermutlich im Alaunwerk gedreht. Und eine Großübung der Feuerwehr. Aus seinen Recherchen weiß der Historiker, dass in den 1920er-Jahren eine Werbe-Kampagne in Düben startete, die damals auch den Rundfunk in die Stadt führte:„Vielleicht sind ja da die Aufnahmen entstanden.“

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Innerhalb kurzer Zeit ist der Imagefilmüber 100-mal verkauft

Zu diesem Zeitpunkt ahnte der Stadtchronist nicht, welches Interesse er damit wecken könnte. Als erste griff Bürgermeisterin Astrid Münster zu – die Idee: Den Film lassen wir beim Neujahrsempfang laufen. Nach der Resonanz, auf die der Streifen da stieß, war klar, dass das mehr sehen sollen. Seit bekannt ist, dass Lutz Fritzsche zusammen mit dem Laußiger Hans-Georg Marschner den 25-minütigen Film auf Blu-ray oder DVD anbietet, ist das E-Mail-Fach voll, steht das Telefon nicht still. Über 100 Medien zum Stückpreis von 15 Euro wurden schon verkauft: „Das hatte ich erhofft, aber nicht erwartet. Das Tempo hat mich überrascht“, freut sich Fritzsche über die Anfragen aus ganz Deutschland.

Erlös aus Verkauf des Imagefilms geht an Schule und Natursportbad

Schon vor Verkaufsstart hatte er angekündigt, das Geld spenden zu wollen. Ein Teil soll an das Projekt Breitwellenrutsche im neuen Natursportbad gehen. Und der andere Teil nun eben an die Heide-Grundschule, von deren Opern-Projekt Fritzsche total begeistert ist. Schüler der 4. Klassen hatten gemeinsam mit Profis der Leipziger Oper Mozarts „Die Zauberflöte“ in einer interaktiven und auf Schulkinder zugeschnittenen Version umgesetzt. Alle 63 Kinder waren beim Auftritt in der Mehrzweckhalle als Sänger oder Sprecher eingesetzt. Nächstes Jahr soll es eine Fortsetzung geben: Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck.

Die Jungen und Mädchen der Heide-Grundschule in Bad Düben führen die "Zauberflöte"auf. Quelle: Hans-Georg Marschner

Opern-Profis führen mit den Heide-Grundschülern einen Workshop durch

Schulleiterin Sylvia Krause nennt dies „über den Tellerrand des Lehrplans hinausschauen.“ Die nächsten Monate bereiten sich die Drittklässler im Deutsch- und Musikunterricht vor, erarbeiten sich das Stück, lernen Texte, die Ausbildung am Keyboard fließt ebenso ein. In den letzten drei Tagen vor der Aufführung gibt es einen Workshop mit den Opern-Profis, die die Schüler auf ihren Auftritt vorbereiten.

Lutz Fritzsche hört all das mit Freude: Ziel erreicht. Er hofft, mit seiner Aktion Nachahmer zu finden.

Von Kathrin Kabelitz