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Bad Düben Köhlerei Eisenhammer fordert Rückbau aller Biberdämme
Region Bad Düben Köhlerei Eisenhammer fordert Rückbau aller Biberdämme
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11:27 24.04.2018
Köhlerin Norma Austinat beim Abfüllen von Holzkohle. Quelle: dpa
Tornau

Auf die Entscheidung, ob Dämme in der Umgebung der Köhlerei Eisenhammer entfernt werden dürfen, hat Norma Austinat lange warten müssen. Länger als ihr lieb ist, denn die Wurfzeit der Biber naht, eine lange Zeit der Tatenlosigkeit droht. Nun aber hat die Stiftung zum Erhalt des Köhlerhandwerks die Ausnahmegenehmigung erhalten – und die Köhlerin ist restlos bedient.

Soll der Biber an der Köhlerei Eisenhammer weiter geschützt werden?

An der Köhlerei Eisenhammer sorgt mutmaßlich eine Biber-Population für die Vernässung des Gebietes und bedroht die Köhlerei Eisenhammer. Geht das weiter so, steht der Betrieb vor dem Aus, weil die Öfen durch das Wasser beschädigt werden.

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Demnach liegt zwar die Erlaubnis vor, dass 13 der 19 Dämme zurückgebaut dürfen. Das aber seien Nahrungsdämme, und damit nicht die ihrer Meinung nach für die Vernässung ursächlichen Wohndämme. Der Köhlerei sei damit keineswegs geholfen, ist Austinat sauer. Für sie ist klar: Der Beschluss ändert nichts an der bedrohlichen Situation für die Köhlerei. Auch wenn sie immer wieder betont, nichts gegen den Biber an sich zu haben, für sie ist der Nager mit seinen Bauten schuld an der Misere. Und genau deshalb müssten alle Dämme zurückgebaut werden, um „Die Köhlerei ist im nächsten Winter kaputt, dann fallen die Öfen zusammen.“

Landratsamt: Biber nicht allein schuld

Im Landratsamt Wittenberg, das den Bescheid in Absprache mit übergeordneten Behörden erlassen hat, sieht man das anders. „Es gibt keine gesicherten Erkenntnisse darüber, dass ausschließlich der Biber für die Vernässung verantwortlich ist“, sagt Sprecher Ronald Gauert. Eine Fachexpertise, die diese Ansicht unterstütze, gibt es nicht. „Es waren aber Experten unterschiedlicher Behörden vor Ort, die haben das auch nicht ad hoc entschieden“, so Gauert. Mitte März gab es einen Vor-Ort-Termin mit Vertretern von Umwelt-Ministerium, Artenschutz, Wasserunterhaltungsverband Mulde, Unterer Naturschutzbehörde, Landratsamt Wittenberg, Heideverein und Forst.

Eilantrag zum Rückbau aller Dämme läuft

Leben kann Norma Austinat mit dieser Entscheidung nicht. Ihr Anwalt habe jetzt einen Eilantrag bei Gericht gestellt, wonach ihre Forderung, unverzüglich alle Dämme zurückzubauen, unverzüglich umgesetzt werden soll. Seit letztem Jahr kämpfen die Köhlerin, deren Familie und Mitarbeiter gegen die Folgen der Vernässung. Norma Austinat ist mittlerweile jegliches Verständnis über die ausbleibende Hilfe abhanden gekommen, nicht nur angesichts der eigenen, akut gefährdeten Existenz: „In Europa gibt es kaum noch Köhlereien. Wir betreiben das Handwerk, pflegen und hegen etwas, was unsere Geschichte ausmacht. Chancen, neue Köhlereien aufzumachen, gibt es nicht, umso wichtiger ist, das die, die da sind, erhalten werden.“

Von Kathrin Kabelitz

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