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Bad Düben Laußig will mit Partnern gemeinsame Sachen machen
Region Bad Düben Laußig will mit Partnern gemeinsame Sachen machen
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19:24 23.05.2019
Lothar Schneider, Anatoli Struck und Arkadiusz Misztal (von links), die Bürgermeister der Orte Laußig, Domachevo in Weißrussland und Slawatycze in Polen, haben mit einer Willenserklärung ihre künftige Zusammenarbeit besiegelt. Quelle: Steffen Brost
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Laußig

Domachevo in Weißrussland, Slawataycze in Polen und Laußig wollen künftig bei Fragen zu Jugend, Natur, Tourismus, Sport, Kultur und Wirtschaft zusammenarbeiten. Das haben die Bürgermeister der drei Gemeinden jetzt mit einer Willenserklärung im Rahmen eines Besuches in Laußig festgeschrieben.

Vertreter aller drei Gemeinden treffen sich in Laußig

Bei dem dreitägigen Treffen nahmen nicht nur die Bürgermeister der Ortschaften teil, sondern auch Vertreter der örtlichen Schulen, Elterninitiativen, des Naturparks Dübener Heide und des Freundeskreises Neudorf/Neubrow Bug. „Es gibt bereits erste Gespräche zum Beispiel über möglichen Schüleraustausch mit der Bad Dübener Oberschule, wir wollen politisch und wirtschaftlich zusammenarbeiten. Außerdem geht es auch um Naturschutz. Diesbezüglich hat uns Anatoli Struck aus Domachevo Hilfe versprochen, wenn es um Waldschäden in der Dübener Heide geht. Die haben dort ebenso riesige Waldflächen und kennen sich mit solchen Sachen bestens aus“, sagte Laußig Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos).

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Bad Dübener Siegfried Ludwig gab den Anstoß

Zustande gekommen ist die Willenserklärung der drei Gemeinden auf Grundlage der Initiative des Bad Dübeners Siegfried Ludwig und des Zwochauers Jens Ryl. „Seit 2005 beschäftigen wir uns mit der Geschichte der Kolonie Neudorf/Neubrow am Bug, wo unsere Eltern einst zu Hause waren. Während des zweiten Weltkrieges wurden sie als sogenannte Volksdeutsche vertrieben und siedelten sich in Nordsachsen wieder an. Seit 2007 haben wir als Nachfahren unserer Eltern Kontakt dorthin und besuchen jedes Jahr die Ortschaften Slawatycze und Domachevo, wo sich das Gebiet unserer ehemaligen Kolonie befand“, erzählt Siegfried Ludwig.

Der eine Ort befinde sich in Polen, der andere in Weißrussland. Beide werden nur durch einen Fluss getrennt. So wie etwa Bad Düben und Wellaune. „Mittlerweile sind über zehn Jahre vergangenen, die wir in Kontaktaufbau und dessen Pflege gesteckt haben. Wir sind sehr froh, das jetzt auch die Bürgermeister, Schulen und andere Institutionen zusammenarbeiten wollen. Das könnte eine dauerhafte Freundschaft mit vielen Projekten werden“, sagt er. Seit damals pflegen beide Männer mit Wurzeln in Nordsachsen die Freundschaft nach Polen und Weißrussland. In Zukunft sollen die Kontakte und die Pflege der mittlerweile entstandenen Freundschaften weiter ausgebaut und mit vielen Projekten gelebt werden.

Wasser aus dem Grenzflüsschen Bug fließt in die Mulde

Das wurde bei dem jetzigen Treffen in Laußig noch einmal bekräftigt. Das trilaterale Arbeitstreffen soll die Basis für die kommenden Jahre werden. „Die Zukunftswerkstatt Dübener Heide hat mit unserem Freundeskreis unter Mitwirkung der drei Bürgermeister das Treffen organisiert. Wir haben während des Aufenthaltes auch die Region besucht und unseren Freunden aus Polen und Weißrussland unsere Heimat gezeigt“, so Ludwig weiter. So gab es unter anderem ein E-Bike-Tour zum Grunaer Fährhaus, wo die Gäste aus Weißrussland und Polen eine Flasche mit Wasser aus ihrem Grenzflüsschen Bug als symbolischen Akt in die Mulde gossen. In Bad Düben besuchten die Gäste das Naturparkhaus und die Oberschule, wo man sich über eine mögliche Zusammenarbeit beriet.

Von Steffen Brost