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Bad Düben Nancy Marschall betreut Clubs in Laußig und Doberschütz
Region Bad Düben Nancy Marschall betreut Clubs in Laußig und Doberschütz
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12:21 08.03.2019
Nancy Marschall macht seit Anfang des Jahres die Mobile Jugendarbeit in den Gemeinden Laußig und Doberschütz.
Nancy Marschall macht seit Anfang des Jahres die Mobile Jugendarbeit in den Gemeinden Laußig und Doberschütz. Quelle: Pia Siemer
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Eilenburg/Laußig/Doberschütz

Eine halbe Stunde später als geplant kommt Nancy Marschall zum Interviewtermin mit der LVZ. Sie musste noch die Fenster im renovierten Jugendclub von Laußig putzen, dann hat sie sich mit Bürgermeister Schneider auf einen Schwatz getroffen, danach noch mal eben mit dem Grünflächen-Pfleger von Laußig gesprochen. „Für die Netzwerkarbeit geht momentan die meiste Zeit drauf“, sagt die Sozialpädagogin.

Marschall betreut 13 Clubs in verschiedenen Orten

Seit Januar ist Marschall für die Mobile Jugendarbeit in den Gemeinden Laußig und Doberschütz zuständig, die von der Diakonie getragene Stelle hat sie von Franka Martin übernommen. Insgesamt 13 Clubs gilt es zu betreuen, alle in unterschiedlichen Zuständen, mit unterschiedlichen Strukturen, in verschiedenen Orten wie Kossa, Sprotta, Paschwitz oder Pristäblich. „Noch konnte ich mich gar nicht überall vorstellen“, sagt die 41-Jährige, die aus der Region Wurzen stammt und heute in Leipzig lebt.

Viel Zeit verbringe sie im Dienstauto, um zwischen den Gemeinden hin und her zu flitzen. Kollege Torsten Pötzsch sieht die 41-Jährige selten im gemeinsamen Büro im Mehrgenerationenhaus Arche. Aktuell fließe viel Energie in die Wiedereröffnung des Jugendclubs in Laußig.

Keine idealen Bedingungen in Laußig

Ihre Vorgängerin Martin hatte bereits zusammen mit den Jugendlichen des Ortes mit der Renovierung der Räumlichkeiten begonnen. Es gab jedoch verschiedene Probleme, welche die Eröffnung immer wieder verzögerten. In der Regel stellt die jeweilige Gemeinde Jugendlichen die Räume für ihre Clubs zur Verfügung – aber nicht immer sind die Räumlichkeiten auch für diesen Zweck ideal geeignet. So ist es auch in Laußig. „Der Club ist in einer ehemaligen Schule, in der später auch mal eine Bankfiliale war“, erzählt Marschall. „Unsere Räume sind von der Toilette im Haupthaus getrennt, wir bräuchten eine Brandschutztür, um Zugang zu haben – aber die ist teuer.“

Vorerst wird es wohl keine solche Tür für den Jugendclub geben, aber in der zweiten Winterferienwoche hatte der Club Kunterbunt dennoch wie geplant geöffnet. Da hat man den Schlüssel genommen und ist einmal um das Gebäude rumgelaufen, um zur Toilette zu kommen. „Wir sind ja alle jung und knackig“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

„Die Ideen der Jugendlichen umsetzen“

Das Programm des Clubs erarbeitet die Sozialpädagogin mit den Jugendlichen. „Die Räume sind groß und hell, vielleicht können wir sie als Atelier nutzen“, schlägt Marschall vor. Gemeinsames Kochen sei bei den Kids ebenfalls beliebt und es gebe eine schöne Küche. „Wichtig ist es, dass die Jugendlichen ihre ganz eigenen Ideen umsetzen können“, sagt Marschall.

Auch junge Erwachsene kommen oft noch in die Clubs

Die Jugendclubs sind gerade im ländlichen Raum ein wichtiger Ort, an dem die Teenies sich austauschen und treffen können. Da, wo es an Kneipen oder anderen kulturellen Angeboten fehle, träfen sich aber auch die jungen Erwachsenen teilweise noch in den Clubs. „Manchmal sind das auch noch Menschen Anfang 30. Ich verstehe das, sie haben die Clubs häufig mit aufgebaut und gestaltet“, erzählt Marschall.

Schwierig sei daran aber, dass sich die Jüngeren dann oft nicht trauten, den Ort ebenfalls zu nutzen. „Diesen Generationswechsel gilt es zu moderieren, ohne eine Gruppe zu verdrängen“, sagt die Sozialpädagogin. Sie sieht sich als Brückenbauerin zwischen Jugendlichen, Eltern und der Gemeinde und versucht, die Bedürfnisse der Jugendlichen hervorzuheben.

Viel Unterstützung für die Sozialpädagogin

Im Jugendclub von Paschwitz vermittelt sie zum Beispiel zwischen den Jugendlichen und der Gemeinde. Aufgrund von Unordnung und durch die Jugendlichen verursachten Sachschäden, hatte diese den Club nämlich vorübergehend geschlossen. „Zusammen mit den Jugendlichen versuchen wir nun, das Vertrauen der Gemeinde wieder zu gewinnen“, so Marschall.

Insgesamt fühlt die Sozialpädagogin sich bei ihrer Arbeit gut von den Erwachsenen der verschiedenen Ortschaften unterstützt. „Bisher klappt die Zusammenarbeit gut, auch von den Bürgermeistern Schneider und Merz bekomme ich viel Unterstützung“. Marschall ist sich sicher, ihren Traumjob gefunden zu haben. Auch nach Feierabend ist der Beruf oft noch Thema – denn ihr Mann arbeitet in der Mobilen Jugendarbeit in Delitzsch, Taucha und Bad Düben.

Info: Wer sich mit Nancy Marschall in Verbindung setzen möchte, kann sie unter der Telefonnummer 0151/16350634 erreichen.

Von Pia Siemer