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Bad Düben Neue Rathaus-Struktur: Bad Düben bekommt wieder drei Ämter
Region Bad Düben Neue Rathaus-Struktur: Bad Düben bekommt wieder drei Ämter
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07:00 24.02.2017
Im Bad Dübener Rathaus wird wieder umstrukturiert. Verwaltung und Stadtrat sprechen sich jedenfalls für die Rückkehr zu drei Ämtern aus. Quelle: Steffen Brost
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Bad Düben

In der Stadt Bad Düben wird es demnächst wohl wieder drei statt der zwei Ämter im Rathaus geben. Das lässt zumindest das Ergebnis einer LVZ-Umfrage bei den Bad Dübener Fraktionen vermuten. Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) möchte bei der 2013 beschlossenen Verwaltungsstruktur die Rolle rückwärts. Damals war der Stadtrat den Empfehlungen des sächsischen Landesrechnungshofes und des Haushaltsgutachtens gefolgt. Diese hatten herausgearbeitet, dass die Verwaltung bei der Reduzierung von drei auf nur noch zwei größere Ämter effektiver arbeiten könnte. Bad Düben hat deshalb neben dem Amt Innere Verwaltung derzeit nur noch das gemeinsame Bau- und Bürgeramt.

Eigenständiges Bürgeramt geplant

Die Stadtchefin möchte nun das Bauamt wieder überschaubarer machen und in einem eigenständigen Bürgeramt wieder alles zusammenfassen, womit der Bürger direkt zu tun hat, also Einwohnermelde-, Standesamt, Ordnungsamt

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Insgesamt gibt es im Stadtrat, der letztendlich darüber befinden muss, mit der CDU, dem Bündnis aus SPD und Bürgerkreis, der Freien Wählergemeinschaft und der Partei Die Linke vier Fraktionen, wobei die ersten drei genannten je fünf, Die Linke drei Räte stellen. Noch ist die Meinungsbildung in den Fraktionen nicht abgeschlossen. Doch die Zeichen stehen übereinstimmend auf Zustimmung.

Gisbert Helbing, Fraktionsvorsitzender der CDU, sagte mit Bezug auf die Empfehlungen von oben, dass „Theorie und Praxis mitunter eben doch zwei ganz verschiedene Paar Schuhe“ seien. „Drei Ämter“, so führte er weiter aus, „waren für eine lange Zeit nicht falsch. Wenn jetzt die Quantität der Arbeit zunimmt, dann müsse man auf Bewährtes zugreifen.“ Er habe jedenfalls bei seinen vielen Aufenthalten im Rathaus durchaus mitbekommen, dass gerade im Baubereich unter Stressbedingungen gearbeitet wird, um die vielen angeschobenen Projekte zu realisieren.

Brauchen schlagkräftige Verwaltung

Ähnlich sieht es Bündnis-Chef Stefan Lange: „Um die vielen Ideen umzusetzen“, so betonte er, „braucht man nicht nur einen Stadtrat, sondern auch eine schlagkräftige Verwaltung.“ Bei der derzeitigen Steuer, Finanz- und Förderlage gebe es viele Chancen für Bad Düben. Wenn man jetzt nicht zugreife, dann werde es nie. Er sehe jedenfalls die Gefahr, dass es aufgrund von Arbeitsüberlastung zu Qualitätsverlusten komme. „Die aus Kostengründen hinzunehmen, das kann nicht sein.“ Gerade beim Bauamt, das mit Obermühle, Hort, Freibad oder Schule samt Umbau des gesamten Quartiers vor enormen Herausforderungen stehe, habe er deshalb durchaus Sympathie, dieses zumindest für die nächsten Jahre mit einer Entflechtung zu entlasten.

Uwe Kulawinski, der die Freie Wählergemeinschaft anführt, sieht das ähnlich und stellt zudem fest: „Wenn etwas nicht funktioniert, dann muss man handeln.“ Prinzipiell sei das Vertrauen da, dass die Bürgermeisterin als Verwaltungschefin da vernünftige Vorschläge macht. „Über die Kosten“, so der Fraktionschef, „muss man dann reden.“

Drei Ämter sind besser als zwei

Birgit Dilly, stellvertretende Fraktionschefin von den Linken, hebt hervor, dass es besser sei, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. „In der derzeitigen Konstellation“, so ihre Einschätzung, „würden die Amtsleiter verschlissen.“ Und sie sagt einen letzten Satz, den die drei Fraktionschefs vor ihr wohl auch so als Fazit unterschreiben würden: „Drei Ämter sind besser als zwei.“

Von Ilka Fischer