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Bad Düben Schock in Schnaditz: Vorbesitzer wollen das Schloss nicht hergeben
Region Bad Düben Schock in Schnaditz: Vorbesitzer wollen das Schloss nicht hergeben
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06:53 05.10.2018
Schloss Schnaditz ist derzeit für die Stadt Bad Düben unerreichbar. Die Vorbesitzer wollen das Haus nicht verlassen. Quelle: Foto: Wolfgang Sens
Schnaditz

Im Sommer war Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) noch optimistisch: Der 2014 geschlossene Kaufvertrag zum Schloss Schnaditz ist per 30. Juni rückabgewickelt, das Schloss gehört wieder der Stadt. Die Investorengruppe, die aus dem historischen Gebäude ein Hotel mit Gastronomiebetrieb machen wollte, verlässt die Räume bis 30. September. Einen Rechtsstreit wird es nicht geben – war die Stadt sicher, zumal die Besitzer signalisierten, die Situation zu akzeptieren, keine Probleme zu machen. „Mittlerweile ist die Überschreibung im Grundbuch erfolgt, alle Rückübertragungsunterlagen unterschrieben“, so Münster. Alles klar also?

Übergabetermin geplatzt

Die Realität ist eine andere. Zum Übergabe-Termin letzte Woche erschienen die Amerikanerin Helga von Horn, die für die Schnaditz GmbH verhandelt, und ihr Sohn Nick, der Mitgesellschafter ist und vor Ort wohnt. Doch statt Schlüssel und Unterlagen gab es an die offiziellen Vertreter die unmissverständliche Ansage: „Wir haben es uns anders überlegt, unsere Anwälte werden sich an Sie wenden.“ Das haben sie bisher nicht, sagt Astrid Münster. So richtig überrascht scheint sie nicht, passt es doch in die Liste der letztlich haltlosen Ankündigungen, Zusagen und Versprechen.

Frist bis Ende Oktober

Eigentlich also müsste die Geduld längst am Ende sein. Der Gerichtsvollzieher könnte sofort wirksam werden, „wir bräuchten nicht mal eine Räumungsklage“, so Münster. Doch weil sie um das menschlich schwer zu verkraftende Prozedere der Vollstreckung weiß, schreckt sie noch zurück, gewährt einen letzten Aufschub, um eine Eskalation zu vermeiden. Doch die Ansage steht: „Bis Ende Oktober müssen sie das Schloss verlassen haben.“ Verhindert werden soll auf jeden Fall, was vor Jahren in Hohenprießnitz die Gemüter erregte und letztlich Gerichte beschäftigte, als der frühere Besitzer jahrelang mit seiner Familie in einem ehemaligen Gebäude der früheren Bildungsstätte auf dem Gelände. wohnte. Das Hickhack ist längst beendet, das Ringen um eine Zukunft für das Schloss beendet, seitdem die Familie von Konrad Obermüller das Anwesen erwarb und aufwendig sanierte.

Münster hat das eine um andere Mal bekannt: „Ein Schlossherr Obermüller für Schnaditz – das wär’s.“ Auch wenn sie froh ist, dass alle rechtlichen Sicherungs-Punkte, die vertraglich festgezurrt wurden, gegriffen haben – was bleibt, ist Ratlosigkeit: „Ich kann die Motivation nicht verstehen“. Eigentlich hatte sie für den Tag nach der Übergabe mit Ortschafts- und Ältestenrat über die Zukunft des Schlosses reden wollen, den Termin war lange zuvor vereinbart. Geredet haben sie, auch wenn es zunächst um den bitteren Ist-Zustand ging. Ein Käufer mit einer guten Investoren-Idee wird weiter gesucht. Einige Ansätze gäbe es, bisher sei es zu früh, darüber zu reden. Findet sich niemand, wird es wohl auf eine über längere Zeit andauernde Notsicherung hinauslaufen.

Stadt zieht Lehren

Doch so weit ist es noch nicht. Eine Lehre aus dem Fiasko sei, dass es bis zu einem endgültigen Projekt weder eine Zwischenlösung gibt noch ein Nutzer zugelassen werde, der sich nicht mit dem deutschen Rechts- und Genehmigungssystem, Denkmalschutzbestimmungen und realistischen Kosten für Planverfahren identifizieren kann. Auf Schloss Schnaditz ging all das – mit dem Ausstieg von Architekt Manfred Pawlik 2016 sei das Projekt zum Scheitern verurteilt gewesen, sagt die Bürgermeisterin. Bestätigt sieht sie sich nach einem Blick ins Schloss, den die Vorbesitzer zumindest ermöglicht haben. Der Zustand sei problematisch, sie sei erschrocken, was gebaut wurde, ohne den Denkmalschutz zu beachten.

Von Kathrin Kabelitz

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