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Bad Düben Schloss Schnaditz steht wieder zum Verkauf
Region Bad Düben Schloss Schnaditz steht wieder zum Verkauf
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16:54 07.01.2019
Schloss Schnaditz steht wieder zum Verkauf.
Schloss Schnaditz steht wieder zum Verkauf. Quelle: privat
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Schnaditz

Nachdem das Dasein der Schlossherrn in Schnaditz mit der Zwangsräumung ein unrühmliches Ende gefunden hat, ist Ruhe eingekehrt. Helga van Horn, die zum Räumungstermin am 14. Dezember nicht angetroffen wurde, hatte mittlerweile Gelegenheit, „ihre persönlichen Sachen aus dem Gebäude zu holen“, so Bad Dübens Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG). Auch Sohn Nick van Horn war in den Tagen nach der Räumung in Begleitung von Security nochmals vor Ort.

Zwangsräumung von Schloss Schnaditz. Quelle: Steffen Brost

In dieser Woche werde noch der Rest des Mobiliars abgeholt. Dass sich das Prozedere nun so hinziehe, habe auch finanzielle Gründe. Eine Speditionsfirma zu beauftragen, wäre die weitaus kostenintensivere Variante gewesen.

Einbauten entsprechen nicht dem Denkmalschutz

Viel Verwertbares gäbe es im Schloss nicht mehr. Im Gegenteil. „Es wurden zum Beispiel Trockenbauwände errichtet, die nicht dem Denkmalschutz entsprechen. Ebenso Duschen, die nicht bestehen bleiben können“, so Münster. Bereits begonnen wurde mit Sicherungsmaßnahmen im Innenhof, an den Fenstern und Türen.

Schloss wird wieder zum Verkauf ausgeschrieben

Und wie weiter? Das Schloss wird nun erneut zum Verkauf ausgeschrieben. „Was hier geplant war, wäre schon die ideale Nutzung gewesen“, spielt Astrid Münster auf das ambitionierte Ziel an, mit dem die amerikanische Investorengruppe 2014 angetreten war: den Umbau des Schlosses zum Hotel- und Gastronomiebetrieb.

„Was wir gelernt haben ist, darauf zu achten, wenn Ausländer das Schloss kaufen, muss zwingend jemand dabei sein, der sich mit deutschem Baurecht auskennt.“ Münster hatte im Vorfeld schon mehrfach betont, dass mit dem Ausstieg von Architekt Manfred Pawlik 2016 das Projekt zum Scheitern verurteilt gewesen sei, weil eben niemand da war, der mit den deutschen Gesetzen etwas anfangen konnte.

Immer mal wieder Anfragen wegen Nutzung

Zur Nutzung der Räume gäbe es immer mal wieder Anfragen. Und auch manche Idee: Kinderhotel, Jugendherberge, Ausbildungsstätte für Jugendliche. „Am Ende muss es finanzierbar sein“, so Münster. Deshalb gäbe es auch keine Ambitionen der Stadt, sich vordergründig einzubringen. Die Stadt habe mit Freibad, Schauwerkstätten oder Burg derzeit ausreichend Projekte, die Zeit und Geld kosten.

Von Kathrin Kabelitz