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Bad Düben So schmeckt die Dübener Heide: Internetversand vor Start
Region Bad Düben So schmeckt die Dübener Heide: Internetversand vor Start
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17:09 08.01.2020
Theresia Stadtler-Philipp zeigt einen Brotaufstrich und Gewürzmischungen, die in der Dübener Heide hergestellt wurden. Solche und andere regionale Spezialitäten werden in Kürze übers Internet vertrieben. Quelle: Nico Fliegner
Bad Düben/Kemberg

Gläser mit feinstem Imker-Honig aus Doberschütz stehen in einem Regal in der Leipziger Straße in Kemberg, darunter Erdbeer-Rhabarber-Fruchtsoße in kleinen Schraubfläschchen und noch eine Etage tiefer Kekse aus der Laußiger Biskuit-Manufaktur. Diese und weitere regionale Produkte werden unter der Marke „Bestes aus der Dübener Heide“ verkauft. Ein kleiner Aufkleber ziert die Waren der Initiative, die 2006 startete und nunmehr im Bereich Vertrieb neuen Aufwind bekommt.

Start im Frühjahr

Theresia Stadtler-Philipp zeigt den ersten Entwurf der Plattform. Quelle: Nico Fliegner

„Wir arbeiten gerade an einem Online-Marktplatz“, sagt die Kembergerin Theresia Stadtler-Philipp. „Wir“ – das sind sie, eine Agentur und das Regionalmanagement in der Dübener Heide, das die EU-Förderperiode Leader koordiniert. Ziel ist, noch in diesem Frühjahr den Online-Marktplatz an den Start zu bringen. Auf diesem können dann Produzenten von regionalen Produkten im Bereich des Naturparks Dübener Heide und der Landkreise Nordsachsen, Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld ihre Köstlichkeiten anbieten. Der Kunde kann dann bequem die Produkte online bestellen und bekommt sie auf dem Postweg zugestellt.

Chance für kleine Produzenten

Regionale Produkte aus der Dübener Heide. Quelle: Nico Fliegner

Dass der Online-Marktplatz für die Dübener Heide alsbald startet, ist längst überfällig. Denn oftmals haben kleine Anbieter wie Imker, Saft- oder Marmeladenhersteller oder auch Kräuterfrauen und Landwirtschaftsbetriebe nicht die Möglichkeit, ein eigenes Shop-System im Internet zu betreiben. Die Gründe sind vielschichtig: Kosten, Pflegeaufwand, mangelndes Know-how im Online-Bereich und am Ende auch zu wenig Produktvielfalt, die so ein Portal erst attraktiv macht. Einzelkämpfer haben somit ein Problem, ihre Waren über das Internet zu vertreiben. Die Anbieter sind deshalb bei Theresia Stadtler-Philipp gut aufgehoben.

„Kramer und Konsorten“

Die 62-Jährige hat schon viel Zeit und Energie in den Online-Marktplatz gesteckt, der unter der Domain Kramer und Konsorten zu finden sein wird. „Die Namensfindung war ein toller Prozess“, erzählt die Unternehmerin. Im Rahmen eines Workshops sollten innerhalb von fünf Minuten 20 Ideen in den Ring geworfen werden. „Kramer und Konsorten“ habe sich am Ende durchgesetzt. „Kramer steht für Händler und Konsorten für Unternehmer im Verbund. Das passt. Und die Internetdomain war auch noch frei“, freut sich Theresia Stadtler-Philipp.

Kontakte zu Händlern

Honig aus Doberschütz Quelle: Nico Fliegner

Derzeit ist sie mit dem Feinschliff des Portals beschäftigt, steht dazu in engem Kontakt mit der Agentur, die den Online-Marktplatz für die Dübener Heide programmiert. Der Entwurf zeigt schon sehr deutlich, welche Art von Produkten künftig dargestellt werden: Sie sind unterteilt in die Bereiche Vorräte, Genuss, Bio, Geschenke und Non-Food. Theresia Stadtler-Philipp stellt selbst Gewürzmischungen und Brotaufstriche her. Kontakte gibt es zur Kräuterfrau Gabi Schumann aus Schlaitz, zu einer Friseurin aus Schlaitz, die Seifen herstellt, einer Torgauer Kaffeerösterei, zum Doberschützer Imker und Laußiger Keks-Bäcker und viele mehr. „Die Kooperationen stecken noch ganz am Anfang. Erste Anbieter haben bereits signalisiert, ihre Produkte über den Online-Marktplatz anbieten zu wollen“, erzählt sie. Zu weiteren wolle sie in den nächsten Tagen Kontakt aufnehmen. Andererseits könnten sich auch Produzenten bei ihr melden. Denn sie will mit mindestens 30 Händlern und 100 Artikeln das Portal an den Start bringen. Wer eine Kooperation eingeht, zahlt eine Umlage, die unter anderem für das Marketing vorgesehen ist, und eine Transaktionsgebühr. Das ist auch bei großen Anbieterportalen im Internet üblich.

Modellprojekt in der Dübener Heide

In der Dübener Heide stellen Produzenten Kekse, Gewürzmischungen, Tees, Liköre und vieles mehr her.

Das Land Sachsen-Anhalt fördert indes die Erstellung des Online-Marktplatzes zu 100 Prozent, da es ein modellhaftes Projekt ist, das auch in anderen Regionen in dieser Form laufen könnte. In Zahlen ausgedrückt sind das rund 30 000 Euro. Das Geld fließt zudem in die Suchmaschinenoptimierung, damit das neue Portal auch treffsicher gefunden wird. Außerdem sind noch 15 stationäre Regale in der Region geplant, unter anderem in touristischen Einrichtungen, Pensionen oder Poststellen. Diese präsentieren eine Auswahl sämtlicher Produkte. Vierter Baustein ist ein Wettbewerb zur Förderung kulinarischer Innovationen, bei dem nur Tandems antreten können, die verarbeitete Produkte kreieren: Landwirt und Veredler, Veredler und Koch oder Designer und Lebensmitteltechniker.

Später will die Kembergerin auch Frische-Produkte, für die die Kühlkette einzuhalten ist, über den Online-Marktplatz anbieten. Das ist aber noch Zukunftsmusik. Denn dazu braucht Theresia Stadtler-Philipp spezielle Lagerkapazitäten.

Online-Marktplatz Kramer und Konsorten, Theresia Stadtler-Philipp, Tel. 034921 608060, Mobil: : 0160 94709266, E-Mail: info@stadtler-service.de

Von Nico Fliegner

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