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Bad Düben So schön ist Bad Dübens Obermühle geworden
Region Bad Düben So schön ist Bad Dübens Obermühle geworden
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11:48 15.12.2018
Werner Wartenburger vom Verein Museumsdorf Dübener Heide in der künftigen Bibliothek. Der 69-Jährige freut sich über das neue Domizil.
Werner Wartenburger vom Verein Museumsdorf Dübener Heide in der künftigen Bibliothek. Der 69-Jährige freut sich über das neue Domizil. Quelle: Wolfgang Sens
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Bad Düben

Der Großteil ist geschafft, der Innenausbau liegt in den letzten Zügen. Bad Dübens Obermühle ist ein echtes Schmuckstück geworden und erstrahlt in neuem Glanz, auch wenn die Maurer und Elektriker noch zugange sind, auch wenn die Fußböden noch fehlen und so manche Strippe gezogen und angeklemmt werden muss.

Zustand vor zwei Jahren noch desolat

Vor zwei Jahren war das Wohnhaus des Müllers mit der Ölmühle noch in einem desolaten Zustand: Die überputzte Klinkerfassade bröckelte, Dach und Gebälk waren in die Jahre gekommen, ein Holzschädling hatte ganze Arbeit geleistet. Statt Sanierung hieß es plötzlich Abriss, dann Wiederaufbau in selbiger Größe nach Vorgaben des Denkmalschutzes – ein Mammutprojekt für die Stadt Bad Düben und den Verein Museumsdorf Dübener Heide.

Eröffnung soll am 1. Mai 2019 sein

Aber Werner Wartenburger vom Verein ist beim Baustellenrundgang dieser Tage zuversichtlich. „Wir wollen am 1. Mai 2019 wieder eröffnen“, erzählt der 69-Jährige. Dann werde noch nicht alles fertig sein, legt er nach und meint die Einrichtung aller geplanten Schauwerkstätten in dem Gebäude. Die soll dann nach einer Beratung im Januar peu à peu erfolgen. Die Schauwerkstätten präsentieren alte Handwerke wie die des Schuh-, Korb- oder Schindelmachers. Zudem gibt es im Gebäude Ausstellungs- und Vortragsräume sowie eine Bibliothek. Am 10. Juni 2019 ist die Obermühle dann der zentrale Austragungsort des Mühlentages in Nordsachsen.

Die Obermühle in Bad Düben erstrahlt in neuem Glanz. Außen ist das Gebäude fertig, innen wird noch gewerkelt. Doch man kann sich schon gut vorstellen, wie es später mal aussehen wird.

Schon jetzt kann man sich gut vorstellen, wie es in dem Gebäude, das über zweimal 250 Quadratmeter Nutzfläche zuzüglich Dachboden verfügt, aussehen wird. Viel Holz, viel Klinker, viel altes Material, das wiederverwendet wurde. Aber auch moderne Technik wie ein Fahrstuhl und eine Luftwärmepumpe zur Energieversorgung kommen zum Einsatz. Die Ölmühle soll zu einem der wichtigsten touristischen Ziele in der Kurstadt werden. Außerdem ist eine „Hausmeister-Wohnung“ entstanden. Die befindet sich im hinteren Teil des Ölmühlen-Gebäudes Richtung Obermühlenteich. In die wird Vereinsmitglied Klaus Morgenstern einziehen.

Kosten belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro

Bei den Kosten gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Hiobsbotschaften, weil vieles teurer wurde als geplant: Sie belaufen sich nach jetzigem Stand auf rund zwei Millionen Euro. Die muss die Stadt als Eigentümerin der Immobilie aber nicht komplett selber aufbringen, sondern bekommt Fördermittel vom Freistaat Sachsen.

Eine Förderung und finanzielle Unterstützung gibt es auch für die zwei geplanten neuen Wasserräder – und zwar vom Bad Dübener Unternehmen Profiroll Technologies, freut sich Werner Wartenburger. Die werden diesmal aber nicht aus Holz, sondern Metall sein, weil das langlebiger ist. „Wir wollen nach ein paar Jahren nicht schon wieder Geld in die Hand nehmen“, so Wartenburger. Das vordere Gebäude, also das der Getreidemühle, bleibt indes so bestehen wie bisher und wird die alte Mahltechnik zeigen.

Außengelände muss noch gestaltet werden

Sobald sämtliche Gewerke ihre Arbeit erledigt haben, geht es an die Gestaltung des Außengeländes, das derzeit einer Matschpiste gleicht. Und dann wir die Obermühle wieder beliebter Ausflugspunkt in Bad Düben. Werner Wartenburger und die 68 Vereinsmitglieder freuen sich jedenfalls schon darauf.

Von Nico Fliegner