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Bad Düben Tornauer Köhlerei Eisenhammer veranstaltet Naturaktivtage
Region Bad Düben Tornauer Köhlerei Eisenhammer veranstaltet Naturaktivtage
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18:54 13.05.2019
Die Köhlerei Eisenhammer kämpft seit fast zwei Jahren mit massiven Vernässungsproblemen. Köhlerin Norma Austinat blickt dennoch voraus, plant in diesem Sommer drei Naturaktiv-Tage, an denen sich alles um den Hirschkäfer dreht. Quelle: Wolfgang Sens
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Tornau/Eisenhammer

Kaum hatte Tornaus Köhlerin Norma Austinat auf ihrer Facebook-Seite den Post zu den Natur-Aktiv-Tagen im Juni und Juli gesetzt, hatte sie schon die ersten Reaktionen. „Nach nur einem Tag waren alle drei Termine ausgebucht“, freut sich Austinat auch darüber, dass das Angebot länderübergreifend auf Resonanz gestoßen ist. Teilnehmen wird neben Klassen aus Sachsen-Anhalt die Grundschule Krostitz.

Der Ofen wird angezündet Quelle: Norma Austinat

Bei den Naturaktivtagen in der Köhlerei geht es um den Hirschkäfer

Im Mittelpunkt der Projekttage, die sie mit Jan Stegner plant, der in Bad Düben ein Büro für Landschaftsplanung und Naturschutz betreibt, steht der Hirschkäfer. Ein Insekt, das Norma Austinat trotz dessen geringer Lebenserwartung „hochspannend“, findet. Immerhin brauchen die Larven einige Jahre bis zur Entwicklung. Diesen Fakt wollen die beiden den Kindern nahebringen, mehr über das Leben der größten europäischen Käfer erzählen, kleine Wiegen für die Insekten bauen. Weit laufen müssen die Schüler dafür nicht mal, „wir haben hier auf dem Köhlerei-Gelände Hirschkäfer ohne Ende.“

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Ein Hirschkäfer. Quelle: Beatrice Jeschke

Köhlerei-Stiftung übernimmt Hälfte der Kosten für die Naturaktivtage

Norma Austinat freut sich, dass die vor zweieinhalb Jahren gegründete Stiftung die Hälfte der Kosten übernimmt. Ansinnen der Vereinigung ist es, die einmalige Industrieanlage und das Handwerk zu erhalten und das Wissen um die aussterbende Zunft weiterzugeben – was letztlich mal in einem Bildungszentrum münden soll. Ideen gibt es viele mehr, so sollen ein kleines Museum und ein Seminarraum entstehen.

Diskussionen um den Biber auf der Köhlereigelände halten an

Positive Nachrichten wie diese verkündet die Köhlerin gern, die auch immer wieder betont, dass trotz aller Diskussionen um den Biber und seine Folgen die Produktion von Holzkohle weitergeht. Sie müsse das fast schon mit Nachdruck tun, immer wieder werde sie mit Anfragen konfrontiert, ob die Köhlerei überhaupt noch arbeiten könne. Auch die Nachfrage nach Holzkohle sei merklich gesunken.

Aber: Drei Öfen von vier arbeiten, mit Reparaturen konnte einiges an Schäden behoben werden: „Der Verfall ist dennoc weiter da.“ Die von Feuchtigkeit durchnässten Öfen auf dem Gelände, für die die Köhlerei-Betreiber die Biber und deren Bauten verantwortlich machen, haben sich aufgrund der Trockenheit im letzten Sommer bis auf die unteren Steinreihen etwas erholen können. Nicht verwundern dürfte daher die Hoffnung der Köhlerin, dass es auch in diesem Sommer möglichst nicht so viel regnen sollte.

Die Nässe hat den Öfen zugesetzt. Norma Austinat zeigt auf dje Risse im Mauerwerk. Quelle: Wolfgang Sens

Hoffen muss sie auch, was die rechtlichen Belange betrifft. Mit dem Eilantrag auf sofortigen Rückbau aller Biberdämme ist sie gescheitert, ein Termin für die Hauptverhandlung steht weiterhin aus. Die Köhlerin geht davon aus, das es ein langwieriger Prozess wird.

Von Kathrin Kabelitz

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