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Borna 100 Jahre Bergbau in Deutzen
Region Borna 100 Jahre Bergbau in Deutzen
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17:04 24.06.2010
Von Thomas Lieb
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Deutzen

Der Vorsitzende der Heimatvereins-Ortsgruppe hatte sich für den großen Tag fein rausgeputzt. „Wir haben viele Monate an der Ausstellung gearbeitet und sind froh und glücklich, diese heute der Öffentlichkeit zu präsentieren", sagte Karl-Heinz Feiner. Als die gut 50 ehemaligen Kumpel das Steigerlied anstimmten, befand auch er sich zwischen Aufregung und bewegter Gerührtheit. Donnerstag jährte sich der Tag zum 100. Mal, als im beschaulichen Bauerndorf Deutzen 1910 der erste Spatenstich für den Entwässerungsschacht der Braunkohle gesetzt wurde. „Ein Ort mit einer unglaublichen und deutschlandweit wohl einmalige Geschichte. Was das Engagement der Deutzener Heimatleute nur noch lobenswerter macht", sprach Landrat Gerhard Gey auf den Fakt an, dass Deutzen das einzige abgebaggerte Dorf ist, dass auf aufgeschüttetem Boden wieder neu aufgebaut wurde. Zur Vernissage ertönte neben dem Steigerlied auch „der letzte Ton der Werkspfeife". Was Männeraugen außer Fußball so alles zum Glänzen bringen kann... In zwölf Bildern dokumentierten die Macher verschiedene Epochen der Deutzener Bergbaugeschichte. Monatelange Arbeit. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Wie auch Mibrag-Sprecherin Angelika Diesener bestätigte. „Ich finde es großartig, dass im ,Jahr der Braunkohle‘ auch generationübergreifende Projekte stattfinden. Auch diese Ausstellung wird den Jüngeren ein Bild von dem Damals geben. Toll." Diesener hatte auch noch eine passende Überraschung im Gepäck: „Deutzen bekommt einen Tagebau-Aussichtspunkt." Das Jubiläum endet nicht mit der Ausstellung, die noch bis zum Bergmannstag am 4. Juli im Kulturpark zu sehen sein wird. Bereits heute steht mit dem ökumenischen Gottesdienst auf dem Damm der „Adria" - am Standort der abgebaggerten Kirche von Deutzen - ein weiterer Höhepunkt an. Am 30. Juni unternehmen ehemalige Kumpel und Grundschüler eine Fahrt mit der Kohlebahn.

Thomas Lieb