Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna 100 Jahre Freie evangelische Gemeinde Borna
Region Borna 100 Jahre Freie evangelische Gemeinde Borna
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:11 25.02.2019
Rita Merkel und Klaus Pagenkopf von der Freien evangelischen Gemeinde Borna. Quelle: Nikos Natsidis
Borna

Die Freie evangelische Gemeinde (FeG) Borna hat Großes vor. Eine Woche lang lädt sie vom 17. bis zum 26. Mai in ein großes Festzelt im Bornaer Osten ein. Grund ist das 100-jährige Bestehen der Gemeinde in Borna, die in ihren besten Zeiten etwa 150 Mitglieder zählte.

Die Ursprünge der FeG in Borna

Das allerdings ist Jahrzehnte her, wie Rita Merkel sagt. Sie ist eins von aktuell sieben Gemeindegliedern, und sie hat als ehrenamtliche Prädikantin nach einem theologischen Fernstudium das Recht zur freien Wortverkündigung. Die Ursprünge der FeG in Borna gehen auf Gustav Weischet zurück. Der Rheinländer hatte einst die Harmoniumfabrik Lindholm in Borna erworben. Er stammte aus Barmen-Elberfeld, dem heutigen Wuppertal, und damit aus der Stadt, wo Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Freien evangelischen Gemeinden entstanden.

Treffen zunächst im Werkssaal in Borna

„Er war dort schon in einer Freien evangelischen Gemeinde“, sagt Rita Merkel. In Borna suchte Weischet nach Leuten, mit denen er seinen Glauben gemeinsam leben konnte, und die sich zunächst im Lindholm´schen Werkssaal trafen. Allerdings liegen die Anfangsjahre der FeG in Borna ansonsten weitgehend im Dunkeln, „weil es keine Dokumente gibt“.

Angst vor Baggern in Borna-Ost

Konkretisieren lässt sich die Geschichte der Gemeinde erst seit dem Jahr 1948. Damals traf sich die Gemeinde in der Breiten Straße, später in der Geschwister-Scholl-Straße. Dort aber lebte die Gemeinde in ständiger Angst. Es waren die Jahre, in denen davon ausgegangen wurde, dass die Kohlebagger auch vor Borna-Ost nicht halt machen würde. Zudem war das Gemeinde-Domizil doch eher provisorisch und spartanisch. Rita Merkel: „Es gab keinen Strom und kein Wasser.“ Bisweilen fanden Gottesdienste in der Kunigundenkirche und bei der Landeskirchlichen Gemeinschaft in der Röthaer Straße statt.

Heutiges Domizil in der Altstädter Gasse in Borna

Da mutet es auch heute noch geradezu paradiesisch an, was für die FeG später möglich wurde. Sie erhielt ein Domizil in der Altstädter Gasse, wo sie auch nach wie vor ihre Räume hat. Anfang der 80er-Jahre war das Gebäude fertig, „ein Lehrlingsbau“, wie Rita Merkel sagt. Dass er kein Zweigeschosser wurde, lag am Denkmalschutz. Der sah bei einem Obergeschoss den freien Blick auf die historisch wertvolle Kunigundenkirche in Gefahr.

Großes Festzelt in Borna

Von einstmals 150 Gemeindegliedern, von denen immerhin an die 30 aus Regis-Breitingen kamen, sank die Zahl auf etwa 60 in den 90er-Jahren. Die jetzigen Mitglieder sehen sich als Kern und verstehen sich auch als Verkündiger. Wohl auch deshalb wird anlässlich des Jubiläums im Mai ein großes Festzelt aufgebaut. Fassungsvermögen: etwa 800 Leute. Das Festzelt gehört dem Evangelisationsteam Sachsen. Dass das Festzelt nicht leer bleibt, darauf setzt Rita Merkel. Immerhin stand das Zelt auch in Eisenhüttenstadt keineswegs umsonst und leer und damit in einer Region, die es in Sachen Entkirchlichung durchaus mit dem säkularisierten Leipziger Südraum aufnehmen kann.

Grußstunde zum Jubiläum der FeG in Borna

Die Festtage, an sich eine Festwoche der besonderen Art, stehen unter dem Motto „Gott Er Lebt in Borna“. Jeden Abend geht es ab 19 Uhr um ein bestimmtes Thema, wobei die Veranstaltungen Überschriften wie „Aber ich fühle mich nutzlos“ oder „Aber was ist, wenn ich sterbe“ haben. Ort des Geschehens ist der Sportplatz in der Magdeborner Straße am Netto-Markt. In einem Bistro am Zelt gibt es kleine Snacks und einen Büchertisch. Am 26. Mai, einem Sonntag, beginnt die Veranstaltung bereits 10 Uhr. 13 Uhr findet dann eine Grußstunde zum 100-jährigen Bestehen der FeG – auch die katholische Gemeinde Borna wird dieses Jahr 100 Jahre alt – statt.

Von Nikos Natsidis

Dass Borna dringend mehr Karneval braucht, war am Sonntagnachmittag zu merken. Mehr als 50 Kinder waren zum Kinderfasching des Carneval Clubs Wyhratal gekommen, um ordentlich zu feiern.

24.02.2019

Der Groitzscher Carneval Club präsentierte am Sonnabend sein aufwendiges Abendprogramm. Es zeigte die ganze Vielfalt der GCC-Talente – dazu gehören auch nachdenkliche Töne.

24.02.2019

Groitzscher Abgeordnete treibt nicht nur die große Stadtentwicklung um. Sie beschäftigen sich auch mit klappernden Gullydeckeln und Fahrbahnschäden in den Ortsteilen. Und drängen auf Problembeseitigung.

24.02.2019