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Borna 40 Jahre im Colditzer Forst: Holzeinschlag und Birkenwasser gegen Haarausfall
Region Borna 40 Jahre im Colditzer Forst: Holzeinschlag und Birkenwasser gegen Haarausfall
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08:54 12.09.2019
Mario Paul (links) und Ulrich Zillmann am Jägerstein. Quelle: Jens Paul Taubert
Colditz/Bad Lausick

Für eine Fichte sind 40 Jahre eine kurze Zeit. Für Ulrich Zillmann und Mario Paul bedeuten sie ein Berufsleben, auch wenn den beiden Forstleute noch ein Stück bis zur Rente bleibt. Der Jägerstein im Colditzer Forst war für Forstdirektor Andreas Padberg der passende Ort, um beiden ihre Dienstjubiläums-Urkunden des Landesforst-Präsidenten Utz Hempfling zu übergeben. „Der Jägerstein steht für den Wandel, der sich im Colditzer Forst durchzieht“, sagte der Leiter des Sachsenforst-Bezirkes Leipzig. Schließlich war es Heinrich Cotta, Begründer der modernen Forstwirtschaft, der ab 1822 den Forst hier zu einem Wirtschaftswald umformte. Sein Name steht auf der Porphyrsäule vornan; ihm folgen die aller Revier-Verantwortlichen seither.

Zillmann: Veränderungen vollziehen sich rasant

„Viel eingeschlagen, viel aufgeforstet und vor allem den Wald gepflegt“ habe er, sagt Ulrich Zillmann. Das Ergebnis nach vier Jahrzehnten sei aktuell wenig ermutigend: „Die Stürme haben viel von unserer Arbeit zerstört.“ Und die Trockenheit. Und die Borkenkäfer. Den schrittweisen Umbau des Waldes weg von der Fichte hin zu Mischwald habe man vor Jahren begonnen, wollte schrittweise vorankommen, doch inzwischen habe dieser Prozess eine dramatische Dynamik bekommen: „Aber die Flächen müssen ja wieder aufgeforstet werden.“

Revierförsterin Barbara Kotschmar im Kreis ihre Waldarbeiter. Quelle: Repro LVZ

Beobachtungen im Thümmlitzwald werden zum Steckenpferd

Zillmann (56), der Hausdorfer, glaubt an den Wald. In der Dahlener Heide wurde er Ende der Siebziger Forstfacharbeiter, war im Staatlichen Forstbetrieb Grimma bis zur Wende angestellt, wurde dann in Colditz, später im Thümmlitzwald Waldarbeiter. Die Dauerbeobachtungsstelle, die der Staatsbetrieb dort unterhält, um die Umwelteinflüsse auf den Wald zu dokumentieren, wurde zu Zillmanns Steckenpferd.

Nach einer Qualifikation zum Waldpädagogen machte er obendrein seinen Forstwirtschaftsmeister, bringt sich in die Ausbildung des Berufsnachwuchses ein. Nicht zuletzt, würdigte Padberg: „Mit ihrem Namen verbinde ich das Land- und Waldschulheim in Dreiskau-Muckern.“

Das alte Zeitungsfoto zeigt Mario Paul beim Einsammeln des Birkensaftes. Quelle: Repro LVZ

Paul: Bild des Colditzer Forstes mitgeprägt

Forstwirt und Waldarbeiter ist auch der Colditzer Mario Paul. Dass Padberg ihn „fast schon zum Inventar“ zählt, quittierte er mit „ich trage schon die Naturschutz-Eule auf dem Rücken“. Der 57-Jährige, der in Wermsdorf lernte, habe das Bild des Colditzer Forstes mitgeprägt, so der Forstdirektor. Revierförsterin Barbara Kotschmar verwies daneben auf Pauls Erfolge bei diversen Waldarbeitsmeisterschaften.

Als alte Fotografien die Runde machten, erinnerte sich Mario Paul an die Zeiten, da hier Birkensaft gewonnen wurde. Ein Zeitungsfoto zeigt ihn mit einer Milchkanne beim Safteinsammeln vor allem für die kosmetische Industrie – Stichwort Birkenhaarwasser: „Manche Spaziergänger haben den Saft sogar getrunken und gehofft, dass die Haare wachsen.“

Von Ekkehard Schulreich

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